Hyundai Tucson 2.0 CRDi: Viel Platz und ausgewogenes Fahrverhalten

Von: Sabine Neumann
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Ein richtiger Alleskönner. Der Hyundai Tuscon glänzt mit viel Platz und gutem Fahrverhalten. Foto: Hyundai/dpa

Offenbach. Zur Begrüßung Musik. Aktiviert man im Hyundai Tucson 2.0 CRDi die Zündung, dann stimmt eine harmonische Melodie auf die Fahrt ein. Das ist zwar irgendwie Spielerei. Doch die Töne passen gut zu einem fein abgestimmten Fahrzeug, das nur wenig Anlass für Misstöne gibt.

So sind Allradantrieb und Automatik in Kombination mit 1,8 Tonnen Leergewicht und einem 185 PS-starken Zweiliter-Diesel sicher nicht die besten Voraussetzungen, um Stopps an der Tankstelle zu reduzieren. Dazu ist etwa das maximale Drehmoment von 400 Newtonmetern zwischen 1750 und 2750 Umdrehungen - laufruhig und geschmeidig entfaltet - schlichtweg zu verführerisch. Auf der Landstraße oder auch der Autobahn wird das Gaspedal häufig unter mehr Druck gesetzt als eigentlich notwendig wäre - weil es einfach Spaß macht.

In 9,5 Sekunden ist die Tempo-100-Marke erreicht (Werksangabe). Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 201 Kilometer pro Stunde (km/h) angegeben. Im Stadtbetrieb fehlt eine Start-Stopp-Automatik, um den Geldbeutel ein wenig zu schonen. Und so sind auf dem Bordcomputer nach einem Mix aus inner- und außerstädtischen Fahrten 9,7 Liter abzulesen. Mit etwas mehr Zurückhaltung lässt sich dieser Wert wohl um einen Liter senken. Hyundai selbst gibt 6,5 Liter als Normverbrauch an.

Gut abgestimmt zeigt sich das Fahrwerk. Nur geringe Wankbewegungen stören die Fahrt des Allradlers auf kurvenreichen Strecken. Kurze Bodenwellen führen zu leichten Vibrationen im Lenkrad. Ebenso sind Kanaldeckel im Innenraum deutlich wahrnehmbar. Möglicherweise tragen dazu die 19-Zoll-Leichtmetallfelgen mit ihrer niedrigen Seitenwand (Serie Premium-Version) bei. Im Großen und Ganzen werden Unebenheiten aber gut weggefiltert, selbst dann noch, wenn Federn und Dämpfer auf Knopfdruck in eine sportlichere Variante wechseln. Dann gibt zudem die bis dahin etwas weich wirkende Lenkung eine gute Rückmeldung.

Der Radstand des Tucson von 2,67 Metern kommt den Insassen zugute. Auf allen Plätzen haben sie viel Knie-, Ellbogen- und Kopffreiheit. Die ergonomisch geformten Vordersitze sind in der Premium-Ausstattung elektrisch verstellbar. Leider lässt sich die Lendenwirbelsäulenstütze nur in der Intensität, nicht aber in der Höhe einstellen. Die optionale Lederpolsterung (1600 Euro) beinhaltet eine Belüftung der Sitze in drei Stufen.

Das in Länge und Höhe einstellbare Lenkrad sowie eine längsverschiebbare Mittelarmlehne lassen jeden Fahrer eine gute Position finden. In der zweiten Reihe dürfen sich die Passagiere über eine in zehn Stufen einstellbare Neigung der Rückenlehne freuen. Das ermöglicht auf diesen Plätzen eine angenehme und variable Reiseposition.

Im Armaturenbrett sind Funktionen wie die Audio- oder Navigationseinstellung in einer bedienungsfreundlichen Reichweite. Große Direktwahltasten auf dem übersichtlichen Touchscreen gewährleisten selbst während der Fahrt eine einfache und damit sichere Bedienung. Die Menüs erweisen sich als logisch aufgebaut. Der Bildschirm regiert wie man es vom Smartphone gewöhnt ist: sensibel und ohne Verzögerung. Alternativ kann man auch mit Hilfe der Tasten am Lenkrad Radio oder Fahrzeugfunktionen einstellen. Allerdings ist es dann weitaus verschachtelter und damit komplizierter.

Auf einen Blick lassen sich indessen die großen, klar gezeichneten und gut beleuchteten Rundinstrumente ablesen. Die klare Formensprache und wertig wirkende Materialien unterstreichen den positiven Gesamteindruck. In einem großen, tiefen Fach unter der Mittelarmlehne oder der geräumigen Ablage unter dem Wählhebel kommen Handy, Schlüssel oder anderer Kleinkram gut unter. Die Türablagen sind relativ schmal, so dass sich eine 1,5-Liter-Flasche nicht darin unterbringen lässt.

Umso mehr Stauraum bietet der Kofferraum hinter der elektrisch zu bedienenden Klappe. Selbst bei voller Bestuhlung bietet der Tucson hier 513 Liter Volumen. Klappt man die Lehnen der Rücksitzbank um, dann erweitert sich das Platzangebot im Gepäckabteil auf maximal 1503 Liter. Eine Ladekante in angenehmer Höhe sowie ein höhenverstellbarere Ladeboden machen ein rückenschonendes Beladen möglich. Gut überlegt ist auch das Fach im Boden für die Gepäckraumabdeckung, wenn diese nicht benötigt wird.

Rundum sicher kann man sich aufgrund der zahlreichen Fahrer-Assistenzsysteme fühlen. So gehört der Spurhalteassistent inklusive Lenkeingriff ebenso zum Premium-Paket wie die Verkehrszeichenerkennung. Gegen 1000 Euro erhält man zudem Tot-Winkel-Warner, die Querverkehrerkennung für das rückwärtige Ausparken, einen Kollisionswarner sowie ein Notbremssystem samt Fußgängererkennung. Letzteres leitet bei einer drohenden Kollision mit einem anderen Fahrzeug bis Tempo 180 eine Vollbremsung ein.

Mit elektrisch verstellbaren Außenspiegeln, Berganfahrassistent, LED-Tagfahrlicht, Abbiegelicht, Licht- und Regensensor und schlüssellosem Zugang sowie Reifendruckkontrollsystem, Geschwindigkeitsbegrenzer, Klimaautomatik und Radio-Navigationssystem bietet die Premium-Version jede Menge Komfort.

Der Preis für den so ausgestatteten Tucson lässt allerdings auch die Kasse klingen. Hyundai ruft als Basispreis 37.900 Euro auf. Der Testwagen schlägt mit 43.540 Euro auf dem Konto zu Buche.

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