Stuttgart - Im hohen Alter steigen die Risiken

Im hohen Alter steigen die Risiken

Von: amv
Letzte Aktualisierung:
Autofahren im Alter Senioren
Ab dem 70. Geburtstag erhöht sich das Unfallrisiko wieder deutlich. Foto: dpa

Stuttgart. Die Unfallstatistik biegt sich wie ein U. Zwischen dem 18. und 25. Lebensjahr führen die jungen Autofahrer die Bilanz an. Dann wird es ruhiger. Doch ab dem 70. Geburtstag erhöht sich das Unfallrisiko wieder deutlich. Laut dem Statistischen Bundesamt waren in Deutschland im Jahr 2011 über 75 Jahre alte Autofahrer zu 76 Prozent die Verursacher, wenn sie in einen Unfall verwickelt waren.

Damit liegen sie noch über dem Niveau der Hochrisikogruppe der 18- bis 20-jährigen Fahranfänger (71 Prozent).

„Die individuelle Mobilität ist auch im Alter ein Grundbedürfnis und eine Frage der Lebensqualität. Sie zu erhalten ist daher besonders wichtig - allerdings, ohne dass dabei die allgemeine Verkehrssicherheit beeinträchtigt wird“, fordert Jörg Ahlgrimm, Leiter der Unfallanalyse bei Dekra in Stuttgart, angesichts der Zahlen: „Tatsache ist, dass die Unfallbeteiligung bei über 75-jährigen Fahrern stark ansteigt. Hier besteht Handlungsbedarf, zumal ein immer größerer Anteil der Bevölkerung dieses Alter erreichen wird.“

Nur, was geschehen sollte, darüber gibt es offenkundig weder in der Politik, noch unter Fachleuten eine Übereinkunft. In vielen Ländern sind beispielsweise Seh- und Hörtest längst Pflicht.. In den benachbarten Niederlanden müssen Senioren alle fünf Jahre zum Gesundheitscheck, in England und Schweden sogar alle zwei Jahre. In Spanien sind schon für 45-Jährige Seh- und Hörtests obligatorisch. Hierzulande gibt es bislang nur Apelle, sich freiwillig auf seine Fahrtauglichkeit hin untersuchen zu lassen.

Möglichkeiten zum freiwilligen Check gibt es genug. So hat beispielsweise die Bundesanstalt für Straßenwesen auf ihrer Website (www.bast.de) unter dem Stichwort „Begutachtungsstellen für Fahreignung solche Prüfstationen geordnet nach Postleitzahlen zusammengestellt. Das Tückische an der nachlassenden Fahrtauglichkeit im Alter: sie erfolgt schleichend. Kfz-Versicherer haben sich auf das zunehmende Problem längst eingestellt und so zahlen Senioren oftmals mehr. Nicht selten muss ein 85-Jähriger doppelt so viel für seine Jahrespolice ausgeben wie ein 60-jähriger Fahrer.

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