Frankfurt - Hyundai Ioniq Hybrid Style: Etwas Umdenken gefordert

Hyundai Ioniq Hybrid Style: Etwas Umdenken gefordert

Von: Sabine Neumann/amv
Letzte Aktualisierung:
Hyundai Ioniq
Wenig vorteilhaft ist die Querspange, die die Heckscheibe horizontal teilt. Dadurch wird der Blick nach hinten doch mächtig eingeschränkt. Klappt man die riesige Heckklappe indessen auf, dann kann von Einschränkung nicht mehr die Rede sein.

Frankfurt. Elektrisch Fahren und doch nicht an die Steckdose müssen, weitere Strecken unterwegs sein, ohne allzu viel Benzin zu verbrauchen. Mit dem Hyundai Ioniq ist das prinzipiell machbar. Mit der Bereitschaft, an der einen oder anderen Stelle etwas umzudenken, funktioniert die Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor in dem familienfreundlichen Kompaktwagen gut.

„Umdenken“ bedeutet für die Kombination aus einem 105 PS starken 1,6-Liter-Benziner mit einer Elektromaschine mit 43,5 PS jedoch keineswegs Verzicht. Vielmehr geht es darum, sich auf die spezifischen Fähigkeiten dieser Antriebskombination einzulassen. Sprich, mit sanftem Druck aufs Gaspedal zu gehen, den Wagen vorausschauend vor roten Ampeln oder dem nahenden Stau ausrollen zu lassen oder bei Abwärtsstrecken den Fuß nahezu vollständig vom rechten Pedal zu nehmen.

Schließlich wird in all diesen Situationen per Rekuperation der unter der Rücksitzbank untergebrachte Lithium-Polymer-Akku (Speicherkapazität 1,56 Kilowattstunden) wieder geladen.

Kraft, die der Hybrid dann nutzt, um rein elektrisch dahinzurollen. Ruft man die Gesamtleistung von 141 PS, die von einem Doppelkupplungsgetriebe auf die Vorderachse übertragen wird, kraftvoller ab, dann überzeugt der Antrieb vor allem im Antritt und beim Durchzug. Der sich beim Beschleunigen automatisch zuschaltende Benziner setzt den Vortrieb sowohl ohne Zugkraftunterbrechung als auch ohne allzu laute Arbeitsgeräusche fort.

Das Systemdrehmoment liegt bei 265 Newtonmetern. Der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 gelingt laut Hyundai in 10,8 Sekunden. In der Stadt und auf der Landstraße bringt das durchaus Fahrfreude. Erst jenseits von Tempo 170 wird es etwas mühsamer mit der Beschleunigung. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 185 Kilometern pro Stunde (km/h) erreicht.

Bewegt man sich allerdings häufiger in diesen Bereichen, dann reduziert sich die bei vollem Tank und voller Batterie angegebene Reichweite von mehr als 850 Kilometern ganz fix und der Verbrauch schnellt in die Höhe. Während man bei zurückhaltender Fahrt mit kleinen Zwischensprints mit fünf Litern auskommt, sind es bei sehr aktivem Gasfuß schnell mal 7,5 Liter, wie der Bordcomputer anzeigt. Den Normverbrauch gibt Hyundai in Kombination mit 3,9 Litern an. Es empfiehlt sich also, das Ziel mit Gelassenheit anzusteuern, soll der Wert auch nur annähernd erreicht werden.

Gelassenheit passt überdies gut zur Abstimmung des Fahrwerks. Dabei haben die Techniker klar dem Komfort den Vorzug gegeben. Wirklich flotte Kurvenfahrten mag der Ioniq nicht so gern.  Für die müsste auch die Lenkung deutlich direkter sein. Im normalen Alltag ist das aber alles nicht wirklich störend. Ein Fahrzeug dieser Art soll schließlich für möglichst sparsame und bequeme Mobilität im Alltag sorgen. 

Dafür spricht ebenfalls das gute Raumgefühl an Bord. Alle Insassen haben ausreichend Kopf-, Knie- und Ellbogenfreiheit. Für den Fahrer ist die Armaturentafel ausreichend übersichtlich gestaltet. Alle Instrumente liegen da, wo man sie erwartet. Informationen wie Navigation, Audiosystem oder fahrzeugbezogene Daten lassen sich leicht am sieben Zoll großen Touchscreen ablesen. Besonderen Wert hat der koreanische Hersteller zudem auf eine ebenso ansehnliche wie umweltverträgliche Ausstattung gelegt.

So bestehen beispielsweise die Türinnenverkleidungen zum Teil aus recyceltem Kunststoff, pulverisiertem Holz und Vulkangestein. Selbst die Farbe auf dem Bedienfeld der elektrischen Fensterheber besteht zu mehr als 13 Prozent aus biologischen Substanzen wie Pflanzenöl.

Wenig vorteilhaft ist die Querspange, die die Heckscheibe horizontal teilt. Dadurch wird der Blick nach hinten doch mächtig eingeschränkt. Klappt man die riesige Heckklappe indessen auf, dann kann von Einschränkung nicht mehr die Rede sein. Der Kofferraum bietet mit 443 Litern ausreichend Platz für das Reisegepäck von vier Personen. Wenn die Ladekante etwas niedriger ausgefallen wäre, könnte das Be- und Entladen auch etwas rückenfreundlicher ausfallen.

Umfassend und großzügig fällt die Sicherheits- und Serienausstattung des Ioniq aus. So ist ein autonomer Notbremsassistent mit Fußgängererkennung bereits an Bord. Eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Abstandsregelung, ein Spurhalteassistent sowie sieben Airbags sind weitere Komponenten der Serienausstattung.

Mit Annehmlichkeiten wie Regensensor, Lenkrad- und Sitzheizung oder auf Knopfdruck anklappbaren Außenspiegeln wartet die Style-Version (Testwagenpreis: 27.750 Euro) auf. In der ist auch der so genannten „Eco-Driving-Assistent“ enthalten. Bei aktivierter Routenführung analysiert der den Streckenverlauf und gibt Empfehlungen über Sparpotentiale - immer mit dem Ziel, möglichst viel elektrisch und möglichst sparsam unterwegs zu sein.

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