Im Sommer nicht auf Winterreifen fahren

Von: amv
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Reifen Reifenwechsel
Autoreifen sollten entsprechend der Jahreszeiten gewählt werden. Symbolbild: dpa

München. „Winterreifen stellen im Sommer ein deutliches Sicherheitsrisiko dar“, warnt Thomas Salzinger, Teamleiter Reifen beim TÜV Süd in München. Bei einem Reifenvergleich für die August-Ausgabe der Schweizer „auto-illustrierte“ kam ein sommerbereifter VW Golf aus Tempo 100 nach 34,9 Metern zum Stehen - ein mit Winterreifen ausgestattete erst nach bedenklichen 45,9 Metern.

Das bedeutet: Wenn das Auto mit Sommerreifen schon steht, hat das mit Winterpneus noch eine Restgeschwindigkeit von fast 50 Kilometer pro Stunde (km/h). Das Problem: Nach Beobachtungen der TÜV-Fachleute gehen immer mehr Autofahrer aus vermeintlicher Sparsamkeit oder Bequemlichkeit dazu über, Winterreifen auch in den warmen Jahreszeiten zu fahren.

Außer Sommer- und Winterreifen verglich das Schweizer Fachmagazin in Zusammenarbeit mit TÜV Süd als Alternative einen Ganzjahresreifen. Alle Pneus stammten vom Hersteller Goodyear. „Bei anderen Markenanbietern sind allerdings ähnliche Ergebnisse der Reifentests zu erwarten“, sagt Vincenzo Luca von TÜV Süd. Gefahren wurde mit einem VW Golf 2.0 TDI im südfranzösischen Mireval bei hochsommerlichen Temperaturen.

Die Versuche wurden entsprechend der gängigen Teststandards der Industrie durchgeführt. Untersucht wurden dabei sicherheitsrelevante Anforderungen wie Nassbremsen aus 80 km/h, Trockenbremsen aus 100 km/h, Kreisfahrt auf Nässe, Längs-Aquaplaning sowie Handling trocken.

Der Winterreifen konnte lediglich im Prüfkriterium Längs-Aquaplaning punkten. Dank einer guten Wasserverdrängung schwamm er erst bei einer Geschwindigkeit von rund 81 km/h auf, gefolgt vom Sommer- (78 km/h) und Allwetterpneu (75 km/h).

Bei allen andern Prüfpunkten dagegen war der Sommerreifen den beiden anderen Probanden überlegen. Besonders deutlich fielen die Unterschiede beim Trockenbremsen aus 100 km/h aus. Nicht ganz so gravierend waren die Ergebnisse bei den anderen Kriterien. „Aber stets lautete die Reihenfolge, ersten Sommerreifen, zweitens Ganzjahresreifen, drittens Winterreifen“, betont Reifenfachmann Salzinger.

Wer im Sommer mit Winterreifen fahre, handele „leichtsinnig und kurzsichtig“. Zudem verschleißen die meist teureren Winterreifen in der warmen Jahreszeit deutlich schneller. Wer sicher unterwegs sein will, sollte daher immer den saisonal geeigneten Reifen aufziehen. „Der Ganzjahresreifen stellt eigentlich nur für Fahrer mit wenig Kilometerleistung bei geringen Geschwindigkeiten, wie zum Beispiel in der Stadt, eine überlegenswerte Alternative dar“, fasst Salzinger seine Erfahrungen zusammen.

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