Im Wald Fuß vom Gas

Von: amv
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Wildwechsel Achtung ADAC Symbol Symbolfoto Symbolbild: Bernd Wüstneck/dpa Wild Wildunfall Unfall
Die meisten Wildunfälle passieren in diesen Tagen. Foto: dpa

Köln. Tag für Tag werden den Autoversicherern durchschnittlich 650 Wildunfälle gemeldet. Die insgesamt 238.000 Pkw-Unfälle mit Rehen, Wildschweinen und anderem Wild verursachten im vergangenen Jahr einen Schaden von 575 Millionen Euro.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der gemeldeten Wildunfälle zwar leicht gesunken (minus 4 Prozent), die Gesamtkosten stiegen um zwei Prozent. Im Durchschnitt kostete ein Wildschaden die Versicherer mehr als 2400 Euro (plus sechs Prozent).

Die meisten Wildunfälle passieren in diesen Tagen. „Herbstzeit gleich Unfallzeit - vor allem in den frühen Morgenstunden und der Abenddämmerung“, weiß Hans-Ulrich Sander, Kraftfahrtexperte von TÜV Rheinland in Köln. Besonders nach Wildwechsel-Schildern gilt: langsam fahren und die Fahrbahnränder aufmerksam beobachten.

„Befinden sich Tiere bereits am Straßenrand oder auf der Fahrbahn, heißt es vorsichtig bremsen, abblenden und hupen. Außerdem sollten Autofahrer stets mit mehreren Tieren aus einem Rudel sowie mit Nachzüglern rechnen“, erklärt Sander.

Zudem steigt erfahrungsgemäß nach der Zeitumstellung die Wildunfallgefahr. „Jetzt fällt der Berufsverkehr in die Dämmerung und damit in die aktive Zeit von Rehen, Hirschen und Wildschweinen. Autofahrer sollten jetzt besonders achtsam fahren sollten“, gibt Torsten Reinwald vom Deutschen Jagdverband (DJV) in Berlin zu bedenken. Der Grund: Um Fressfeinde zu meiden, geht Wild meist in der Dämmerung auf Futtersuche und kommt deshalb in den kommenden Wochen vermehrt dem abendlichen Berufsverkehr in die Quere. TÜV und der DJV raten Autofahrern, auf gefährdeten Strecken besonders vorsichtig und stets bremsbereit zu sein. Dies gilt insbesondere an Waldrändern und unübersichtlichen Feldern.

Bei einem Unfall beträgt das Aufprallgewicht eines Körpers bereits ein Vielfaches des Eigengewichts. Beispiel: Schon bei 60 Kilometer pro Stunde (km/h) entwickelt ein Rehbock mit etwa 17 Kilogramm ein Aufprallgewicht von rund 800 Kilogramm. Das entspricht in etwa dem Gewicht einer ausgewachsenen Kuh. Trotzdem gilt: Auf keinen Fall versuchen, dem Wild auszuweichen, wenn das Risiko besteht, den Gegenverkehr zu gefährden, im Straßengraben zu landen oder gegen einen Baum zu prallen.

Autofahrer müssen einen Wildunfall nach dem Sichern der Gefahrenstelle sofort der nächsten Polizei- oder Forstdienststelle melden. Nur mit einer schriftlichen Bestätigung der zuständigen Behörde leisten die Versicherungen Schadensersatz. Auch ein Foto der Unfallstelle hilft, Ansprüche zu untermauern.

Schäden am eigenen Fahrzeug, die durch Haarwild - wie Rehe und Wildschweine - verursacht werden, begleicht die Teilkaskoversicherung. Einige Versicherer haben ihren Schutz auf alle Wirbeltiere ausgeweitet. Da in der Vollkaskoversicherung jeder Unfallschaden versichert ist, reguliert diese Versicherung ebenfalls Schäden nach einem Wildunfall. Für eine schnelle Schadenbearbeitung ist vor allem die Wildbescheinigung des Försters oder Jagdpächters wichtig. Wurde bei einer Kollision ein Tier verletzt oder getötet, dieses möglichst nicht anfassen. „Wer dennoch einen Marder oder Fuchs berührt, sollte unbedingt Schutzhandschuhe tragen. Nur so ist gewährleistet, dass sich Tollwut oder Fuchsbandwurm nicht übertragen“, betont TÜV Rheinland-Fachmann Sander.

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