Nebelfahrten: Sicherer Abstand und richtige Beleuchtung

Von: amv
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Symbol Nebel Landstraße Herbst Foto: Marius Becker/dpa
Trüber Tag: Nebel verhüllt eine Landstraße. Symbolfoto: Marius Becker/dpa

München. Nebel gehört zu den üblichen Wetterphänomenen im Herbst. Dennoch reagieren Autofahrer Jahr für Jahr überrascht und höchst unterschiedlich. Während die Einen verunsichert scharf bremsen, rasen Andere schier unbekümmert ins undurchsichtige Terrain.

Uneinigkeit besteht augenscheinlich auch hinsichtlich der Beleuchtung. Besonders beliebt: die Nebelschlussleuchte. Dabei sind die Regeln fürs Fahren bei Nebel ganz klar: „Abstand zu den anderen Verkehrsteilnehmern gewinnen, die Geschwindigkeit maßvoll drosseln, Nebelscheinwerfer und - nur unter 50 Metern Sicht - die Nebelschlussleuchte einschalten“, skizziert Eberhard Lang von TÜV Süd in München die Grundregeln für eine sichere Fahrt in dicker Suppe: „Keinesfalls unbegründet schlagartig bremsen, das gefährdet immer den rückwärtigen Verkehr.“

Zudem sollte man einen längeren Bremsweg durch eine nasse und rutschige Fahrbahn einkalkulieren, rät der Autoclub ARCD und neben einer gereinigten Scheibe ist es wichtig, die Scheibenwischer zu betätigen, um die Feuchtigkeit des Nebels wegzuwischen, sowie Scheinwerfer und Leuchten zu säubern. Außerdem empfiehlt es sich, regelmäßig Pausen einzulegen, denn Nebelfahrten sind anstrengend und erfordert höchste Konzentration. „Wenn die Augen durch das Starren in die Nebelwand zu brennen beginnen, sollte die Fahrt sofort unterbrochen werden“, rät Vincenzo Luca von TÜV Süd.

420 Unfälle mit Personenschaden ereigneten sich im vergangenen Jahr auf deutschen Straßen aufgrund von schlechter Sicht durch Nebel, rund drei Viertel davon außerorts.

Nach Beobachtungen des ARCD ist bei vielen Autofahrern die Unsicherheit groß, wann man Nebelscheinwerfer und -schlussleuchten einschalten darf. Dabei ist das in der Straßenverkehrsordnung (Paragraf 17, Absatz) 3 eindeutig geregelt: Behindert Nebel, Schneefall oder Regen die Sicht erheblich, dürfen Nebelscheinwerfer eingeschaltet werden.

Ebenfalls festgelegt ist dort, dass man bei solchen Witterungsbedingungen selbst tagsüber mit Abblendlicht fahren muss. „Viele Fahrer moderner Autos verlassen sich dabei auf die Lichtautomatik, doch die reagiert häufig nur auf Helligkeitsunterschiede und greift deshalb bei Nebel nicht“, gibt ARCD-Sprecher Josef Harrer zu bedenken: „Das Abblendlicht muss also rechtzeitig manuell eingeschaltet werden.“ Tagfahrlicht reicht im Herbst oft nicht aus, um von anderen gut gesehen zu werden, zumal dabei meist die Heckbeleuchtung fehlt.

Anders als die Nebelscheinwerfer dürfen Nebelschlussleuchten laut Straßenverkehrsordnung nur dann benutzt werden, wenn die Sichtweite durch Nebel weniger als 50 Meter beträgt. Was viele nicht wissen: Dann sind 50 Kilometer pro Stunde (km/h) auch das Limit. Einen guten Anhaltspunkt für die Sichtweite geben die Leitpfosten auf Autobahnen und Landstraßen, denn sie stehen in einem Abstand von 50 Metern. Sobald man aus der Nebelbank herausfährt, muss man die Nebelschlussleuchten wieder ausschalten, um nachfolgende Fahrer nicht zu blenden.

Fährt man außerhalb geschlossener Ortschaften ohne Licht bei erheblicher Sichtbehinderung durch Nebel, drohen zusätzlich zum Sicherheitsrisiko 60 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg. Fernlicht bringt bei einer „dicken Suppe“ übrigens nichts. Im Gegenteil: Wassertropfen reflektieren das Licht und beeinträchtigen so die Sicht noch mehr.

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