Neuvorstellung Renault Espace: Kante war gestern

Von: amv
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Renault Espace
Bietet viel Platz: Der Renault Espace. Foto: dpa

Brühl. Mit kantiger Form und Plastikkarosserie zählte der Renault Espace in den 80er Jahren zu den Mitbegründern des Van-Segments. Nach 13 Jahren Bauzeit stellt nun der französische Hersteller die vierte Generation in die Schaufenster und offeriert pfiffige Detaillösungen samt moderner Elektronik. Nur das Platzangebot ist gesunken.

Zwar entsprechen die Abmessungen mit 4,85 Metern Länge und 1,88 Metern Breite dem des bisherigen Gran Espace. Doch mit 1,67 Metern Höhe ist der Siebensitzer gut sieben Zentimeter niedriger als bisher. Vor allem aber haben sich die Designer von der üblichen Van-Optik verabschiedet und nach eigenen Aussagen einen Hauch SUV beigemischt, etwa eine um vier Zentimeter auf 16 Zentimeter erhöhte Bodenfreiheit. Markante, fließende Linien lassen den neuen Jahrgang sportlich-dynamisch wirken. Ein mächtiger Kühlergrill und ausgeprägte Heckleuchten sorgen zudem für kraftvolle Präsenz.

Der um 1,6 Zentimeter auf 2,88 Meter gewachsene Radstand schafft die Basis für großzügige Platzverhältnisse im lichtdurchfluteten Innenraum. Allein die Frontscheibe (mit Akustikverglasung) misst 2,8 Quadratmeter Fläche. Nutzt man den Espace als Fünfsitzer, bietet die zweite Reihe auf den drei in der Länge und in der Neigung verstellbaren Einzelplätzen mehr als 30 Zentimeter Kniefreiheit. Die beiden im Fond versenkbaren Sitze (Aufpreis: 800 Euro) sind relativ leicht zugänglich, für Erwachsene aber nicht wirklich zumutbar.

Ausgesprochen bequem lässt sich das Gestühl umklappen, um mehr Stauraum zu erhalten. Dazu genügt wahlweise ein Tastendruck auf den im Kofferraum angebrachten Schalter oder im zentralen Display in der Armaturentafel. Schon legen sich die Sitze einzeln oder alle fünf gleichzeitig um. Damit entsteht eine vollkommen ebene, bis zu zwei Meter lange Ladefläche. Das Ladevolumen steigt von 247 Litern bei Nutzung aller Plätze auf bis zu 2101 Liter. Der Vorgänger offerierte allerdings bis zu 3,5 Kubikmeter. Praktisch die Lösung, das klassische Handschuhfach durch eine zwölf Liter fassenden Schublade zu ersetzen.

Bei Materialwahl und Verarbeitung hat der Espace erkennbar zugelegt, zudem wurde er auf mehr Luxus getrimmt. Sehr modern und aufgeräumt zeigt sich die Gestaltung des Armaturenträgers mit einer breiten Mittelkonsole auf zwei Ebenen: oben das zentrale Bedienelement, unten Ablagemöglichkeiten und etwas kompliziert zu erreichende Becherhalter. Neben dem großen, digitalen Kombiinstrument dominiert ein hochkant gestelltes 8,7-Zoll-Tablet das Sichtfeld. Über das Online-Multimedia-System R-Link 2 werden von hier aus per Touchfunktion Radio, Navigation, Assistenzsysteme oder Klimatisierung bedient.

Ist ab dem zweiten Ausstattungsniveau Intens die so genannte Multi-Sense-Technologie an Bord, dann kann über das Display auch die Fahrdynamik beeinflusst werden. So lassen sich über mehrere Parameter das Ansprechverhalten des elektronischen Fahrpedals und die Lenkung, die Gangwechselgeschwindigkeit und die Dämpferhärte variieren. Während die Modi „Neutral“ und „Comfort“ eher eine weiche Abstimmung zeigen, strafft sich bei „Sport“ das gesamte Fahrwerk spürbar. Wankbewegungen reduzieren sich deutlich und Kurven können wesentlich direkter genommen werden.

Als Antrieb bietet Renault drei Aggregate an. Die beiden 1,6 Liter Diesel leisten 130 oder 160 PS - letzterer mit  Twin-Turbo-Technologie. Obwohl bereits bei 1.750 Umdrehungen das maximale Drehmoment von 380 Newtonmetern erreicht ist, fehlt es dem Selbstzünder allerdings ein wenig an Spritzigkeit. Ein Sportwagen will der große Franzose aber ja auch nicht sein, sondern vielmehr eine angenehme Reiselimousine. Dazu passen die zurückhaltenden Arbeitsgeräusche des stärkeren Selbstzünders ebenso wie das Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe. Mit einem Normverbrauch von 4,7 Litern gibt sich der Vierzylinder auf dem Papier recht sparsam. 6,2 Litern weist Renault als Durchschnittsverbrauch für den 200 PS starken 1,6-Liter-Turbobenziner (38.450 Euro) aus, der sich bei ersten Fahreindrücken als agil und laufruhig erwies. Premiere feiert in dieser Espace-Variante eine Siebengang-Automatik.

Die Serienausstattung der fünften Espace-Generation ist  ausgesprochen umfangreich. So gibt es das schlüssellose Start- und Zugangssystem bereits in der  Basisversion für 33.500 Euro. Zudem sind eine Zwei-Zonen-Klimaanlage, höhenverstellbare Fahrer- und Beifahrersitze, Licht- und Regensensor, Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer, 17-Zoll-Leichtmetall-Felgen, sowie Einparkhilfen an Bord. Selbst LED-Scheinwerfer gehören von Anfang an mit dazu. Auch damit will sich Renault von der Konkurrenz absetzen, denn das bietet derzeit kein anderer Hersteller.

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