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Jeder zweite Autofahrer telefoniert trotz Verbot

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Telefonieren hinter dem Steuer ohne die vorgeschriebene Freisprecheinrichtung wird auch mehr als zehn Jahre nach Einführung der gesetzlichen Regelung von vielen offenbar immer noch als Kavaliersdelikt gesehen. Foto: dapd

Düsseldorf. Telefonieren hinter dem Steuer ohne die vorgeschriebene Freisprecheinrichtung wird auch mehr als zehn Jahre nach Einführung der gesetzlichen Regelung von vielen offenbar immer noch als Kavaliersdelikt gesehen.

Fast jeder zweite Autofahrer (48 Prozent) benutzt das Mobiltelefon während der Fahrt. Viele davon „aus Neugier” oder „weil es wichtig ist”. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von TNS Infratest und E-Plus Gruppe in Düsseldorf unter mehr als 800 Autofahrern.

Unterschiede gibt es laut der Umfrage zwischen den Geschlechtern: Frauen greifen deutlich seltener (41 Prozent) zum mobilen Begleiter, bei Männern kann mehr als jeder zweite Fahrer (55 Prozent) es nicht lassen. Besonders Verkehrsteilnehmer unter 40 Jahren reizt der Griff zum Handy.

Damit jedoch verhält man sich verkehrswidrig - und gefährlich: Laut Studien reagieren Autofahrer mit Telefon am Ohr langsamer, brauchen längere Bremswege und schätzen Situationen falsch ein. Wer am Steuer sein Mobiltelefon benutzt und dabei erwischt wird, zahlt 40 Euro und erhöht den Kontostand in Flensburg um einen Punkt.

In Deutschland kommt man vergleichsweise billig davon

Die Rechtslage ist eindeutig: „Solange der Motor läuft - das Fahrzeug also sofort in Bewegung gesetzt werden kann - ist Telefonieren ebenso wie jede anderweitige Nutzung von Handyfunktionen verboten”, erläutert der auf Verkehrsrecht spezialisierte Rechtsanwalt Michael Winter aus Kornwestheim. Bei Wiederholungstätern kennen Behörden und Gerichte oftmals keine Gnade. Hohe Bußgelder, die ein Vielfaches der 40 Euro ausmachen, sind keine Seltenheit.

Dabei sind in Deutschland die Sanktionen noch vergleichsweise moderat. In anderen europäischen Ländern drohen weitaus höhere Bußgelder, etwa in Italien 155 Euro, in den Niederlanden 140 Euro und in Österreich immerhin noch 50 Euro.
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