Berlin - Nach dem Schaden kommt die Abrechnung

Nach dem Schaden kommt die Abrechnung

Von: amv
Letzte Aktualisierung:
Carsharing
Egal ob Kratzer beim Ausparken oder Auffahrunfälle: Kunden der kommerzieller Carsharing-Anbieter Anbieter müssen sich im Schadenfall unter Umständen auf eine Selbstbeteiligung einstellen, erinnert der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin. Foto: Markus Scholz, dpa

Berlin. Carsharing wird immer beliebter. Besonders Anbieter stationsunabhängiger Fahrzeuge, sogenannte Free-Floating-Dienste wie Car2go von Daimler oder DriveNow von BMW freuen sich über eine ständig wachsende Kundschaft.

Das Konzept: In den urbanen Ballungsgebieten sollen Mietwagen das Privatfahrzeug überflüssig machen. Anfang Januar 2015 zählte der Bundesverband Carsharing (bcs) bei allen Anbietern 1.040.000 registrierte Kunden. In 490 Städten und Gemeinden können CarSharing-Angebote genutzt werden. Das sind 110 mehr als ein Jahr zuvor. Doch die Nutzer des flexiblen Fahrens sollten wissen, was sie tun. Egal ob Kratzer beim Ausparken oder Auffahrunfälle: Kunden der großen kommerziellen Anbieter müssen sich im Schadenfall unter Umständen auf eine Selbstbeteiligung einstellen, erinnert der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin.

Je nach Anbieter können hier im Schadensfall zwischen 500 und 1500 Euro fällig werden. Vielfach bieten Carsharing-Betreiber Schutzpakete an, mit denen sich die Selbstbeteiligung reduzieren lässt, wissen die Autoversicherer. Bei DriveNow etwas kann vor jeder Fahrt ein zusätzlicher Euro investiert werden, um die Selbstbeteiligung von 750 Euro auf 350 Euro zu senken. Sollte es dann krachen, wird das eigene Portemonnaie geschont. Allerdings, der Großteil der Nutzer fährt nach den Beobachtungen der GDV-Fachleute ohne zusätzliche Absicherung, obwohl Autofahrer doch oft aus eigener Erfahrung wissen, dass selbst eine kleine Beule schnell ins Geld gehen kann. „Das Risikobewusstsein ist - vielleicht aufgrund der kurzen Mietzeiten - nicht sehr hoch“, mutmaßt Viktor Alexanders. Er ist bei Car2Go für Versicherungsfragen zuständig. An sich ist laut GDV die Schadenquote ähnlich wie bei der normalen Autovermietung.

Aber: Die Vorteile des stationsunabhängigen Carsharing werden bei kleinen Schrammen zu einem Problem. Anders als bei einem Mietwagen schaut kein Mitarbeiter des Anbieters und kontrolliert, ob nach der Fahrt Beulen oder Kratzer am Auto sind. Das Auto kann auf irgendeiner Parklücke im Gebiet geparkt werden und wartet dort auf den nächsten Nutzer. Carsharer sollten daher vor dem Start das Auto auf erkennbare Schäden kontrollieren und wenn nötig an Ort und Stelle den Betreiber informieren, empfehlen die Versicherungsfachleute. Das gilt ebenfalls, wenn unterwegs ein Malheur passiert ist.

Wer einen eigenen Parkrempler nicht meldet, muss sich mindestens unangenehmen Nachfragen stellen: „Wir können genau sagen, wer wann in welchem Auto gesessen hat“ , sagt Nico Gabriel von DriveNow. Allerdings reicht das allein nicht. Viktor Alexanders: „Im Zweifel sind wir in der Nachweispflicht. Die Vermutung reicht in der Regel nicht aus.“ Wenn der Fall aber klar ist, dann wird der Kunde auch zur Kasse gebeten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert