Nebel: Blindfluggefahr von jetzt auf gleich

Von: nom
Letzte Aktualisierung:
Nebel
Vorsicht geboten: Nebel kann für Autofahrer schnell zur gefährlichen Falle werden. Foto: dpa

Stuttgart. Bei Fahrten im Nebel kann sich die Sicht von einer Sekunde zur anderen verschlechtern. „Autofahrer müssen jederzeit damit rechnen, dass eine Nebelwand die Fahrbahn in eine Blindflugzone verwandelt“ , warnt Thomas Gut von der Sachverständigenorganisation Dekra in Stuttgart. Vor allem Flusstäler, Brücken und Gebiete in der Nähe von Gewässern gehören zu den klassischen Nebelzonen. Die Warnung kommt nicht von ungefähr.

Laut Statistischem Bundesamt verunglückten im vergangenen Jahr bei Nebelunfällen mehr als 450 Menschen, elf davon kamen ums Leben, 90 erlitten schwere Verletzungen.

Die wichtigste Regel bei Nebel lautet: Licht an, Tempo runter und Abstand halten. Laut Straßenverkehrsordnung darf ein Autofahrer nur so schnell fahren, dass er innerhalb der überschaubaren Strecke jederzeit anhalten kann. Dabei hilft die Faustformel „Tempo gleich Sichtweite“. Bei 50 Meter Sicht sind höchstens 50 Kilometer pro Stunde (km/h) das Maß des Erlaubten. Autofahrer können sich dabei an den Leitpfosten orientieren, die in 50 Meter Abstand aufgestellt sind.

Der Experte warnt dringend davor, sich bei Nebel an das vorausfahrende Fahrzeug „anzuhängen“ und sich zu schnellerem Fahren verleiten zu lassen, als es die Sichtverhältnisse zulassen. „Weil der Autofahrer die Verkehrssituation bei Nebel nicht überblicken kann, sind häufig Massenunfälle die Folge“, weiß Gut. Liegt die Sichtweite bei Nebel unter 50 Metern, dürfen Autofahrer die Nebelschlussleuchte einschalten. Verbessert sich die Sicht, muss sie abgeschaltet werden, um den unangenehmen Blendungseffekt für andere Autofahrer zu vermeiden.

Ein wichtiger Sicherheitsfaktor bei Nebel ist eine intakte Beleuchtung. So verschlechtern zu hoch eingestellte Scheinwerfer durch höhere Reflexionen die Sicht zusätzlich. Die Sachverständigen empfehlen, bei Nebel besonders konzentriert zu fahren und während der Fahrt nichts zu tun, was vom Fahren ablenken könnte. Auch durch moderne Assistenzsysteme sollte man sich nicht zu riskanter Fahrweise verleiten lassen.

Radargestützte Abstandswarner verführen dazu, in nebeliger Suppe schneller unterwegs zu sein als angebracht und geben ein verführerisches Sicherheitsgefühl. „Aber hinter der nächsten Kurve kann alles ganz anders aussehen“ , warnt Vincenzo Luca von TÜV Süd, „und außerdem gilt die Tempo-50-Regelung auch auf der Autobahn“.

Gerade dort ist es extrem gefährlich, wenn man mit hoher Geschwindigkeit unvermittelt in eine Nebelbank fährt. Hindernisse oder vorausfahrende Fahrzeuge, die plötzlich abbremsen, können bei zu hoher Geschwindigkeit nicht rechtzeitig erkannt werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert