München - München ist Metropole der Temposünder

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München ist Metropole der Temposünder

Von: amv/nom
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München. Fast 1,9 Millionen Euro Bußgeld, 2119 „Flensburg-Punkte“ und 365 Monate Fahrverbot waren das Ergebnis einer Tempokontrolle in München. Doch zahlen mussten die Verkehrssünder nicht.

Geblitzt wurde zu Forschungszwecken im Auftrag Unfallforschung der Versicherer (UDV). Dabei wurden an 49 Straßenabschnitten mit verschiedenen Tempolimits rund 669.000 Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Das Ergebnis: In der bayerischen Landeshauptstadt fährt fast jeder sechste Kraftfahrer zum Teil deutlich zu schnell. Mit diesem Ergebnis schneidet München deutlich schlechter ab, als Köln und Berlin, wo in den beiden Vorjahren ähnliche Messungen durchgeführt wurden. Im kommenden Jahr werden in Hamburg die Messgeräte aufgebaut.

Laut UDV-Leiter Siegfried Brockmann zeigen die Messungen, dass sich die Mehrheit der Autofahrer und -fahrerinnen an die „normale“ Stadtgeschwindigkeit von 50 Kilometer pro Stunde (km/h) plus Toleranz hält. Die Bußgeldstruktur sollte nach Ansicht der UDV-Fachleute so überarbeitet werden, dass hohe Geschwindigkeitsüberschreitungen stärker sanktioniert würden und Aktionen wie der Blitzermarathon hätten dagegen nur am Aktionstag Auswirkungen auf das Geschwindigkeitsniveau.

Auf den Straßen, auf denen Tempo 50 Kilometer erlaubt waren, fuhren in München 16 Prozent der Fahrer, also jeder sechste, schneller als 55 km/h, in Köln waren es rund zwölf Prozent, in Berlin rund vier Prozent. Gleichzeitig gab es mehr als 23.100 Fahrzeuge mit über 60 km/h (Köln: 15.800, Berlin: 6700).

Bei den groben Geschwindigkeitsmissachtungen schnitt München etwas besser ab als Köln: So waren 446 Raser mit mehr als 80 km/h unterwegs - im Schnitt allein an den Messstellen alle drei Minuten einer (Köln 670, alle 2 Minuten einer; Berlin 126, alle 12 Minuten einer).

Noch häufiger sind in München die Überschreitungen auf Tempo-30-Strecken: Fast jeder Zweite (44 Prozent) fährt dort schneller als 35 km/h. In Köln waren es 27 Prozent, in Berlin 17 Prozent. In den Tempo-30-Zonen sieht es nicht viel besser aus.

Hier fuhren in München 37 Prozent schneller als 35 km/h (Köln 22 Prozent; Berlin 25 Prozent). Am wenigsten eingehalten wurde Tempo zehn oder die Schrittgeschwindigkeit in verkehrsberuhigten Bereichen. Hier liegt die Überschreitungsquote in München bei 88, beziehungsweise 96 Prozent (Köln 62 / 65 Prozent; Berlin 80 / 63 Prozent).

Was bei den Messungen auch festgestellt wurde: Freifahrende Fahrzeuge sind häufiger mit höheren Geschwindigkeiten unterwegs. Pulks bremsen offenbar das Geschwindigkeitsniveau, da Überholen oft nicht möglich ist.

„Je mehr Fahrzeuge sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten, umso schwerer haben es die Schnellfahrer“, bilanziert der Leiter der UDV, Siegfried Brockmann: „Diejenigen, die vorschriftsmäßig unterwegs sind, tragen so zu mehr Verkehrssicherheit bei und sollten sich auf keinen Fall durch Drängler zu schnellerem Fahren verleiten lassen.“

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