Köln - Kontaktverlust: Defekte Stoßdämpfer sind eine schleichende Gefahr

Kontaktverlust: Defekte Stoßdämpfer sind eine schleichende Gefahr

Von: Norbert Michulsky, dapd
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Köln. Stoßdämpfer sind für die Straßenlage von Autos und den sicheren Kontakt zur Fahrbahn von entscheidender Bedeutung. Hans-Ulrich Sander von TÜV Rheinland in Köln verweist darauf, was passiert, wenn sie ihren Dienst quittieren: „Bei Kurvenfahrten oder Ausweichmanövern bricht das Fahrzeug erheblich eher aus.

Der Bremsweg verlängert sich etwa ab Tempo 80 um zwei bis drei Meter, und der gefürchtete Aquaplaning-Effekt setzt viel früher ein. Außerdem verschleißen die Reifen schneller.” Auch die Funktionsfähigkeit elektronischer Fahrassistenzsysteme wie ABS (Antiblockiersystem), ASR (Antischlupfregelung) oder ESP (Elektronische Stabilitätskontrolle) wird durch mangelhafte Stoßdämpfer stark beeinträchtigt.

Allerdings: „Wer sein Fahrzeug regelmäßig warten lässt, wird erfahrungsgemäß keine Schwierigkeiten bekommen”, sagt Helmut Klein vom ADAC-Technikzentrum in Landsberg. „Schlechte oder defekte Stoßdämpfer werden in der Regel bei Werkstattinspektionen erkannt.” Im Klartext: Zusätzliche Prüfungen, die vielfach beworben werden samt damit verbundene Kosten kann man sich schenken.

Kommt ein Fahrzeug allerdings nicht regelmäßig in die Inspektion, merkt der Mensch am Steuer oftmals nicht, dass sich die Straßenlage seines Autos verschlechtert. Ein Nachwippen des Autos nach einer Bremsung oder einem Schlagloch kann ein erstes Anzeichen für abgenutzte oder beschädigte Stoßdämpfer sein.

„Im Sinn der eigenen Sicherheit sollte man in diesem Fall rasch einen Experten zurate ziehen”, rät Thomas Stix, Techniker beim österreichischen Autoclub ÖAMTC. Wer Schäden an den Stoßdämpfern vermute oder ungewöhnliche Geräusche höre, dem bringe ein kurzer Check Klarheit.

„Veranlasst man die Reparatur rechtzeitig, muss man keine hohe Rechnung fürchten. Ignoriert man defekte oder abgenutzte Stoßdämpfer jedoch, können Fahrwerk und Reifen in Mitleidenschaft gezogen werden”, und dann wird es erfahrungsgemäß teuer. „Autofahrer unterschätzen oftmals den Beitrag intakter Stoßdämpfer zur Verkehrssicherheit”, mahnt Stix.

Die Macht der Gewöhnung

Damit die sichere Bodenhaftung unter allen möglichen Fahrzuständen erhalten bleibt, bremsen Stoßdämpfer die durch Federn, Fahrstil und Fahrbahn entstehenden Schwingungen ab. Dazu wird - etwas vereinfacht dargestellt - im Kolbengehäuse des Dämpfers Öl durch genau definierte Öffnungen oder Ventile gepresst. Deshalb sprechen Techniker auch genau genommen von Schwingungsdämpfern.

Im Gegensatz zu einem defekten Scheinwerfer oder einem platten Reifen liegen sowohl Stoßdämpfer als auch andere technische Teile im Verborgenen, sind also nicht sofort sichtbar. Die Gefahr eines Schadens ist eine schleichende, denn die Wirkung von Stoßdämpfern lässt sukzessive nach und ist damit kaum spürbar. Es besteht das Risiko, dass sich der Lenker an das veränderte Fahrverhalten gewöhnt.

Erst mit Symptomen wie deutliches Schlingern in Kurven und weniger Bodenhaftung kommen die abgenutzten Dämpfer zum Tragen. „Mit einher geht auch eine Verlängerung des Bremswegs, was das Risiko von Auffahrunfällen deutlich erhöht”, warnt ÖAMTC-Techniker Stix.

Mit der Zeit verschleißen die Stoßdämpfer und können undicht werden. „Beschleunigt wird dieser Prozess durch eine unangepasste Fahrweise wie Beladung und Bodenunebenheiten”, sagt Stix und ergänzt: „Ein weiteres unangenehmes als auch gefährliches Resultat defekter Stoßdämpfer ist unter anderem das schnellere Auftreten von Aquaplaning”.

Um die Lebensdauer der Stoßdämpfer zu erhöhen, empfiehlt Helmut Klein vom ADAC-Technikzentrum eine „fahrzeugfreundliche Fahrweise”. Sofern es das Verkehrsaufkommen zulasse, sollte man Schlaglöchern ausweichen. Auch das Befahren holpriger Straßenbeläge wie Kopfsteinpflaster mit reduzierter Geschwindigkeit trage dazu bei, die Stoßdämpfer nicht übermäßig zu beanspruchen.
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