Frankfurt - Lancia Ypsilon: Ein Kleiner will mit Edelflair glänzen

Lancia Ypsilon: Ein Kleiner will mit Edelflair glänzen

Von: Sabine Neumann , dapd
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Der neue Lancia Ypsilon will mit Edelflair glänzen.

Frankfurt. Der Edel-Kleinwagen ist vor allem im eigenen Land beliebt: Gut 100.000 Verkäufe im Jahr in Italien sichern dem Lancia Ypsilon - und auch der Marke - noch immer einen festen Platz im Fiat-Konzern.

Um in anderen europäischen Ländern mal wieder zu punkten, setzt die vierte Generation nicht mehr allein auf Luxus und Glamour, sondern bringt praktische Werte ins Spiel.

Offensichtliches Merkmal der neuen Strategie ist, dass der komplett neue City-Flitzer nunmehr ausschließlich als Viertürer angeboten wird. Damit reagiert Lancia darauf, dass sich gut zwei Drittel aller Kunden in diesem Segment für diese Karosserievariante entscheiden. Schließlich macht es der direkte Zugang zur Rückbank wesentlich einfacher, den Nachwuchs im Kindersitz anzuschnallen oder die Einkaufstaschen zu verstauen.

Als designbewusste Italiener wollten die Gestalter jedoch nicht auf eine coupéhafte Seitenlinie verzichten. Also integrierten sie sehr geschickt die Griffe der rückwärtigen Türen in das sich nach hinten verjüngende Fenster. Man muss schon zweimal hinsehen, um die beiden hinteren Einstiege zu entdecken. Ein Kniff, der zusammen mit dem dominanten Kühlergrill an der Front und dem sehnigen Heck dem Ypsilon zu einem sehr selbstbewussten, modernen Auftritt verhilft.

Mit einer Gesamtlänge von 3,84 Metern ist der kleine Italiener sechs Zentimeter länger als der Vorgänger. Das beschert ihm ein um 30 auf nun 245 Liter vergrößertes Kofferraumvolumen. Dank eines 2,39 Meter langen Radstands und kompakter Konstruktionen, beispielsweise bei den Sitzen, haben aber auch alle vier Passagiere deutlich mehr Platz als ehedem. Für groß gewachsene Personen wird einzig die Kopffreiheit auf den hinteren Plätzen etwas knapp. Das sportlich geschnittene Gestühl ist bis auf die relativ kurzen Sitzflächen bequem.

Klavierlackoptik, seidenglänzende Materialien und chromglänzender Zierrat erzeugen im Innenraum eine durchaus elegante Atmosphäre und unterstreichen die Bemühungen Lancias, den Ypsilon in seiner Klasse zu etwas Besonderem zu machen. Gewöhnungsbedürftig sind die mittig auf dem Armaturenträger angebrachten Instrumente. Zum einen schützt die an eine Art Sonnensegel erinnernde Abdeckung nur bedingt vor intensivem Lichteinfall.

Das wird vor allem beim - aufpreispflichtigen - Panoramadach deutlich. Zum anderen muss man, um den Tacho abzulesen, den Blick von der Fahrrichtung abwenden. Der Sicherheit ist das nicht zuträglich.

Für den Antrieb stehen drei Aggregate zur Wahl. Einstiegsmotorisierung ist der 1,2-Liter-Benziner mit 69 PS (12.500 Euro). Die größte Nachfrage erwartet man bei Lancia für den 85 PS starken 0,9-Liter-Zweizylinder-Turbo (13.700 Euro), der auch im Fiat 500 seinen Dienst leistet. Abgesehen von dem etwas ungewöhnlichen Nähmaschinenklang kommt das Triebwerk mit den 965 Kilo des Ypsilon bestens zurecht.

Ausgesprochen munter und drehfreudig beschleunigt er das Wägelchen in 11,9 Sekunden von 0 auf 100. Bei Tempo 176 ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht (Werksangaben). 4,2 Liter nennt Lancia als Durchschnittsverbrauch laut Norm, das wäre ausgesprochen zurückhaltend. Noch bessere Papierwerte weist der 1,3-Liter-Commonrail-Diesel (95 PS/15.150 Euro) auf. Er soll mit 3,8 Litern auskommen. Den durchzugsstarken Selbstzünder kann man nach ersten Fahreindrücken angenehm schaltfaul durch den Stadtverkehr dirigieren. Hier wie auch auf der Landstraße lässt sich der Ypsilon handlich und agil fahren. Bei der Auslegung des Fahrwerks haben die Techniker eindeutig dem Komfort Vorrang eingeräumt.

Da in der Basisversion sowohl Klimaanlage als auch ein Radio fehlen, empfiehlt sich das zweite Ausstattungsniveau „Gold” zu einem Aufpreis von 1.450 Euro inklusive einer hochwertigeren Stoffkombination und elektrisch einstellbaren und beheizbaren Außenspiegeln. Insgesamt stehen 600 Möglichkeiten zur Wahl, dem kleinen Lancia ein individuelles Aussehen zu geben.

Während ein mit Swarovski-Steinen besetzter Schlüssel für 60 Euro zu den weniger praktischen Optionen gehört, schützt der Parkassistent namens „Magic Parking” vor teuren Parkremplern. Registrieren die Sensoren im Stoßfänger eine mindestens 4,60 Meter lange Lücke, dann kann das System die Lenkung übernehmen.

Der Fahrer braucht sich nur aufs Gasgeben und Bremsen zu konzentrieren und schon steht der Ypsilon exakt auf seinem Platz. Ob der dann künftig ebenso häufig in Hamburg, München oder Berlin zu finden ist wie bisher in Mailand, Rom oder Neapel, das wird sich zeigen.
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