Mercedes S400 Hybrid: Im grünen Bereich

Von: amv
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Mercedes S400 Hybrid
Der Daimler-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche steht neben einem Mercedes-Benz S400 Hybrid. Foto: dpa

Stuttgart. Die Energiefluss-Anzeige im TFT-Display wechselt auf Grün. Fortan schont der Mercedes S400 Hybrid Geldbeutel, Gewissen und Klima. Nach dem NEFZ-Verbrauch bescheidet sich der Zweimotorer mit 6,3 Litern Super je 100 Kilometer. Solche Papierwerte sind natürlich Humbug.

In der Praxis signalisiert der Bordcomputer zwischen acht und knapp zehn Liter. Doch das darf durchaus für eine zwei Tonnen schwere Luxuslimousine als genügsam gelten. Allerdings, solche Zurückhaltung muss man sich leisten können.

Als Basispreis möchte der freundliche Mercedes-Händler 72.550 Euro überwiesen wissen. Das Command-System mit dem großen Display und Navi sind dabei ebenso serienmäßig an Bord wie die Airmatic-Luftfederung, der Kollisionsassistent oder die LED-Scheinwerfer. Greift man bei der verführerischen Ausstattungsliste in die Vollen, summieren sich satte 135.552 Euro (Testwagenpreis), samt Doppelcupholder für 75 Euro.

Dafür bekommt man dann ein rollendes Wohnzimmer mit Annehmlichkeiten wie Lederfauteuils mit verschiedenen Massagefunktionen und so ziemlich alles, was es an Frühwarn- und Sicherheitssystemen auf dem Markt gibt. Die Liste langt bis hin zum adaptiven Tempomaten (Distronic Plus), der automatisch Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug hält und bei Stop-and-Go das tut, was sonst der Fahrer tun müsste.

Der Spurhalte-Assistent seinerseits lässt sogar Etappen zu, während denen der Mensch am Steuer entspannt die Hände in den Schoss legen könnte. Aber nach etwa zehn Sekunden mahnen rote Handsymbole im Display samt einem dezenten Läuten, dass nun wieder das Steuer übernommen werden muss. Ein Tribut an die Straßenverkehrsordnung. Einstweilen noch, aber man bekommt einen guten Vorgeschmack darauf, wie entspannt autonomes Fahren in naher Zukunft sein wird.

Entspanntes Vorwärtskommen ist ohne Frage die Domäne dieses S-Typs. Agiles Fahrverhalten ja, Fahrdynamiker indes kommen nicht auf ihre Kosten. Die Beschaffenheit der Straße lässt sich weder an Schlägen noch an Geräuschen ausmachen. Im Innenraum ist kaum zu hören, wann der V6 seinen Dienst einstellt, und wann er beim Losfahren wieder anspringt.

Nur die Grafik der Energieflussanzeige und der Drehzahlmesser informieren über den Betriebszustand. Zum Verwöhnprogramm gehört eine weiterentwickelte Motorentechnik. Entsprechend fährt der S400 Hybrid mit einer Kombination aus einem 27-PS-Elektro-Motor und einem Sechszylinder-Benziner (306 PS). Vor allem im innerstädtischen Bereich unterstützt dabei das E-Aggregat das Sparprogramm mit Start-Stop-System und längere Gleitphasen.

Zur Harmonie der einzelnen Antriebselemente gesellt sich das geschmeidig arbeitende Siebengang-Automatikgetriebe (Serie). Insgesamt erweist sich der Hybrid als eine Luxuslimousine mit kultiviertem Antrieb. Agil und mit guter Rückmeldung versieht die Lenkung ihre Aufgaben. Möchte man und schöpft das volle Drehmoment von 370 Newtonmeter (Nm) aus, kann man bis zu Tempo 250 unterwegs sein oder innerhalb von null auf 100 Stundenkilometer in 6.8 Sekunden beschleunigen.

Der Mercedes S400 Hybrid ist kein Sparmodell, sondern durch und durch Luxusklasse. Wer trotzdem den Rechenstift anlegt, wird wohl eher einen adäquaten Diesel aus gleichem Stall in die engere Wahl ziehen. Andererseits schmückt sich der S400 mit zukunftsorientierter Technik und damit vielleicht auch seinen Käufer.

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