Mehrheit für Tempolimit auf Autobahnen

Von: amv
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Tempolimit
Die Autobahnabschnitte ohne Geschwindigkeitsbegrenzung in Deutschland bilden eine weltweile Besonderheit. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Bonn. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Autofahrerinnen und Autofahrer in Deutschland ist der Meinung, dass es hierzulande ein generelles Tempolimit auf Autobahnen geben sollte. Von den Befürwortern eines Tempolimits sprachen sich die meisten (59 Prozent) für Tempo 130 als verbindliche Vorgabe aus.

Dies ergab eine repräsentative Befragung, die im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) in Bonn im Juni diesen Jahres vom Marktforschungsinstitut Ipsos durchgeführt wurde. Befragt wurden 2000 Personen über 18 Jahren. Nur eine geringe Minderheit (ein Prozent) hat zu der Frage keine Meinung. Ebenfalls 52 Prozent aller Befragten gaben an, dass mit einem Tempolimit die Zahl der Verkehrstoten gesenkt werden könnte.

Die Ansichten von Männern und Frauen unterscheiden sich laut Umfrageergebnis erheblich: Bei den Frauen befürworten zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) ein Tempolimit - bei den Männern sind lediglich 38 Prozent dafür. Auffällig sind überdies die Unterschiede in den Altersgruppen: Während sich 67 Prozent der Autofahrerinnen und Autofahrer ab 55 Jahren für ein Tempolimit plädieren und 32 Prozent diese Frage mit Nein beantworten, sind bei den 18- bis 34-Jährigen nur 38 Prozent dafür, 61 Prozent dagegen.

Der DVR weist darauf hin, dass zu schnelles Fahren eine der Hauptunfallursachen darstellt und - auch auf Autobahnen - für zahlreiche schwere Unfälle ursächlich ist.

Im vergangenen Jahr 2016 sind 393 Menschen auf deutschen Autobahnen ums Leben gekommen.

Offiziell eingeführt wurde die Richtgeschwindigkeit in Deutschland im Jahr 1978. Kritisch wird ihr Überschreiten bei einem Unfall. Dann wird laut Rechtsprechung eine Mithaftung des schneller Fahrenden sehr wahrscheinlich. Hierzu hat der Bundesgerichtshof (BGH) schon 1992 festgestellt, dass man jenseits von Tempo 130 in haftungsrelevanter Weise die Gefahr vergrößert. Eine Mithaftung jenseits der Richtgeschwindigkeit ist also fast obligatorisch. Laut DVR kann eine erhebliche Überschreitung der Richtgeschwindigkeit bei einem Unfall als Teilschuld gewertet werden.

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