Mercedes SLS AMG Roadster: Nach oben offen

Von: Norbert Michulsky, dapd
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Im Fall des Mercedes SLS AMG faellt der Verzicht auf die spektakulaeren Fluegeltueren des Coupes leicht. Zwei Jahre nach dem Marktstart des Top-Sportlers bietet nun der Roadster Fahrspass unter freiem Himmel. Foto: dapd

Stuttgart. Wie kann man einen Schönling noch schöner gestalten? Im Fall des Mercedes SLS AMG lautet die Lösung: indem man das Dach weglässt. Dadurch fällt selbst der Verzicht auf die spektakulären Flügeltüren des Coupés leicht.

Zwei Jahre nach dem Marktstart des Top-Sportlers bietet nun der Roadster Fahrspaß unter freiem Himmel.

Lassen Wind und Wetter dies nicht zu, schützt eine ansehnliche Stoffmütze in drei Farben vor meteorologischen Unbilden. Die mit Aluminium, Magnesium und Stahl verstärkte Konstruktion bewegt sich auf Knopfdruck voll automatisch und faltet sich bis Tempo 50 innerhalb von elf Sekunden z-förmig hinter die Sitze. Dort braucht sie so wenig Platz, dass das Kofferraumvolumen des Roadster mit 170 Litern nur um drei Liter kleiner ist als jenes des Coupés.

Noch interessanter sind aber wohl die Fahrleistungen des 195.160 Euro teuren Roadster. Diese entsprechen laut Mercedes denen des Coupés, der mit 186.830 Euro Basispreis in der Liste steht. Wie bei ihm liefert der Achtzylinder 571 PS an das Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, das vor dem Hinterachsdifferenzial sitzt. Damit beschleunigt der Roadster in 3,8 Sekunden auf Tempo 100 und dann weiter bis 317 km/h.

Neu für die SLS-Baureihe ist eine elektronisch gesteuerte Dämpferregelung, AMG Ride Control genannt. „Mit ihr können Sie ihre persönliche Einstellung von Comfort, Sport oder Sport plus - also von einem sanften Cruisen bis zur sportlichen Kurvenhatz - wählen”, sagt Joachim Schmidt, Mitglied der Mercedes-Geschäftsleitung.

Unvorstellbare Kurvengeschwindigkeiten

Letzteres ist höchst verführerisch, wie sich bei ersten Fahreindrücken zeigte. Besonders in den Sporteinstellungen bietet der Zweisitzer imposante Fahrleistungen und erlaubt Kurvengeschwindigkeiten, die jenseits gängiger Vorstellungen liegen. Vertiefte Kenntnisse in Sachen Fahrphysik sollten dabei allerdings vorhanden sein.

Speziell bei nasser Fahrbahn ist die Gefahr eines Drehers recht groß. Selbst im dritten Gang kann die Kraft - wie beim Brudermodell - kaum ohne korrigierende Maßnahmen der Traktionskontrolle oder des Fahrers schlupffrei übertragen werden. Zu dem herausragenden Kurvenverhalten trägt die ideale Gewichtsverteilung von nahezu 50:50 bei.

Wer das sportliche Profil des SLS und das eigene Fahrkönnen ganz genau analysieren möchte, etwa auf abgesperrter Strecke, kann sich des aufpreispflichtigen neuen Multimedia-Systems bedienen. Fast wie die Telemetrierechner im Rennsport zeigt dann der Bordcomputer Leistung und Drehmomentkurven in Echtzeit, stoppt Rundenzeiten und ermittelt Längs- und Querkräfte sowie die Temperatur sämtlicher Flüssigkeiten an Bord.

Komfortzuwachs per Schalter

Mit einem Dreh am Fahrwerksschalter ist es dann vorbei mit dem verlockenden Leistungsangebot. In der Stellung „Comfort” wird das Cabrio zum Cruiser. Der Komfortzuwachs ist deutlich zu spüren. Selbst Querfugen oder Kanaldeckel schluckt die Federung geschmeidig. Dabei wirkt die Karosserie insgesamt sehr steif. Nichts knarzt, nichts zittert. Durch gezielte Verstärkungen der Fahrzeugstruktur ist der Roadster laut Mercedes annähernd so steif wie der Flügeltürer - und dabei nur 40 Kilogramm schwerer.

Zum gesamten Komforteindruck tragen auch die Nackenheizung „Airscarf” (aufpreispflichtig) und die geringen Windgeräusche bei. „Im geschlossenen Zustand ist das Cabrio mit seinem dreilagigen Stoffdach sogar leiser als das Coupé”, sagt Schmidt.

Wer den SLS-Fahrspaß in einer umweltverträglicheren Variante genießen möchte, muss sich noch etwas gedulden: 2013 kommt der batterie-elektrische SLS AMG E-Cell auf den Markt.
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