Honda HR-V: Für den Großstadtdschungel

Von: amv
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Frankfurt. HR-V? War das nicht dieser kastige Kombi von Honda? Die Erinnerung täuscht nicht. Bis 2005 gehörte ein Modell mit dieser Bezeichnung schon einmal zum Produkt-Portfolio des japanischen Herstellers.

Mit dem damaligen Fahrzeug hat allerdings der Nachfolger nichts mehr gemein. Nun trägt ein kleiner, schnittiger SUV diese Buchstabenkombination. Klein ist auch insofern korrekt, da sich der HR-V die Plattform mit dem nur 3,99 langen Honda Jazz teilt. Doch mit 28 Zentimetern mehr Außenlänge, 1,60 Metern Höhe und zwei Metern Breite ordnet er sich in die Reihe kleiner SUV à la Opel Mokka, Mazda CX3 oder Nissan Juke ein. Und weiß sich dort gut zu behaupten.

Die Front bullig, muskulös. Die Seitenführung mit der leicht abfallenden Dachlinie und den versteckten Griffen der hinteren Türen hingegen eher elegant und dynamisch. Genau die richtige Mischung, um vor allem im urbanen Umfeld zu punkten.

Spätestens nach dem Einsteigen - dank der erhöhten Sitzposition und nicht zu breiter Schweller mühelos und angenehm ergonomisch - ist man vollends im 21. Jahrhundert angekommen. Dazu tragen vor allem die sehr modern gezeichneten Instrumente bei. Die Designer haben hier auf alles Überflüssige verzichtet. So schlicht schwarz mit dezenten Chromringen die Form ist, so klar und schnörkellos sind die Anzeigen, die erst nach dem Starten des Motors aufleuchten.

Ist der Eco-Modus aktiviert, taucht im Cockpit rund um den Tacho ein grüner Ring auf. Der strahlt immer heller, je gefühlvoller man mit dem Gasfuß umgeht. Der sieben Zoll große TFT-Bildschirm in der Mittelkonsole ist leicht zum Fahrer hin ausgerichtet. Das verkürzt unterwegs den Moment der Ablenkung beim Ablesen. Die Positionierung erleichtert zudem gemeinsam mit den relativ großen Touch-Feldern die Bedienung.

Das internetfähige System ermöglicht ein Spiegeln des Smartphone-Displays. Schon die verwendeten Materialien und deren Verarbeitung liegen auf gutem Niveau. Für eine aufgeräumte Atmosphäre sorgen zahlreiche Ablagemöglichkeiten. Besonders einfallsreich waren die Entwickler bei den Becherhaltern: mit einem leichten Druck lässt sich der Boden öffnen und bietet Platz für Einliterflaschen.

Oder man nutzt das Fach darunter, um Kleinkram wie Schlüssel sicher zu verstauen. Sehr raffiniert. Ob Kopf- oder Beinfreiheit - alle Insassen können es sich bequemer machen als es angesichts der kompakten Außenabmessungen zu erwarten wäre. Dazu trägt vor allem der Radstand von 2,60 Metern bei. Auch für das Verstauen von Gepäck hat sich Honda so manches überlegt.

Die Ladekante des 453 Liter fassenden Kofferraumes liegt auf angenehm rückenfreundlicher Höhe. Doch selbst über die muss man größere Pflanzen oder andere höhere Gegenstände nicht hieven. Denn dafür lassen sich viel einfacher die Sitzflächen der Rückbank wie bei einer Kinobestuhlung nach oben klappen und schon entsteht ein breiter, leicht zugänglicher Stauraum.

Voll beladen passen 1533 Liter in den Viertürer. Nur allzu schwer darf das Gepäck nicht sein. 478 Kilogramm Zuladung sind schneller erreicht als gedacht. Etwas mehr Spritzigkeit würde man sich für den 1,5-Liter-Benziner (130 PS) wünschen. Mit einem Drehmoment von 155 Newtonmetern bei 4600 Umdrehungen zeigt der Vierzylinder in der Stadt oder auf der Landstraße keine Schwächen. In 10,7 Sekunden ist laut Honda aus dem Stand die Tempo-100-Marke erreicht.

Fordert man das Aggregat allerdings auf der Autobahn oder will gar an leichten Steigungen überholen, dann fehlt es dem Motor deutlich an Kraft. Da freut man sich, dass sich das Sechsgang-Getriebe so sauber bedienen lässt, wenn ein niedrigerer Gang benötigt wird, um das Tempo zu halten oder zu beschleunigen. Bei höheren Geschwindigkeiten (Spitze: Tempo 192) wird auch das bis dahin sehr zurückhaltend Arbeitsgeräusch deutlich hörbar und leicht dröhnend.

Zudem dürfte die Lenkung dann etwas straffer sein, um Richtungsänderungen direkter einzuleiten. Allzu häufig sollte man das Gaspedal sowieso nicht gen Boden gedrückt halten. Dann rücken die von Honda angegebenen 5,7 Liter Spritverbrauch doch deutlich in die Ferne. Gut zwei Liter mehr sind dann realistisch.

Bei schnelleren Lastwechseln ebenso wie bei langen Bodenwellen oder einem unebenen Fahrbahnbelag bewährt sich das angenehm fest abgestimmte Fahrwerk. Angenehm straff einerseits, ausreichend komfortabel auf der anderen Seite sorgt es jederzeit für eine sichere Fahrt. In der Executive-Version (25.890 Euro - plus 5900 Euro gegenüber dem Einstiegsmodell) gehören sämtliche Assistenz-Systeme serienmäßig zur Ausstattung.

Die Bandbreite reicht von der Berganfahrhilfe bis hin zum intelligenten Geschwindigkeitsbegrenzer, der das Tempo gemäß dem erkannten Limit drosselt. In Sachen Komfort bleiben ebenfalls so gut wie keine Wünsche offen. Selbst das Navigationssystem gehört zum Lieferumfang. Auch in dieser Hinsicht unterscheidet sich der neue HR-V deutlich von seinem Namensvorgänger.

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