Mit dem Smartphone in die Parklücke

Von: amv
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V-Charge
Vor allem in den USA ist das bequeme Valet Parking ein Hit: Jetzt wurde das Projekt „V-Charge“ vorgestellt, das VW mit anderen Partnern entwickelt. Autos steuern hierbei fahrerlos und parken ebenfalls ohne Fahrer an Bord ein. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Wolfsburg. In den Kofferraum des VW Golf passt nicht einmal mehr ein Regenschirm. Der Kofferraum ist vollgestopft mit Computern, Transpondern und Antennen. „Keine Sorge“, schmunzelt VW-Sprecher Tom Fronzek, „bis zur Serienreife gibt es wieder Platz wie gehabt.“

Etwa in fünf Jahren, schätzt Fronzek, werden auch die gesetzlichen Bestimmungen soweit sein, um auf Straßen das zu nutzen, woran die VW-Forscher derzeit knobeln: automatisches Einparken, ohne dass der Fahrer im Auto sitzt.

„V-Charge“ heißt das EU-Forschungsprojekt, das VW gemeinsam mit fünf nationalen und internationalen Partnern entwickelt. Der Clou hierbei: „Das Fahrzeug sucht sich nicht nur selbstständig einen freien Parkplatz, es findet auch eine freie Parzelle mit Ladeinfrastruktur und lädt seine Batterie induktiv auf“, erläutert Jürgen Leohold, Leiter der VW Konzern-Forschung. Nach Abschluss des Ladevorgangs gibt der Selbstparker selbstständig den Ladeplatz für ein anderes E-Fahrzeug frei und sucht sich einen konventionellen Parkplatz. Das alles kann der Fahrer mit seinem Mobilphone aus der Entfernung steuern. 

„V-Charge“ steht für „Valet automated parking and charging for e-mobility. Vor allem in den USA ist das bequeme Valet Parking ein Hit. Das Auto wird am Zielort kurz abgestellt, Servicepersonal parkt den Wagen anschließend ein und fährt ihn bei Bedarf wieder vor. Die zeitraubende Parkplatzsuche entfällt. Das Projekt V-Charge nimmt diese Idee zeitgerecht auf und formuliert als Entwicklungsziel die voll automatisierte Parkplatzsuche in definierten Abstellzonen wie etwa in Parkhäusern. 

Ein praktisches Alltagsbeispiel: Ein Pendler bemerkt, dass er sich womöglich verspäten wird und dadurch Gefahr läuft, ein wichtiges Meeting in seiner Firma zu versäumen. Mit V-Charge hat er die Möglichkeit, direkt vor dem Eingang anzuhalten, auszusteigen und über eine zugehörige Smartphone-Applikation die Verbindung zu seinem Fahrzeug herzustellen. Das vollautomatisch agierende Fahrzeug bekommt eine digitale Karte übermittelt und navigiert nun selbstständig innerhalb des Parkareals oder Parkhauses zu einer Parklücke. Handelt es sich um ein Elektrofahrzeug, priorisiert das System zusätzlich einen Abstellplatz mit automatischer Ladeeinrichtung. „Fußgänger, Fahrradfahrer und andere Fahrzeuge werden von den fahrzeugintegrierten Kameras und Ultraschallsensoren erkannt“, beruhigt Fronzek. Aus diesem Grund darf sich das Fahrzeug im sogenannten „Mischverkehr“ bewegen. Das ausgewählte Parkareal muss weder in sich abgeschlossen sein, noch erfordert es eine aufwändige technische Ausrüstung. 

Nähert sich das Elektrofahrzeug seinem Ziel, erkennt das System über lokale Sensoren, ob die zugewiesene Parklücke belegt ist. Ist diese frei, startet das vollautomatische Parkmanöver und positioniert das Fahrzeug exakt über der induktiven Ladevorrichtung. Nach Abschluss des Ladevorgangs parkt das Fahrzeug automatisch um und macht die Ladestation für weitere E-Mobile frei. Kehrt der Fahrer zum Parkhaus zurück, ruft er über die V-Charge App das Fahrzeug zum Startpunkt. Das Fahrzeug steuert den festgelegten Aufnahmeort an. Der Fahrer muss den Parkplatz oder das Parkhaus nicht einmal betreten. Für das automatische Fahren und Parken des V-Charge-Versuchsträgers, er basiert auf einem Volkswagen eGolf, sorgt ein dichtes Wahrnehmungsnetzwerk. Vier Weitwinkelkameras und zwei 3D-Kameras, zwölf Ultraschallsensoren, digitales Kartenmaterial und die sogenannte „Car2X“-Technologie werden als Datenstrom zu einem Gesamtbild in Echtzeit zusammengesetzt.

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