Kompakt-SUV für den gehobenen Anspruch

Von: amv
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Discovery Sport 2.0 TD4 HSE
Große Fensterflächen sowie das üppige Glasdach sorgen für ein großzügiges Raumgefühl: Landrover präsentiert den Discovery Sport. Foto: Land Rover

Kronberg. Modell um Modell legt der britische Geländewagenspezialist Land Rover sein rustikales Image ab. Zumindest optisch. Entsprechend präsentiert sich der Discovery Sport mit einer eleganten Silhouette samt ansteigender Seitenlinie und rückt in der Außenansicht nah an den Range Rover-Sport und Evoque heran.

Das sieht gekonnt aus, doch Manchem etwas zu rundgeschliffen, ohne jene Ecken und Kanten, die ehedem charakteristische Erkennungsmerkmale eines Land Rover-Modells waren. Geblieben sind die überragenden Geländeeigenschaften. So stößt der Mensch am Steuer jenseits befestigter Straßen wohl eher an die Grenzen seines fahrerischen Vermögens und seines Selbstvertrauens als der kompakte SUV.

Eine Bodenfreiheit von rund 21 Zentimetern, eine Wattiefe von 60 Zentimeter sowie eine unterstützende Elektronik mit vier Fahrprogrammen bis hin zu einem Wasserstandsmelder etwa für Fahrten durch Furten lassen den „Disco Sport“ selbst dort noch mobil sein, wo man zu Fuss nicht entlang möchte.

Andererseits gibt er auf Autobahnen den angenehmen Reisewagen. Lediglich auf Querfugen reagiert die Federung etwas ruppig. Großen Anteil an dem gelassenen Fahrcharakter hat der Vierzylinder-Diesel (150 PS). Sein früh anfallendes Drehmoment von 380 Newtonmeter (Nm) ermöglicht in Zusammenarbeit mit der weich eingreifenden Neungang-Automatik nicht nur niedrige Drehzahlen im Alltagsbetrieb, sondern ebenso akzeptable Verbrauchswerte.

Im automobilen Alltag sind es rund 8,5 Liter. Den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 absolviert der Sport in 8,9 Sekunden (Werksangaben); die Spitzengeschwindigkeit beträgt 188 Kilometer pro Stunde (km/h). Das Fahrwerk erweist sich als ebenso komfortabel wie sicher, jedoch - im Gegensatz zur Namengebung - nicht sportlich. Dem Sicherheitsgedanken folgend bietet der Disco einen eingesetzten Fußgänger-Airbag, der sich schützend über Windschutzscheibe und Rahmen aufplustert sowie einen Notbremsassistenten, der bis 35 km/h Differenzgeschwindigkeit Auffahrunfälle selbstständig vereitelt oder zumindest deren Folgen mildern soll.

Technisch fußt der Discovery Sport auf bekannter Basis und ein Radstand von 2,74 Meter sind die Ingredienzien für ein in dieser Fahrzeugklasse üppiges Raumangebot. Vorn sitzt man klassenüblich leicht erhöht auf recht bequem geschnittenen Sitzen. Rundum tut sich ein luftig-geschnittenes, durchdachtes wie aufgeräumtes Interieur auf, dass den Premiumcharakter des „Disco Sport“ unterstreicht.

Große Fensterflächen sowie das üppige Glasdach sorgen für ein großzügiges Raumgefühl. Ebenfalls keinen Anlass zu Klagen haben Fondpassagiere. Gegen einen Aufpreis können deren zwei weitere im Heck untergebracht werden, wobei Land Rover wahrheitsgetreu von einem 5+2-Sitzer spricht.

Längere Reisen tief im Fond sollte man Erwachsenen nicht zumuten. Gemessen bis zur Kofferraumabdeckung lassen sich 445 Liter und bis unter das Dach 695 Liter oder zwölf Getränkekisten stapeln. Klappt man die Rücksitzlehnen um, finden bis zur Fensterunterkante 770 und bis unters Dach 1530 Liter Platz. Die Heckklappe schwingt weit nach oben und bietet ausreichend Stehhöhe.

Diverse Ablagemöglichkeiten unterschiedlicher Dimension sowie Zwölf-Volt-Buchsen und USB-Anschlüsse komplettieren das Interieur. Die Zuordnung der diversen Schalter und Einstellmöglichkeit erfordert wenig Übung. Das gilt ebenso für das Navi-System mit SSD-Festplatte und einem 10,2“-Touchscreen, dessen Anzeigen bei widrigen Lichtverhältnissen schwer ablesbar sind.

Mit InControl Connect lassen sich Apps auf dem Touch-Bildschirm steuern und es sind Remote-Funktionen (drei Jahre ab Freischaltung) sowie ein Wi-Fi Hotspot (3G mit eingelegter Sim-Karte) möglich. Etwas spärlich fällt die Übersicht vom Fahrersitz auf das Geschehen hinter dem Fahrzeug aus. Parkpiepser, besser noch Heckkamera sind deshalb ein Muss.

Verzichten kann man getrost auf die Verkehrsschilderkennung, die nicht wirklich verlässliche Daten wiedergibt. Andererseits schlägt sich die Einsparung von 270 Euro nicht wirklich im Kaufpreis wieder. Schon der Basispreis liegt auf selbstbewusstem Niveau: 58.357 Euro. Mit diversen Annehmlich- und Nützlichkeiten aus der Optionsliste addieren sich rasch 70.000 Euro beisammen und die Bezeichnung „Sport“ dürften nur jene als adäquat empfinden, die ihr Sportgerät per Anhänger zum Einsatz schleppen.

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