Kindersitze ohne Seitenwangen fallen im Test durch

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Genügend Halt geben: Autokindersitze sollten grundsätzlich eine Rückenlehne mit stabilen Seitenwangen haben, rät der ADAC. Andere Ausführungen bieten bei einem Seitenaufprall keinen ausreichenden Schutz. Foto: dpa

München. Beim Kauf eines Kindersitzes sollten Eltern darauf achten, dass er über stabile Seitenwagen verfügt. Das rät Andreas Ratzek vom ADAC Technik Zentrum in Landsberg. Der Autoclub hat gemeinsam mit der Stiftung Warentest 33 Autokindersitze getestet - 5 wurden als „mangelhaft” bewertet.

Davon fielen 3 für Kinder mit einem Körpergewicht zwischen 15 und 36 Kilogramm (Klasse II/III) durch, weil sie keine oder lediglich eine abnehmbare Rückenlehne mit Seitenwangen haben und daher bei einem Seitenaufprall keinen ausreichenden Schutz böten.

Der ADAC kritisiert schon seit Jahren, dass für die amtliche Zulassung von Kindersitzen nach der EU-Norm ECE-R 44-04 keine Seitencrashtests erforderlich sind. Dabei sei das Verletzungsrisiko bei einem Seitenaufprall deutlich höher als bei den häufigeren Frontalkollisionen, weil Autoflanken nur eine vergleichsweise geringe Knautschzone hätten.

Dass ein recht hoher Preis kein Garant für Qualität ist, zeigten zwei weitere Kindersitze, die im aktuellen Test „mangelhaft” waren: Ein 209 Euro teurer Sitz für Kinder mit einem Gewicht bis 18 Kilogramm (Klasse 0/I) und ein 269 Euro teures Modell für 9 bis 36 Kilogramm (Klasse I/II/III) boten beim Frontalcrash nicht ausreichend Rückhalt. Bei einem Modell lockerten sich die Sitzgurte, bei dem anderen löste sich die Befestigung. Die 33 getesteten Kindersitze kosten zwischen 55 und 350 Euro.

Neben den 5 durchgefallenen Modellen bekamen 17 die Note „Gut”, 10 ein „Befriedigend” und 1 ein „Ausreichend”. Getestet wurde auf Sicherheit, Bedienung und Ergonomie, Schadstoffbelastung sowie Verarbeitung und Reinigung. Erfreulich ist, dass 2 Modelle, die ADAC und Stiftung Warentest beim Kindersitztest im vergangenen Oktober wegen zu hoher Schadstoffbelastung mit „mangelhaft” bewertet hatten, nachgebessert wurden und nun kaum noch Schadstoffe aufweisen. Gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe machten diesmal bei keinem Sitz Probleme.

Der ADAC empfiehlt, vor der Anschaffung eines Kindersitzes nach Möglichkeit auszuprobieren, ob das gewünschte Modell überhaupt ins Auto passt und sich dort einfach und sicher befestigen lässt.
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