Müdigkeit am Steuer wird oft leicht unterschätzt

Von: nom
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Auto Symbol Müdigkeit Gähnen gähnender Fahrer gähnende Fahrerin Symbolfoto: Colourbox
Anzeichen für Müdigkeit sind Frösteln, gedankliches Abschweifen oder auch Nervosität. Symbolfoto: Colourbox

München. Müdigkeit am Steuer ist eine unterschätzte Gefahr. 26 Prozent der befragten Autofahrer sind laut einer TNS-Emnid-Umfrage mindestens schon einmal am Steuer eingeschlafen, und was sie gegen den Sekundenschlaf unternehmen, ist vielfach falsch.

„Mitten in der Nacht, beziehungsweise in den frühen Morgenstunden ist die Einschlafneigung hinter dem Steuer und damit die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines Sekundenschlafes besonders hoch“, warnt Andrea Häußler von TÜV SÜD in München: „Wer kurz einnickt, legt binnen drei Sekunden bei einer Geschwindigkeit von Tempo 100 über 80 Meter im Blindflug zurück. In dieser kurzen Zeit kann ein schwerer Unfall verursacht und Menschenleben gefährdet werden.“

„Eine plötzliche Müdigkeit beim Autofahren gibt es nicht“, schildert Häußler ihre Erfahrungen: „Müdigkeit macht sich bemerkbar.“ Erste Anzeichen im Fahrverhalten sind Übersehen von Verkehrszeichen, unregelmäßiges Tempo, Probleme, die Spur zu halten. „Wenn Ihnen ungewollt die Augen zufallen, wenn Sie plötzlich erschrocken zusammenzucken, weil Sie nicht mehr auf den Verkehr geachtet haben, dann ist das Alarmstufe rot - sie waren bereits Opfer des Sekundenschlafs“, warnt die TÜV SÜD-Expertin.

Andere Anzeichen sind Frösteln, gedankliches Abschweifen oder Nervosität. „Die Warnsignale des Körpers sind sehr individuell, aber man kann sie lernen“, weiß Häußler.

Biologische Tiefpunkte

Zudem gibt es erfahrungsgemäß bestimmte Zeitfenster in denen der Mensch aufgrund seines Biorhythmus sehr anfällig für Müdigkeit ist. Diese werden als biologische Tiefpunkte bezeichnet. Der erste Tiefpunkt liegt in der zweiten Hälfte der Nacht, zwischen zwei und fünf Uhr morgens - besonders wichtig zu wissen für jene, die in diesen Stunden beispielsweise ihre Urlaubsfahrt beginnen wollen, der zweite nachmittags gegen 14 Uhr.

Daher häufen sich zu diesen Zeiten auch die Unfälle, die durch Müdigkeit ausgelöst werden. Wichtig: Müdigkeit lässt sich nicht bezwingen, weder durch Ignorieren noch durch Willensstärke. Koffein, in Kaffee oder Energy Drinks kann die Aufmerksamkeit erhöhen, aber nur kurzfristig. Danach kommt die Müdigkeit wieder.

„Um Schlafattacken vorzubeugen, sollte man grundsätzlich nach zwei bis drei Stunden am Lenkrad eine Pause einlegen“, legt Häußler Autofahrern ans Herz, „nur ausgeruht starten und bei Pausen wirkt Bewegung an frischer Luft belebend und macht fit. Am besten aber hilft nur eines, wenn die Natur ihr Recht einfordert: schlafen. Kurzschlaf ist angesagt, das ist eine Schlafepisode von etwa zehn bis 20 Minuten.

Bereits nach wenigen Minuten Schlaf beginnt die Erholung, und die Leistungsfähigkeit nimmt wieder zu. „Zwar glauben viele Autofahrer, dass sie tagsüber gar nicht einschlafen können“, weiß die TÜV Süd-Expertin aufgrund ihrer Beobachtungen, „erfahrungsgemäß tun es die meisten trotzdem, sobald sie auf einem dunklen, ruhigen und sicheren Platz parken.“

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