Stuttgart - Firmenauto: Schadenfreiheitsrabatt privat nutzen

Firmenauto: Schadenfreiheitsrabatt privat nutzen

Von: amv
Letzte Aktualisierung:

Stuttgart. Ein Firmenwagen bietet verschiedene Vorteile, ungeachtet des anzurechnenden steuerlichen Anteils. Denn nicht nur die Anschaffung trägt der Arbeitgeber. Er zahlt in der Regel alle Betriebs- und Unterhaltskosten.

Dazu gehören neben der Kfz-Steuer grundsätzlich die Kfz-Versicherungen sowie die Ausgaben für Inspektion und Reparaturen. Doch bevor man in die entsprechenden Regeln des Arbeitsvertrags einschlägt, sollte man einige Punkte beachten.

So kann, wer seinen Firmenwagen später wieder abgibt, den durch unfallfreie Fahrt erworbenen Schadenfreiheitsrabatt unter Umständen privat weiter nutzen, sagt Verkehrsrechtsexperte Florian Wolf vom ACE Auto Club Europa in Stuttgart. Dafür sieht er zwei Möglichkeiten: „Entweder bringt der Arbeitnehmer seine Schadensfreiheitsklasse in die Firma schon mit ein, dann kann er diese durch unfallfreies Fahren verbessern und danach auch weiternutzen“, sagt Wolf. „Wichtig ist nur, dass dies so im Vorhinein schriftlich vereinbart wird.“ Oder aber, der Arbeitnehmer hat seinen Schadenfreiheitsrabatt nicht in die Firma eingebracht. „Dann kann er sich immerhin die unfallfreie Zeit mit dem Firmenwagen anrechnen lassen“, erläutert der ACE-Experte. Dafür müssen jedoch bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Beispielsweise muss es sich beim Firmenwagen um einen Pkw handeln, der zudem an wenigstens 150 Kalendertagen im Jahr genutzt wurde.

Fährt der Arbeitnehmer nebenher kein Privatfahrzeug, kann die von ihm mit dem Dienstwagen erworbene Schadenfreiheitsklasse später mitgenommen werden; ohne Nachteil ist das in der Regel bis zu einer Dauer von sieben Jahren möglich. Die durch den Arbeitgeber gezahlten Versicherungsprämien werden übrigens nicht als so genannter geldwerter Vorteil versteuert.

Grundsätzlich gilt für Dienstwagen - wie immer - die Kfz-Haftpflichtversicherung ist Pflicht. Diese ersetzt Personen- und Sachschäden, die Dritten mit dem Kraftfahrzeug zugefügt werden. Die Teilkasko - freiwillig – tritt ein bei Schäden durch Sturm, Hagel und Blitze. Sie kümmert sich auch um Wildschäden und Schäden aufgrund von Diebstahl. Selbstverschuldete Unfallschäden am eigenen Wagen übernimmt nur die - ebenfalls freiwillige - Vollkaskoversicherung. „Empfehlenswert und üblich ist die Vollversicherung für neue und höherwertige Fahrzeuge“, gibt der ACE-Experte zu bedenken.

Ereignet sich der Unfall bei einer Privatfahrt, muss der Arbeitnehmer unter Umständen eine vereinbarte Selbstbeteiligung in der Kaskoversicherung aus eigener Tasche zahlen. „Natürlich können Arbeitgeber und Arbeitnehmer auch andere Regelungen vereinbaren“, erläutert Wolf. Bei einem selbst verschuldeten Autounfall sind, mit Ausnahme des Fahrers, alle Insassen des Autos durch die Kfz-Haftpflichtversicherung geschützt. Beispiel: Wird die Ehefrau des Arbeitnehmers und Firmenwagenfahrers verletzt, erhält sie vom Haftpflichtversicherer Schadenersatz.

Die Nachteile einer Dienstwagenregelung: Der Mitarbeiter ist für alle Beschädigungen, die er in vorsätzlicher oder grob fahrlässiger Weise verursacht hat, in voller Höhe schadensersatzpflichtig, wenn dies arbeitsvertraglich so geregelt ist. Auch bei Diebstahl haftet der Mitarbeiter ebenfalls bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit, zum Beispiel wenn er den Wagen unverschlossen geparkt oder mangelhaft beaufsichtigt hat. Doch diese Klippen sollten sich mit gebührender Umsicht problemlos meistern lassen, meint der ACE-Fachmann. Im Hinblick auf den steuerlichen Aspekt empfiehlt er, die individuellen finanziellen Auswirkungen mithilfe eines Steuerberaters zu prüfen, um eine optimale Strategie bei der Nutzung eines Dienstwagens zu entwickeln.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert