„Frisieren“ von Mofas, Rollern & Co. kann bittere Konsequenzen haben

Von: amv
Letzte Aktualisierung:
Motorroller Symbol Roller Unfall Blaulicht Moped Mofa Polizei Symbolfoto: Colourbox
Bei einer unerlaubten Leistungssteigerung erlischt die Betriebserlaubnis für das Gefährt. Symbolbild: Colourbox

Stuttgart. Per Mofa, Moped oder Roller mit maximal Tempo 45 unterwegs zu sein, erzeugt keinen Geschwindigkeitsrausch. Für manche Fahrer von Kleinkrafträdern ist es daher verlockend, die Tempobegrenzung ihres fahrbaren Untersatzes durch Tuning zu umgehen.

Auf Portalen im Internet zeigen eine ganze Reihe von Video-Tutorials, wie das auch Laien bewerkstelligen können. Allerdings ist dies nicht nur illegal, sondern kann auch Leben und Gesundheit von Fahrer, Sozius und anderen Verkehrsteilnehmern gefährden. Auch juristisch und finanziell kann das „Frisieren“ von Mofas, Rollern & Co. bittere Konsequenzen haben, gibt Luigi Ancona, Unfallforscher bei Sachverständigenorganisation Dekra in Stuttgart, zu bedenken.

Bei einer unerlaubten Leistungssteigerung erlischt die Betriebserlaubnis für das Gefährt. Damit ist der Versicherungsschutz nicht mehr gewährleistet. Zudem drohen Führerscheinentzug und Bußgelder oder Sozialstunden nach dem Jugendstrafrecht. Selbst bei eigenmächtigen Verschönerungsmaßnahmen ist Vorsicht geboten. So dürfen zum Beispiel Frontverkleidungen keine scharfen Kanten aufweisen und verchromte Flächen nicht zu groß ausfallen. Sogar bei der Positionierung von Rücklicht und Blinkern macht der Gesetzgeber klare Vorgaben.

Gemessen an der Fahrleistung haben Fahrer von Kleinkrafträdern ein sechsmal höheres Risiko als Autofahrer, im Straßenverkehr getötet zu werden. „Bei Unfällen, die von Kleinkrafträdern verursacht werden, ist unangepasste Geschwindigkeit die häufigste Ursache, gefolgt von mangelnder Verkehrstüchtigkeit des Fahrers und Fahren mit zu geringem Abstand“, berichtet Luigi Ancona.

Insbesondere Bremsen, Fahrwerk und Reifen von Kleinkrafträdern bis 50 Kubikzentimeter sind nicht auf höhere Geschwindigkeiten ausgelegt, warnt der Dekra-Experte. „Wer damit schneller als 45 Stundenkilometer fährt, hat einen überproportional längeren Bremsweg, das Fahrverhalten verschlechtert sich und das Zweirad wird deutlich schwerer zu kontrollieren.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert