München - Kindersitztest: Teuer nicht gleich gut

Kindersitztest: Teuer nicht gleich gut

Von: amv
Letzte Aktualisierung:
Kindersitz
Ein hoher Preis ist kein Garant für Qualität - das lässt sich aus dem aktuellen Kindersitztest ableiten. Foto: dpa

München. Qualität hat ihren Preis. Doch bei Kindersitzen scheint die Gleichung nicht unbedingt aufzugehen. „Generell lässt sich aus dem aktuellen Kindersitztest ableiten, dass ein hoher Preis kein Garant für Qualität ist“, gibt Bettina Hierath vom ADAC in München zu bedenken.

Auch günstigere Produkte seien im Ranking weit oben gelandet. Der Autoclub und die Stiftung Warentest hatten 27 Kindersitze unter die Lupe genommen. „Nur etwas mehr als die Hälfte konnten die Tester komplett überzeugen“, zieht Bettina Hierath Bilanz.

Zwei der untersuchten Sitze erreichten danach die Spitzen-Wertung „sehr gut“, zwölf Modelle wurden mit der Note „gut“ ausgezeichnet. Kritik gab es vor allem für die Babyschale Jane Strata & Strata Platform, die nur knapp am Urteil „mangelhaft“ vorbeischrammte. Hauptmangel: Ein deutlich zu langer Gurt, der ein neugeborenes Kind nicht sichern kann und das zu einem Preis von über 400 Euro.

Die bei Kindersitzen nur selten vergebene Note „sehr gut“ erhielten der Peg Perego Primo Viaggio SL & Isofix Base 0+1 und der Kiddy Phoenixfix Pro 2. Getestet wurden auch vier Sitze, mit denen Kinder über 13 Kilogramm entgegen der Fahrtrichtung gesichert werden können. Diese sind empfehlenswert für großgewachsene Kinder, die nicht mehr in eine Babyschale passen, aber dennoch besser rückwärtsgerichtet gesichert werden sollten. So können Verletzungen des empfindlichen Nackenbereiches bei einem Frontalaufprall vermieden werden.

„Gut“ sind zwei dieser vier getesteten Sitze: Cybex Sirona und Takata Midi & Isofix Base. Beide können wahlweise auch in Fahrtrichtung eingebaut werden. Wichtig: „Die Kleinsten müssen bei jeder Fahrt im Sitz richtig gesichert sein. Neben dem in der Bedienungsanleitung definierten korrekten Einbau ist besonders auf den richtigen Gurtverlauf zu achten“, sagt die Fachfrau. Jährlich verunglücken in Deutschland rund 10 400 Kinder als Mitfahrer im Auto. Auch 20 Jahre nach der Einführung der gesetzlichen Kindersicherungspflicht im Auto sind viele Kinder nicht korrekt angeschnallt. Das hat sich bei ADAC-Stichproben vor Kindergärten und Schulen bestätigt.

Grundsätzlich sind bei der Auswahl des richtigen Kindersitzes die Gewichts-, Alters, und Größenangaben des Herstellers unbedingt zu berücksichtigen. Bedien- und Montagefehler sind bei dem genormten Isofix-Steckbefestigungssystem nach einer Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) so gut wie ausgeschlossen und daher empfehlenswert. Allerdings ist nicht jeder Isofix-Sitz auch für jedes Auto geeignet. Deshalb sollte beim Kauf stets auf die entsprechende Fahrzeugfreigabe zu achten. Hinsichtlich der Schadstoffbelastung setzte sich der positive Trend der letzten ADAC Tests fort: Kein Sitz fiel bei diesem Kriterium durch. Erfreulich ist, dass sich der Bebecar Easymaxi ELS vom "mangelhaft" seines Vorgängermodells in dieser Disziplin auf Easymaxi EL „sehr gut“ verbessern konnte.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert