Kein Pardon bei Alkoholfahrt in der Karnevalszeit

Von: amv
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Alkoholtest
Ab einem Grenzwert von 1,6 Promille sieht die Fahrerlaubnisverordnung für erstmalig mit Alkohol im Straßenverkehr auffällig gewordene Autofahrer die Anordnung einer MPU vor.

Aachen . Am 11. im 11. beginnt in den Karnevalshochburgen die fünfte Jahreszeit aufs Neue. Erfahrungsgemäß setzen sich nach Karnevalssitzungen oder -partys so manche hinter das Steuer, um den Heimweg anzutreten. Mit mitunter fatalen Folgen.

Bezüglich der Unfallschwere belegt die Statistik, dass die Folgen von Unfällen unter Alkoholeinfluss überdurchschnittlich schwerwiegend sind. Eine persönliche Einschätzung der Fahrtüchtigkeit nach Alkoholgenuss ist nach Ansicht des Verkehrspsychologe Don DeVol vom TÜV Thüringen schlichtweg nicht möglich.

„Wenn die Party einmal im Gange ist, ist es mit den guten Vorsätzen schnell vorbei. Trinkmenge, Trinkgeschwindigkeit und Trinkdauer werden in der Regel falsch eingeschätzt, sodass Autofahrer ihren Promillewert auch nur schwer oder gar nicht abwägen können“, schildert DeVol seine Beobachtungen. „Wer weiß, dass er fahren muss, sollte daher gänzlich auf Alkohol verzichten“, rät der Verkehrspsychologe.
 
Alkohol spielt im Straßenverkehr als Unfallursache unverändert eine starke Rolle. „Bekannt ist, dass das Unfallrisiko ab einer Blutalkoholkonzentration von 1,1 Promille rund zehn Mal höher ist, als bei einem nüchternen Fahrer“, gibt DeVol zu bedenken. Zirka jedes 13. tödlich verunglückte Unfallopfer (7,4 Prozent der Getöteten) starb in Folge eines Alkoholunfalls auf Deutschlands Straßen, sagt die Verkehrsunfallstatistik 2015.

 
Laut aktuellen Zahlen der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) wurden im vergangenen Jahr 29,8 Prozent der medizinisch-psychologischen Untersuchungen (MPU) anlassbezogen aufgrund von erstmaliger Alkoholauffälligkeit angeordnet. Das sind knapp fünf Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Für erstmalig mit Alkohol im Straßenverkehr auffällig gewordene Autofahrer sieht die Fahrerlaubnisverordnung ab einem Grenzwert von 1,6 Promille die Anordnung einer MPU vor. Mit insgesamt fast der Hälfte (49 Prozent) der MPU-Gutachten bilden Alkohol-Fragestellungen nach wie vor die stärkste Anlassgruppe. 2015 führten die Träger der bundesdeutschen Begutachtungsstellen für Fahreignung (BfF) insgesamt 91.276 medizinisch-psychologische Untersuchungen durch.


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