Green Car Policy: Kia setzt auf Hybrid-Autos

Von: Norbet Michulsky
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Modernes Design, Variabilität und eine höhere Sitzposition: Der Kia Niro ist für etwas weniger als 25.000 Euro zu haben. Foto: Kia/dpa-tmn

Frankfurt. Mit mehr als elf Prozent Wachstum gegenüber dem Vorjahr haben wir das beste Ergebnis seit Marktantritt 1993 eingefahren, freut sich Steffen Cost, Geschäftsführer von Kia Deutschland in Frankfurt. So soll es weitergehen und deshalb investiert das Unternehmen kräftig in seine so genannte Green Car Policy.

Mittelfristig soll das Angebot auf elf Modelle mit Elektro-, Hybrid- oder Plug-in-Hybrid-Antrieb ausgebaut werden. Derzeit gibt es deren vier. Das Ziel ist klar definiert: bis 2020 will Kia den CO2-Ausstoß seiner Flotte um 25 Prozent senken.

Den Anfang macht hierzulande der kompakte SUV Niro mit einer eigens geschaffenen Plattform, ausschließlich für alternative Antriebe. Cost erwartet sich von dem neuen Mitglied der Modellpalette etwa 2000 verkaufte Einheiten in einem vollen Geschäftsjahr. Das Zeug dazu hat die optisch gelungene Mischung aus Kombi und Geländewagen durchaus.

Offenkundig haben sich die Entwickler genau angeschaut, was die Kunden an den derzeit so begehrten Kompakt-SUVs so lieben: modernes Design, Variabilität, eine höhere Sitzposition. Mit markanten Details wie der markentypische Tigernase, den hochangesetzten Scheinwerfern oder der nach hinten ansteigenden Seitenlinie sowie dem kraftvoll gestalteten Heck hebt sich der 4,35 Meter lange und 1,53 Meter hohe Niro wohltuend von Hybridfahrzeugen wie etwa einem Toyota Prius ab, die gestalterisch rein auf Effizienz getrimmt sind. 

Dem Niro genügen verschließbare Luftklappen an der Front oder ein Heckdiffusor, um den cW-Wert bei 0,29 zu halten. Im Innenraum ist alles modern und übersichtlich gestaltet, so wie man das etwa vom Kia Ceed kennt. Das Platzangebot ist gut, dass sich selbst groß gewachsene Personen in der zweiten Reihe über viel Kniefreiheit freuen können. Das Kofferraumvolumen von 427 Litern lässt sich mühelos auf 1.425 Liter erweitern.

Den Antrieb liefert ein Hybridsystem, das einem 1,6-Liter Benziner (105 PS), einer 32-kW-Elektro-Maschine und einem Lithium-Ionen-Stromspeicher besteht. Seine Gesamtleistung: 141 PS. Die Kraftübertragung erfolgt über ein sechsstufiges Direktschaltgetriebe. Zahlenmäßig versprechen ein maximales Drehmoment von 265 Newtonmetern (Nm), beziehungsweise Sprintwerte von 11,5 Sekunden von Null auf 100 Kilometer pro Stunde (km/h) sowie die Höchstgeschwindigkeit von Tempo 162 (ohne Unterstützung/180 km/h mit Elektroantrieb) nicht gerade für Fahrspaß. Doch tatsächlich ist es ein Vergnügen, wie direkt die Antriebseinheit auf etwas mehr Druck aufs Gaspedal reagiert und im Sportmodus sogar durchaus spritzig in Fahrt kommt.

Laut Kia liegt der Normverbrauch bei 3,8 Litern, wenn 16 Zoll-Felgen montiert sind. Noch weniger Spritbedarf verspricht Kia für den Plug-in-Hybrid. Er wird im kommenden Jahr die Motorenpalette erweitern und soll etwa 50 Kilometer rein elektrisches Vorwärtskommen möglich machen. „Da wir einen Soul EV im Angebot haben, verzichten wir bewusst auf eine reine Elektroversion“, erklärt Cost den Unterschied zum Schwestermodell Ioniq von Hyundai, das auf der gleichen Technik wie der Niro basiert. Nicht verzichten brauchen Kunden auf Komfort an Bord.

Schon die Basisversion (24.990 Euro) beinhaltet unter anderem Multifunktionslenkrad, Audiosystem mit Fünf-Zoll-Bildschirm, Tempomat, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Leichtmetallfelgen oder Spurhalteassistent. In Kürze steht auch das so genannte „Eco-DAS-System“ auf der Optionsliste, um beim Spritsparen zu helfen. Zu Hinweisen, wann man vor Kreuzungen am besten den Fuß vom Gas nimmt, um durch Rekuperation so viel Strom wie möglich aufzuladen, kommt erstmals ein Energieeffizienz-Assistent. Er analysiert die Fahrstrecke in Bezug auf Steigungen und Gefälle, um beispielsweise vor Bergauffahrten die Batterie zu laden, um dann mehr Kraft beim Steigen zu haben - wohlwissend, dass der Akku bei der anschließenden Bergabfahrt wieder geladen wird.

Für Pferde- oder etwa Segelfreunde bietet Kia eine Besonderheit im Hybrid-Markt: Der Niro kann mit einer Anhängerkupplung (690 Euro) samt „Lastpaket“ (300 Euro) geordert werden und dann stolze 1.300 Kilo Anhängelast ziehen.

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