Handy am Steuer: Eine tödliche Gefahr

Von: amv
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Handy am Steuer gefährlich tödlich strafbar Symbol Symbolbild Symbolfoto
Am Steuer heißt es: Finger weg vom Handy. Symbolbild: dpa/Holger Hollemann

Bonn. Immer häufiger passieren Unfälle, bei denen die Polizei den Verdacht hegt, dass die Fahrer Nachrichten gelesen oder getippt haben. Zwar appelliert die Polizei an die Vernunft der Autofahrer und droht mit strengen Strafen. Erwischt wird aber offensichtlich nur ein Bruchteil der Handy-Nutzer.

Wie riskant die Nutzung von Textnachrichten beim Autofahren wirklich ist, wird von vielen Autofahrern offenkundig unterschätzt. Beim Schreiben und Lesen von SMS während der Fahrt erhöht sich das Unfallrisiko auf das 23-fache. Dies ergab eine Studie, die im US-Bundesstaat Virginia durchgeführt wurde.

Beim Telefonieren wächst das Risiko „nur“ auf das Sechsfache. Darauf weist der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn hin. Bei der Nutzung von SMS wird der Blick längere Zeit vom Verkehrsgeschehen abgewendet. Autofahrer sollten bedenken, dass eine Blickabwendung von nur fünf Sekunden bei Tempo 50 zu einem „Blindflug“ von beinahe 70 Metern führt.

Selbst wer dabei immer wieder kurz auf die Straße schaut, kann leicht etwas übersehen. Bei der Autobahnrichtgeschwindigkeit von 130 Kilometern pro Stunde (km/h) legt ein Fahrzeug in dieser Zeit sogar 180 Meter zurück. Wie viele Unfälle sich in Deutschland aufgrund von Ablenkung durch Textnachrichten ereignen, ist unbekannt. Bei der polizeilichen Unfallerhebung wird dies in Deutschland bisher nicht untersucht.

„Bekannt geworden sind jedoch mehrere Fälle, bei denen im Fahrzeug von tödlich Verunglückten das Telefon mit einer angefangenen Kurznachricht gefunden wurde“, erinnert der DVR. Vor allem junge Fahrerinnen und Fahrer verkennen die Gefahr.

Bei einer im Auftrag des Reifenherstellers Goodyear durchgeführten Befragung gab jede dritte junge Frau (30 Prozent) zwischen 18 und 24 Jahren an, auch während der Fahrt SMS-Nachrichten zu schreiben. Bei den jungen Männern bekannte sich jeder vierte (23 Prozent) zu diesem gefährlichen Verhalten.

Dabei ist die Rechtslage eindeutig: Zwischen Telefonieren und Tippen wird nicht unterschieden. Autofahrern, die dies missachten, drohen ein Bußgeld von 60 Euro und ein Punkt im Flensburger Fahreignungsregister. Einige Fahrzeughersteller bieten bereits Informationssysteme an, mit denen sich Autofahrer durch eine elektronische Stimme SMS- und Twitter-Nachrichten vorlesen lassen können.

Auch eine Sprachsteuerung des Telefons kann die Ablenkungsgefahr reduzieren. Der DVR weist jedoch darauf hin, dass dies die Ablenkung allenfalls vermindert, sie aber nicht beseitigt. Am sichersten fährt nach Meinung des DVR, wer zum Schreiben und Lesen von SMS - ebenso wie für das Telefonieren - einen Parkplatz ansteuert und sich dort gefahrlos der Nachricht widmet.

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