Köln - Lexus NX 300h F: Das Alternativangebot

Lexus NX 300h F: Das Alternativangebot

Von: amv
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Köln. Aus dem Kreis der Edel-SUV im Mittelklasseformat ragt der Lexus NX 300h heraus, zumindest optisch. Augenfällig scharf gezeichnete LED-Scheinwerfer, tiefe Sicken, jede Menge Ecken und Knicke dominieren die Frontansicht.

Dieses Konzept der scharfen Kanten zieht sich konsequent bis zum Heck und seinen herausstechenden Rückleuchten. Je nach Geschmack wird der optische Auftritt als mutig und futuristisch gelobt oder als Manga-Design abgekanzelt.

Technisch bleibt der Lexus konventionell im Sinne des Hauses. Während die Konkurrenz mit leistungsstarken und effizienten Diesel antritt, setzt Lexus auf sein markenspezifisches Hybridsystem mit einem Benzin- sowie zwei Elektromotoren und erreicht so eine Systemleistung von 197 PS. Je nach Fahrbahnbeschaffenheit wird der NX elektronisch geregelt zum Allradler.

Das Zusammenspiel der drei Antriebsquellen gestaltet sich höchst angenehm. Die jahrelange Erfahrung des Hauses Toyota/Lexus zeigt ihre Früchte. Entsprechend sind die Wechsel zwischen Verbrennungs- und E-Antrieb allenfalls akustisch wahrzunehmen. Das aus anderen Hybridmodellen des Konzerns bekannte Verhalten des stufenlosen Getriebes sorgt dafür, dass man die volle Leistung selten abruft und sich stattdessen lieber für ein moderates Vorwärtskommen entscheidet: bei sportlicher Fahrweise dreht der Benzinmotor sehr hoch. Das wirkt irritierend und sich naturgemäß auf den Verbrauch aus, der ja ein Kaufargument für den Zwillingsantrieb sein soll.

Innerorts und auf der Landstraße ist der Lexus NX in seinem Element. Der Bordcomputer meldet Verbräuche um sechs Liter. Andererseits steigt der Verbrauch bei Richttempo auf der Autobahn rasch auf rund neun Liter und es können durchaus mehr werden. Für den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 nennt Lexus 9,2 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 180 Kilometer pro Stunde (km/h/abgeriegelt). Auch diese Werte zeigen, der Lexus ist eher zum entspannten Cruisen konstruiert.

Durch den Hybridantrieb stehen vier Fahrmodi zur Verfügung: in der Normal-Stellung kümmert sich die Steuerung automatisch um die optimale Kraftverteilungs- und Ladestrategie. In der Stufe „Sport“ und „Sport+“ hält das System beispielsweise für Überholvorgänge sofort die maximale Antriebskraft bereit - in diesem Modus verwandelt sich das linke Instrument von der üblichen Effizienz-Anzeige in einen Drehzahlmesser. In der Stellung EV kann das Zuschalten des Verbrennungsmotors unterdrückt werden. Es geht rein elektrisch vorwärts, bis etwa Tempo 50 und je nach Sensibilität des Gasfußes einige Kilometer weit. Zudem werden in „ECO“ die Drosselklappensteuerung und andere Verbraucher auf eine möglichst ökologische Fahrweise getrimmt.

In seinem Fahrverhalten wirkt der Lexus locker und sicher. Wer mag, kann das adaptive Fahrwerk seinen Wünschen entsprechend sportlicher konfigurieren. Für die Sicherheit stehen Assistenten wie das Pre-Crash Safety-System, eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage, Spurhalte- und Totwinkelassistent parat. Als angenehme Hilfe erweist sich das farbige Head-Up-Display, welches neben den Fahrinformationen die jeweiligen Richtungshinweise des Navigationssystems vor die Augen des Fahrers auf die Windschutzscheibe projiziert.

Im Innenraum wird augenscheinlich, warum der Lexus-Käufer 58.100 Euro bezahlen soll. Eine hochwertige Verarbeitung und ein feiner Materialmix aus Leder, Holz und Metall wirken edel - soweit das Auge reicht. Kunststoffe, die nicht im direkten Blickfeld liegen, erweisen sich als hart und kratzempfindlich, etwa die unteren Türverkleidungen. Die in Stufen gestylte Mittelkonsole empfindet man mit den zahlreichen Tasten und Bedienungselementen zuerst als überladen. Doch die Grundfunktionen prägen sich rasch ein. Die Feinheiten des Infotainmentsystem allerdings muss man sich erarbeiten und bei so manchem Schalter erschließt sich eine ergonomische Logik nicht.

Vorne wie im Fond schafft ein angenehmes Raumgefühl Wohlfühlatmosphäre für vier Erwachsene, allerdings ist hinten aufgrund der Karosserielinie die Kopffreiheit limitiert. Das gilt ebenfalls für das Gepäckabteil mit seiner Ladehöhe von 64 Zentimetern. Der Familien-Labrador wird da knurren. Menschliche Missfallenslaute werden auch angesichts der hohen Ladekante (knapp 80 Zentimeter) hörbar. Insgesamt fasst das Ladeabteil 555 Liter, bei versenkter Rücksitzbank und dachhoch gestaut werden es 1600 Liter.

Der Lexus NX300h ist eine Alternative im Markt der Mittelklasse-SUV. Ob sich seine Anschaffung rechnet, kommt auf die individuellen Kriterien an. Am ehesten ist er ein Auto für jene, denen fahrdynamische Qualitäten eher egal sind, die ein ökologisches Ausrufezeichen setzen möchten und die nicht häufig große Distanzen überbrücken müssen. Auf der Autobahn bleibt der Hybrid-Antrieb gegenüber Dieselmodellen der Konkurrenz nur zweiter Sieger.

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