Erfurt - Glühwein oft unterschätzt

Glühwein oft unterschätzt

Von: amv
Letzte Aktualisierung:
Weihnachtsmarkt Glühwein
Der Alkoholgehalt von Glühwein sollte nicht unterschätzt werden.

Erfurt. Landauf-landab laden Weihnachtsmärkte zum geselligen Bummeln und Verweilen. Es gibt Lebkuchen, Christstollen und Glühwein. Allerdings sollten Weihnachtsmarktbesuchern bei dem Genuss des heißen Weines Vorsicht walten lassen, rät der Verkehrspsychologe Don DeVol vom TÜV Thüringen in Erfurt.

„Bereits nach dem ersten Becher kann je nach Rezeptur und Alkoholgehalt bei einem Mann mit einem Gewicht von 80 Kilogramm die Blutalkoholkonzentration über die kritische Grenze von 0,3 Promille ansteigen.“ „Bei dieser Konzentration drohen bereits Strafen, wenn der Fahrer beispielsweise in einen Unfall verwickelt wird oder durch eine unsichere Fahrweise auffällt“, gibt er zu bedenken. Seine Empfehlung: „Wer weiß, dass er fahren will oder muss, sollte in der Adventszeit auf alkoholfreie Punschgetränke umschwenken.“  

Die landläufige Meinung, dass Glühwein durch das Erhitzen an Alkohol verliert und so das ein oder andere Glas mehr getrunken werden kann, ist gefährlich. Alkohol verflüchtigt erst ab 78 Grad Celsius. Heutzutage wird Glühwein allerdings meist mittels Durchlauferhitzern auf eine Temperatur um die 70 Grad erhitzt. Zum angeblichen Alkoholverlust kommt es also nicht. 

Laut aktuellem Bußgeldkatalog drohen bei einer Blutalkoholkonzentration von 0,5 Promille oder einer Atemalkoholkonzentration von 0,25 mg/l und mehr ein Fahrverbot von einem Monat, zusätzlich 500 Euro Bußgeld sowie zwei Punkte für Ersttäter. Auf Wiederholungstäter kommen 1000 Euro beim zweiten Mal und 1500 Euro bei der dritten Auffälligkeit zu. Außerdem müssen diese mit drei Monaten Fahrverbot sowie zwei Punkten im Flensburger Fahreignungsregister rechnen.  

Dieser Grenzwert kann bereits nach dem zweiten Glühwein erreicht und selbst bei einer eingerechneten Alkoholabbauphase noch überschritten sein. Wer unter Alkoholeinfluss eine Straßenverkehrsgefährdung begeht, das ist in der Regel ab einem Alkoholpegel von über 1,1 Promille im Blut der Fall, dem drohen verschärfte Strafen mit drei Punkten im Fahreignungsregister, dem Entzug der Fahrerlaubnis sowie einer Geldstrafe von bis zu 3000 Euro oder Freiheitsentzug. Dieser Promille-Wert kann bereits nach dem vierten Glühwein erreicht sein.

Für Fahranfänger in der Probezeit gilt auch in der Adventszeit die strikte Einhaltung der Null-Promillegrenze. Sollten diese selbst mit geringen Alkoholkonzentrationen unter 0,3 Promille mit dem Auto erwischt werden, sieht der Bußgeldkatalog einen Punkt sowie 250 Euro Bußgeld vor.

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