Jeep Cherokee: Fürs Gelände und fürs Theater

Von: amv
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Jeep Cherokee
Der neue Jeep Cherokee ist sowohl fürs Gelände als auch für die Fahrt zum Theater geeignet. Foto: dpa

Balocco. Ein Jeep ist für die meisten Menschen wohl immer noch in erster Linie ein robustes, geländegängiges Auto. Er scheint geschaffen für Fahrten abseits der Straßen, wenn es im wahrsten Sinne des Wortes „über Stock und Stein“ gehen soll. Doch der Jeep ist längst mehr - für seinen Designer Bill Zheng taugt der neue Jeep Cherokee sowohl fürs Gelände als auch für die Fahrt zum Theater.

Seine gezügelte Wildheit komme in den Knicken und Brüchen auf vielen Außenflächen des Fahrzeugs zum Ausdruck. Zugleich sei er innen und außen sehr elegant gestaltet, argumentierte Zheng bei der Fahrzeugpräsentation auf dem Fiat-Testgelände im norditalienischen Balocco selbstbewusst.

Tatsächlich ist es den Entwicklungsingenieuren gelungen, einem Geländewagen gemäße Athletik, augenscheinliche Stabilität mit Eleganz sowie Aerodynamik zu verbinden. Doch die Kombination von Offroad- und Onroad-Erfordernissen zeigt sich nicht nur im Äußeren des in den Versionen Longitude und Limited 4,62 Meter langen, 1,86 Meter breiten und 1,67 Meter hohen Fahrzeugs.

Der neue Jeep Cherokee wird mit einem innovativen Vierradantriebssystem angeboten, das bei jedem Wetter und allen Bodenbeschaffenheiten für das bestmögliche Fahrergebnis sorgen soll. Erstmals laut dem Hersteller ist bei einem Mittelklasse-SUV der Hinterachsantrieb entkoppelt, solange kein Vierradantrieb benötigt wird. Ohne Zutun des Fahrers schaltet ein Steuerungssystem stufenlos zwischen Vierrad- und Frontantrieb, sobald seine Sensoren ihm den entsprechenden Bedarf signalisieren.

Die zeitweilige Abkopplung der Kardanwelle sorgt für weniger Kraftstoffverbrauch. Der etwas größere Gelände-Spezialist Trailhawk verfügt darüber hinaus über ein zweistufiges Transfergetriebe mit Geländeuntersetzung, Drehmomentmanagement sowie eine Hinterachs-Differenzialsperre für besondere Kletter-Eigenschaften bei geringen Geschwindigkeiten von 1,6 bis 8,5 Kilometern pro Stunde (km/h), ohne dass der Fahrer Gas- oder Bremspedal betätigt.

Auf dem Testgelände in Balocco wurden damit Steigungen von bis zu 70 Prozent sowie schwierigste Beton-Buckelpisten gemeistert, auf denen meist nur drei Räder gleichzeitig Bodenkontakt hatten. Die Antriebskraft wird von einem serienmäßigen Neungang-Automatikgetriebe portioniert. Wie die ersten Fahreindrücke bestätigten, sind die Schaltvorgänge extrem weich und praktisch nicht wahrnehmbar.

Die große Bandbreite von Übersetzungen ermöglicht nach Herstellerangaben optimale Fahrleistungen bei reduzierten Schadstoffemissionen und niedrigem Verbrauch. Sowohl in der Stadt als auch auf der Autobahn kann mit niedrigeren Drehzahlen gefahren werden. Bei den Testfahrten im kurvenreichen Alpenvorland fielen im Fahrzeuginneren tatsächlich weder Motorengeräuschen noch Vibrationen auf.

Der Jeep Cherokee wird in Deutschland in zwei Dieselmotor-Versionen und als Benziner angeboten. Der stärkere Dieselmotor (170 PS) arbeitet stets mit der Neungang-Automatik und Allradantrieb. Der Normverbrauch ist laut Hersteller gegenüber dem Vorgängermodell um 26 Prozent im kombinierten Verkehr gesenkt worden (5,8 l/100 km). Der alternative Dieselmotor (140 PS) ist an ein Sechsgang-Schaltgetriebe gekoppelt und kann mit Vorderrad- oder Vierradantrieb ausgestattet sein. In der Version mit Vorderradantrieb liegt der kombinierte Verbrauch bei 5,3 l/100 km, beim Vierradantrieb bei 5,6 l/100 km.

Der Benzinmotor leistet 272 PS bei einem kombinierten Verbrauch von zehn Litern je 100 Kilometer. Insgesamt besitzt der Jeep mehr als 70 passive und aktive Sicherheitseinrichtungen ein. Als neue Systeme nennt der Hersteller die Kollisionswarnung mit Aufprallvermeidung, den automatischen Einpark-Assistenten, die automatische Abstandsregelung, den Spurhalteassistenten, den Totwinkelwarner für den Seitenbereich und die Querbewegungserkennung.

Der mit hochwertigen Materialien ausgestattete Innenraum ist von Klarheit und Funktionalität bestimmt. Der Fahrer kann alle Instrumente leicht erkennen und bedienen, viele durch Schalter auf dem - beheizbaren - Lederlenkrad.. Einem in der Diagonale 17,8 Zentimeter messenden Farbbildschirm direkt hinter dem Lenkrad sind alle Basisinformationen zum Betriebszustand des Fahrzeugs zu entnehmen, wobei der Fahrer entscheidet, welche der 100 möglichen Anzeigen er sehen möchte: Geschwindigkeit, Verbrauch oder etwa Sicherheitswarnungen.

Ein leicht auch vom Beifahrer zu bedienender Touchscreen mit 21,3 cm Bildschirmdiagonale enthält die meisten Fahr- und Komfortinformationen sowie viele Bedienelemente wie Klimasteuerung, Navigations- und Audiofunktionen. Auf Wunsch wird die mittlere Armlehne zwischen den Vordersitzen mit einer Ablageschale als Dockingstation ausgerüstet, in der Smartphones kabellos aufgeladen werden können. Die mit Stoff oder Nappaleder bezogenen Vordersitze verfügen über Heizung und Lüftung.

Die Rücksitzbank ist im Verhältnis 60:40 geteilt und kann nach Bedarf vor- oder zurückgeschoben werden. Zudem sind ihre Rückenlehnen verstellbar. Die Lehne des Beifahrersitzes lässt sich flach nach vorn klappen, so dass sich eine größtmögliche Ladelänge bis zum Heck ergibt. Bei umgelegter Rückbank fasst der Kofferraum bis zu 1.267 Liter. Die Preise für den neuen Jeep Cherokee beginnen bei 34.800 Euro in der Version Longitude mit 140 PS, Frontantrieb und Sechsgang-Schaltgetriebe und reichen bis 48.000 Euro für den Limited oder den Trailhawk mit jeweils 272 PS, Allradantrieb und Neungang-Automatikgetriebe. Sämtliche Jeep Cherokee werden in Toledo (US-Bundesstaat Ohio) gefertigt.

In Deutschland wurden vom Vorgängermodell im vergangenen Jahr 6.899 Einheiten verkauft. Beim neuen Jeep Cherokee strebt der Hersteller für dieses Jahr mehr als 10.000 Verkäufe an - nicht nur angesichts des Verkaufsbeginns im April ein ehrgeiziges Ziel.

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