Korrekter Druck beugt Reifenschäden vor

Von: amv
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Der korrekte Reifendruck spielt sowohl für die Sicherheit als auch für den Verschleiß der Reifen eine sehr große Rolle. Symbolbild: Colourbox

München. Reifenplatzer sind zwar sehr selten geworden, aber im Fall des Falles kann es zu einer unfallträchtigen Situation kommen. Um dem vorzubeugen, sollte man den Pneus möglichst regelmäßig etwas Aufmerksamkeit widmen, vor allem vor Antritt einer längeren Fahrt.

„Die inzwischen vorgeschriebene, elektronische Reifendruckkontrolle sollte nicht den kritischen Blick ersetzen und ältere Fahrzeuge verfügen ja auch noch nicht über dieses Hilfsmittel“, schildert Thomas Salzinger von TÜV Süd in München seine Erfahrungen. Der korrekte Reifendruck spielt sowohl für die Sicherheit als auch für den Verschleiß der Reifen eine sehr große Rolle.

Die Betriebsanleitung oder ein Aufkleber an der Innenseite von Tankklappe oder Tür nennen den vom Autohersteller festgelegten Fülldruck. „Weil fast alle Autos mit unterschiedlichen Reifengrößen gefahren werden dürfen, gibt es auch unterschiedliche Werte für die einzelnen Dimensionen“, gibt der TÜV Süd-Fachmann zu bedenken.

Deshalb sollte man sich die konkrete Reifengröße auf der Reifenflanke ansehen. Nur wenige Autohersteller geben den Druck physikalisch korrekt in der ungewohnten Einheit Kilopascal (kPa) an. Die Umrechnung in das gebräuchliche Bar ist allerdings simpel - 100 kPa entsprechen einem Bar.

Alle Reifendruckwerte gelten für kalte Pneus. Schon nach nur wenigen Kilometern erwärmen sich die Reifen. „Deshalb darf dann bei der Kontrolle keine Luft abgelassen werden, sondern es sollte eher ein etwas höherer Wert - etwa 0,2 Bar - als in der Herstellerempfehlung einkalkuliert werden“, rät Salzinger. Erfahrungsgemäß sind die Richtwerte der Autohersteller auf optimalen Fahrkomfort ausgelegt.

„0,2 bis 0,3 Bar mehr schaden keinesfalls und können den Spritverbrauch minimieren“, weiß der TÜV Süd-Fachmann: „Deutlich erhöhte Werte reduzieren allerdings die Fahreigenschaften und verschleißen die Reifen ungleichmäßig.“ Viele Hersteller geben mittlerweile bereits ohnehin auch zusätzlich eine Empfehlung für einen höheren „Eco“-Fülldruck an; diesen sollte man dann aber auch nicht überschreiten.

Für längere Fahrten auf der Autobahn ist ein im Vergleich zum Standardwert um etwa 0,3 Bar erhöhter Fülldruck empfehlenswert, und wer sein Auto stark belädt oder sämtliche Sitzplätze für eine längere Strecke ausnutzt, muss ebenfalls den Reifendruck gemäß den Vorgaben des Herstellers erhöhen. „Nach der Tour aber wieder auf Normaldruck absenken“, erinnert Salzinger und „die Ventilkappen nicht vergessen“. Sie dichten das Ventil zusätzlich ab und schützen vor Schmutz. Der kann die Funktion des Ventils stören, mithin Luftverlust verursachen.

Wenn der Wagen ab dem 1. November 2014 erstmals zugelassen wurde, muss er mit einem Reifendruckkontrollsystem (RDKS) ausgestattet sein. Bei einem direkten Kontrollsystem sind die Sensoren direkt an den Autoreifen befestigt und ermitteln so den Reifendruck sowie die Temperatur. Wie dem Fahrer die Daten mitgeteilt werden, unterscheidet sich von Auto zu Auto.

Einige Systeme leiten die Daten an ein Display im Cockpit weiter. Andere warnen nur, wenn es negative Veränderungen gibt. Indirekte Systeme nutzen bereits vorhandene Technik, etwa die Sensoren für Traktionskontrolle und ABS und ermitteln bei Abweichungen der Raddrehzahlen mögliche Druckunterschiede. Was ist zu tun, wenn sich das Überwachungssystem meldet?

Der TÜV Süd-Fachmann: „Bei indirekten Überwachungssystemen möglichst rasch an einer gefahrlosen Stelle anhalten und nachsehen.“ Hat kein Reifen sichtbar einen Platten, vorsichtig weiterfahren, bei nächster Gelegenheit den Luftdruck prüfen, bei Bedarf korrigieren und das System per Reset neu aktivieren. Bei direkten Systemen kann man sich den Druck anzeigen lassen und dann entsprechend handeln.

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