Mängelstatistik: Oldtimer werden gehegt und gepflegt

Von: Norbert Michulsky
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Die meisten Oldtimer sind trotz ihres Alters noch ganz gut in Schuss. Symbolfoto: Markus Scholz

Stuttgart. Die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) in Stuttgart hat Oldtimer und ihre Mängel der Altersgruppe 30 bis 40 Jahre unter die Lupe genommen. Fazit des Mängelreports für 2016: Die meisten Klassiker glänzen mit einem guten bis sehr guten technischen Zustand.

Derzeit sind auf Deutschlands Straßen rund 390.000 Pkw mit einem H-Kennzeichen zugelassen. Tendenz: steigend. Das H-Kennzeichen ziert nur solche Fahrzeuge, die mindestens 30 Jahre alt sind und nach einer amtlichen Prüfung (§ 23 StVZO) als „kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut“ anerkannt wurden. Insgesamt sind rund eine halbe Million Fahrzeuge mit einem Alter von über 30 Jahren mit und ohne H-Kennzeichen unterwegs.

Die Mehrzahl der alten Schätzchen ist durchweg gut in Schuss und häufig mit deutlich weniger technischen Mängeln unterwegs als viele jüngere Pkw. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die meisten Oldtimer mit H-Kennzeichen bei den technischen Mängeln im Durchschnitt auf dem Niveau der acht bis neun Jahre alten Pkw in der GTÜ-Mängelstatistik liegen.

„Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass die Besitzer von Oldtimern mit H-Kennzeichen ihren Fahrzeugen durchaus das zum Erhalt erforderliche Maß an Pflege und Wartung zukommen lassen. Ganz im Gegensatz zu den Haltern vieler im Alltag genutzter Autos“, schildert Klaus Reiting, stellvertretender Technischer Leiter der GTÜ, seine Erfahrungen.

Mehr als die Hälfte (53,7 Prozent) der Pkw mit H-Kennzeichen im Alter von 30 bis 40 Jahren erhalten bei der fälligen Hauptuntersuchung (HU) die neue Prüfplakette bereits im ersten Anlauf. Zum Vergleich: Bei Fahrzeugen im Alter von 20 bis 30 Jahren - den Youngtimern - fällt jedes Dritte (33,3 Prozent) bei der HU durch. Mit geringen Mängeln sind 29,1 der Klassiker unterwegs (Youngtimer 30,8 Prozent), der Anteil der erheblichen Mängel liegt bei den Oldtimern bei 17,2 Prozent (Youngtimer: 33,1 Prozent).

Ein Blick auf die Mängelquoten des Jahres 2016 macht die Unterschiede der einzelnen Altersklassen deutlich: Bei Pkw von sieben bis neun Jahren sind rund 33 Prozent der Fahrzeuge mit Mängeln unterwegs. Bei 10 bis 19 Jahren schnellen die Mängelzahlen rasant in die Höhe. Hier finden die Prüfingenieure der GTÜ bei rund 65 Prozent der Fahrzeuge Mängel. Bei den 20 bis 29 Jahre alten Pkw - den Youngtimern - ist der Zenit bereits überschritten, die Beanstandungen gehen wieder leicht zurück.

Hier weisen rund 60 Prozent der untersuchten Pkw Mängel auf. In der Altersklasse 30 bis 40 Jahre mit H-Kennzeichen sinkt die Zahl der Fahrzeuge mit Mängeln auf 46,3 Prozent. Der Anteil der erheblichen Mängel erreicht mit 17,2 Prozent ein absolutes Tief und liegt beim Mängelaufkommen auf dem Niveau der Pkw mit einem Alter von acht Jahren.

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