Nebel: Runter vom Gas

Von: Norbert Michulsky
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Nebel
Die rote Nebelschlussleuchte darf nur aktiviert werden, wenn die Sichtweite weniger als 50 Meter beträgt. Foto: dpa

Köln. Mehr als 430 Unfälle mit Personen- und schweren Sachschäden, die auf Nebel zurückzuführen waren, verzeichnet das Statistische Bundesamt für das vergangene Jahr. Dazu kommt eine unbekannte Zahl der nicht erfassten leichten Blechschäden. Besonders gefährlich sind in der jetzigen Jahreszeit plötzliche und kleinräumig auftretende Nebelwände.

Dem Autofahrer bleibt dann kaum Zeit, sich auf die Sichtbehinderung einzustellen.Hauptgründe für Nebelunfälle sind zu hohes Tempo und zu wenig Sicherheitsabstand zum Vordermann. „Liegt die Sicht unter 50 Metern, ist Tempo 50 das absolute Maximum - auch auf der Autobahn“, betont Hans-Ulrich Sander, Kraftfahrtexperte von TÜV Rheinland in Köln. „Bei noch schlechterer Sicht heißt es, Geschwindigkeit weiter drosseln und ausreichend Abstand halten.“

Gerade auf Autobahnen ist es extrem gefährlich, wenn man mit hoher Geschwindigkeit unvermittelt in eine Nebelbank fährt. Hindernisse oder vorausfahrende Fahrzeuge, die plötzlich abbremsen, können bei zu hoher Geschwindigkeit nicht rechtzeitig erkannt werden. Die Leitpfosten am Straßenrand bieten eine Hilfestellung, um die tatsächliche Sichtweite einzuschätzen.

Sie stehen 50 Meter voneinander entfernt. Ist der nächste Pfosten nicht mehr zu erkennen, helfen die Fahrbahnmarkierungen in der der Straßenmitte. Auf Bundesstraßen beträgt der Abstand vom Beginn einer Markierung zur nächsten zwölf Meter, auf Autobahnen 18 Meter. Der Experte von TÜV Rheinland warnt davor, sich an den Rücklichtern des Vordermanns zu orientieren: „Das verleitet eher dazu, den Abstand zum nächsten Fahrzeug bei dichtem Nebel zu verkürzen als zu verlängern. Und das provoziert Auffahrunfälle.“

Zu den typischen automobilistischen Herbstsünden gehören nach Beobachtungen des Autoclubs ACE unter anderem beschlagene Scheiben, alte Wischerblätter sowie verschmutzte Scheinwerfer oder Heckleuchten und immer wieder - der falsche Gebrauch der Nebelschlussleuchte. Die Strahlkraft einer Nebelschlussleuchte sei im Vergleich zu normalen Rückleuchten etwa 30-mal stärker, erinnert der Club.

Die rote Nebelschlussleuchte darf nur aktiviert werden, wenn die Sichtweite weniger als 50 Meter beträgt (Paragraf 17 (3) StVO). Denn sie kann andere Verkehrsteilnehmer gefährlich blenden, zum Beispiel bei Nieselregen. „So verwechseln manche Autofahrer das Nebelschlusslicht ihres Vordermannes mit dessen Bremslicht, was zu Fehlreaktionen und Auffahrunfällen führen kann“, schildert Thomas Achelis vom Autoclub Kraftfahrer-Schutz (KS) seine Beobachtungen. Im Stau oder bei nebelfreien Abschnitten sollte die zusätzliche Leuchte grundsätzlich ausgeschaltet werden, rät Hans-Ulrich Sander von TÜV Rheinland.

Allgemein gilt: Bei Nebel und schlechter Sicht auch tagsüber das Abblendlicht einschalten. Bei einer Sichtweite unter 150 Metern die Nebelschweinwerfer zugeschalten. Nebelfahrten sind anstrengend. "Wenn die Augen durch das Starren in die Nebelwand zu brennen beginnen, sollte eine Pause eingelegt werden", gibt ADAC-Mitarbeiterin Katharina Bauer zu bedenken: "Dabei ist beim Ansteuern eines Parkplatzes besondere Vorsicht geboten, da Fußgänger erst im letzten Moment zu erkennen sind." Zudem solle man die Fahrtunterbrechung nutzen, um nötigenfalls Scheinwerfer und Leuchten zu reinigen.

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