Gepäck: Haltlose Zustände im Auto

Von: amv
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Für einen Familienurlaub kommt oft mehr Gepäck zusammen, als erlaubt ist. Schnell ist das zulässige Gesamtgewicht des Wagens überschritten. Wer nicht mit zwei Autos los will, sollte es daher beim Kofferpacken nicht übertreiben. Foto: dpa

Aachen. Die Sporttasche muss unbedingt noch mit. Die Kühlbox braucht auch einen Platz. Wo kann die Spielzeugkiste denn nur hin? Urlaubszeit ist Packzeit. In den Kofferraum wird gemeinhin das gestopft, was eben noch hineinpasst. Leider vielfach ohne Nachdenken.

„Da wird gequetscht, gezogen und gedrückt, was das Fahrzeug hergibt“, schildert Ulrich Köster vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) seine Beobachtungen. Wer sein Fahrzeug richtig belade, reise „sicherer, komfortabler, entspannter und sogar sparsamer“. Deshalb sollte man sich einen Packplan zurecht legen. Faustregel: Leichtes obenauf und Schweres nach unten, mittig und möglichst dicht an der hinteren Sitzbank deponieren. So bleibt das Auto gut in der Spur.

„Dinge für den Notfall, wie Warndreieck und Verbandskasten, sollte man zum Schluss und in Griffnähe einladen“, empfiehlt Vincenzo Luca von TÜV Süd allen Staukünstlern. „Eine ungesicherte Ladung kann bei einem Frontalunfall mit etwa 50 Kilometer pro Stunde (km/h) Belastungen erzeugen, die dem 50-fachen des Eigengewichts entsprechen. Da wird dann beispielsweise ein Kosmetikkoffer mit drei Kilogramm (kg) zu einem 150 kg-Geschoss“, warnt Gerhard Blümel vor Sorglosigkeit beim Verstauen.

Blümel ist Leiter der Berufsfahrer-Akademie des österreichischen Automobilclub ÖAMTC in Wien. Außer schweren Koffern gehen üblicherweise auch leichtere Sporttaschen, Beutel, Strandmatten, Luftmatratzen und Gummiboote mit auf Reisen. Sie sind so zu verstauen, dass sie die Leerräume rund um die schweren Gepäckstücke füllen - möglichst fest. Das Ladegut im Kofferraum sollte maximal bis zur Höhe der Rückbanklehne reichen. Alles, was darüber hinaus geht, hat beim scharfen Bremsen oder beim Aufprall wieder freie Bahn Richtung Passagiere. „Egal, ob im Kofferraum, auf der Gepäckablage oder in der Dachbox, jegliches Gepäck sollte immer gesichert sein“, rät ZDK-Sprecher Köster: „Dafür gibt es Spanngurte, Gepäcknetze und rutschfeste Matten.“

Grundsätzlich sollte alles so platziert werden, dass der Fahrer freie Sicht besitzt. Das Laden oberhalb der Rücksitzlehne sollte möglichst tabu sein. Wer keine andere Wahl hat, sichert das Gepäck mit Trenngitter oder Abdecknetz. Auch nach oben ist einiges offen. Dachboxen nehmen leichtes Gepäck bequem auf. Es gilt: die Ladung gleichmäßig verteilen, Schweres in die Mitte, Hohlräume ausfüllen und alles mit Spanngurten festzurren, raten die Fachleute. Wie viel das Auto buckeln darf, steht im Fahrzeugschein unter „zulässiges Gesamtgewicht“ viel die Dachbox schluckt in der Bedienungsanleitung.

Die Rechnung für die mögliche Zuladung: zulässiges Gesamtgewicht minus Leergewicht. Bei der Berechnung muss man die Insassen aber mit kalkulieren. So beladen müssen abschließend Reifendruck und Scheinwerfereinstellung angepasst werden. Besitzern von übergewichtigen Packeseln drohen bei Verkehrskontrollen Bußgelder. Vor allem in den Hauptreisezeiten kontrolliert die Polizei jedes Jahr verschärft.

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