Gute Sicht bei Regen: Wischerblätter pfleglich behandeln

Von: amv
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Beschlagene Scheibe
Generell sollten die Wischer mehrmals jährlich überprüft und bei Bedarf getauscht werden Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Bonn. Gute Sicht im Regen ist abhängig von einem Hundertstelmillimeter. Denn so schmal ist die Auflagefläche des Wischblatts auf der Scheibe. Bei der Herstellung wird die Wischlippe zumindest bei Markenfabrikaten auf ein Tausendstelmillimeter genau geschliffen.

Auf der Scheibe verformt sie sich ein wenig unter der Anpresskraft des Wischarms und kann dann das Wasser perfekt abziehen. „Damit das so bleibt, sollten Autofahrer ein paar Vorsichtsmaßnahmen treffen“, rät Ulrich Köster vom Zentralverband Deutschen Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) in Bonn.

Generell sollten die Wischer mehrmals jährlich überprüft, bei Bedarf getauscht und dabei Produkte renommierter Marken bevorzugt werden, empfiehlt Eberhard Lang von TÜV Süd: „Der höhere Preis lohnt sich in der Regel schon wegen der längeren Lebensdauer und des besseren Ergebnisses.“ Schlecht wirkende Wischer rufen nicht unbedingt gleich nach einem Austausch.

Manchmal reicht laut Lang bereits eine sorgfältige Reinigung. Am besten klappe das bei abmontierten Wischern. Zumeist sorgen Wasser mit Spülmittel oder Autoshampoo bereits für ein gutes Ergebnis. Bei hartnäckigem Schmutz hilft ein Küchentuch und unverdünnter Sommerreiniger für die Scheibenwaschanlage.

„Lösungsmittel wie Verdünnung oder Benzin sind ungeeignet“, warnt Lang: „Sie zerstören den dünnen Auftrag einer Graphitverbindung, mit der hochwertige Wischgummis beschichtet sind. Das Gummimaterial selbst leidet ebenfalls unter falschen Reinigungsmethoden und kann dadurch dauerhaft unbrauchbar werden.“

Förmlich Gift ist es für die Wischlippe, wenn sie wochenalte, angetrocknete Insektenreste vom Glas raspeln soll oder den Raureif im Winter, warnt ZDK-Fachmann Köster. Also besser die Scheibe vor der Fahrt reinigen. „Auch immer wieder zu beobachten ist das Schnalzenlassen der Wischarme aus größerer Entfernung auf die Scheibe“, schildert Köster seine Erfahrungen: „Dabei können erhebliche Kräfte auftreten, welche die Bügel des Wischblatts und auch den Arm selbst verbiegen, anschließend liegen die Wischer nicht mehr sauber an.“

Das kann auch zu einem Rattern der Wischer führen, weil der Wischgummi an den Umkehrpunkten der Bewegung nicht mehr in die andere Richtung kippt. Das muss er, weil das Wasser stets abgezogen werden muss. Dann sollte eine Werkstatt den so genannten Schränkungswinkel der Wischarme prüfen und einstellen. Bei älteren Wischblättern hilft dies aber meistens nicht, da bleibt nur eine Neuanschaffung übrig.

Selbst wenn sie noch gut wischen, neigen ältere Wischgummis zur Ablageverformung: Sie nehmen die Form an, in der sie nach dem Abschalten des Antriebs liegengeblieben sind. Beim Wiedereinschalten kippen sie dann nicht in die andere Richtung und ziehen das Wasser ab, sondern schieben es vor sich her und beginnen auf dem Glas zu rubbeln.

Ein ähnlicher Effekt tritt ein, wenn Wachsrückstände aus der Autowaschanlage auf der Scheibe verbleiben und die Wischer aus dem Tritt bringen. Dagegen hilft nur eine sorgfältige Reinigung der Scheibe mit einem Glasreiniger, in hartnäckigen Fällen auch mit Silikonentferner. Denn das ganze System Scheibenwischer funktioniert nur, wenn das Glas Wasser nicht abstößt.

Im Regen sollte sich ein geschlossener Wasserfilm auf der Scheibe bilden. Entstehen hingegen einzelne, kleinste Tröpfchen, wird der Wischgummi beim Auftreffen darauf jedes Mal ein winziges Stück angehoben. Genug, um so viel Wasser zurückzulassen, dass es im Dunkeln bei Gegenverkehr oder Straßenbeleuchtung zu gefährlicher Blendung kommt. Das gleiche passiert ebenso bei verschlissenen Wischerblättern. Wenn Streifen zunehmen oder gar Wasserlachen zurückbleiben, hilft nur eine Neuanschaffung.

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