Fiat 124 Spider Lusso: Glücksgefühle auf vier Rädern

Von: amv
Letzte Aktualisierung:
Verkehr Auto Fiat Spider Neu
Der Fiat 124 Spider ist ein Hingucker. Schon der Anblick des kleinen Roadsters macht gute Laune. Foto: Fiat/dpa

Frankfurt. „Cooles Teil“: Passanten-Bemerkungen wie diese treffen den Nagel auf den Kopf. Der Fiat 124 Spider ist ein Hingucker. Schon der Anblick des kleinen Roadsters macht gute Laune. Damit unterwegs zu sein noch viel mehr. Dabei ist an diesem Auto eigentlich nichts wirklich sinnvoll.

Der Einstieg ist tief, verlangt Gelenkigkeit. Beim Aussteigen kann es entsprechend schwierig werden, eine gute Figur zu machen. Das Verdeck lässt sich nur per Hand und noch dazu mit einigen Verrenkungen bedienen. Im Innenraum herrscht Enge. Das Stichwort Ergonomie ist vollkommen fehl am Platz.

Stauraum für Handy, Schlüssel oder gar eine adäquate Unterbringung für eine Wasserflasche sucht man vergebens. Ein kleines Fach zwischen den Sitzen muss genügen. Und der Kofferraum (140 Liter Volumen) ist mit seiner hohen Ladekante erstens schwer zu Beladen und zweitens so zerklüftet, dass selbst das Verstauen einer Wasserkiste eine Herausforderung darstellt. Noch Fragen? Ja! Wann darf man wieder auf die Strecke mit dem „coolen Teil“?

Denn wie so oft im Leben, sind es eben die unvernünftigen Dinge, die dazu beitragen, Glückshormone auszuschütten. Hier geht es fast ausschließlich um Emotion. Jeglicher Schnickschnack ist weniger wichtig als dieses Gefühl, auf den durchaus bequemen Sitzen ganz eng mit dem Auto verbunden zu sein und ganz viel Rückmeldung von der Straße zu bekommen.

Sorge um die Bandscheiben ist dabei unbegründet. So knackig der offene Zweisitzer auch um die Ecken fegt, so alltagstauglich ist die Abstimmung von Federung und Dämpfung. Sprich, Schläge von Bodenunebenheiten und Spurrillen werden auf ein erträgliches Maß aufgefangen. Der schnellen Kurvenfahrt mit dem anschließenden kontrollierten Herausbeschleunigen tut das aber trotz oder gerade wegen des Hinterradantriebs sowie der direkten Lenkung keinen Abbruch.

Der Roadster liegt stets bestens in der Hand. Dafür sorgen nicht zuletzt der tiefe Schwerpunkt und die kurzen Überhänge des knapp vier Meter langen 124 Spiders. Das schafft eine perfekte Gewichtsverteilung. Was will man mehr?

Nicht viel, wenn noch dazu ein 140 PS starker 1,4-Liter-Turbobenziner für mächtig Dampf sorgt. Das maximale Drehmoment von 250 Newtonmetern (Nm) liegt schon bei 2250 Umdrehungen an. In 7,5 Sekunden schnellt die Tachonadel auf die Tempo-100-Marke. Bei 217 Sachen ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht (Werksangaben).

Da verwundert es nicht, dass bei einem Eigengewicht von gerade einmal einer Tonne Antritt und Durchzug die Mundwinkel quasi permanent nach oben streben lassen. Das schnelle Überholmanöver auf der Autobahn meistert der Vierzylinder ebenso tadellos wie die flinke Fahrt über kurvenreiche Chausseen. Dass der Verbrauch sich angesichts der Dynamikfreude bei acht Litern anstelle der von Fiat angegebenen 6,4 Liter einpendelt, ist zu verschmerzen. Da ist das leicht hakelige Sechsgang-Getriebe trotz der kurzen Schaltwege schon eher zu kritisieren.

Bleibt zu erwähnen, dass der so italienisch anmutende Roadster eine Menge japanischer Gene in sich trägt. Schließlich ist er in weiten Teilen baugleich mit dem Mazda MX-5. Von ihm unterscheidet er sich aber abgesehen vom Motor durch eine stärker konturierte Motorhaube, die schon fast an amerikanische Schlitten erinnert, zehn Zentimeter mehr Gesamtlänge und so komfortablen Extras wie eine dickere Dachisolierung oder eine besser gedämmte Frontscheibe. Allerdings führt das auch zu etwa 50 Kilogramm mehr Gewicht.

Etwa 1000 Euro mehr als für das Auto mit japanischer Kennung müssen für die südeuropäische Version ausgegeben werden (Basispreis: 24.900 Euro). Immer mit an Bord sind unter anderem Klimaanlage, Radio mit MP3-Player und USB-Anschluss, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Lederlenkrad mit Multifunktionstasten oder die Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung.

Gönnt man sich noch dazu Weiß als Außenfarbe (Aufpreis: 1300 Euro), das Premium-Paket mit Rückfahrkamera, schlüssellosen Zugang und Navigationssystem (1000 Euro) oder das so genannte Sicht-Paket (LED-Frontscheinwerfer, LED-Tagfahrlicht, dynamisches Kurvenlicht, Licht- und Regensensor, Scheinwerfer-Reinigungsanlage/1500 Euro), das Bose-Soundsystem (700 Euro) oder Parksensoren hinten (300 Euro), dann stehen unter dem Strich für die Lusso-Ausstattungsversion des 124 Spider 32.790 Euro auf der Rechnung.

Ohne Aufpreis gibt es dann aber eben immer diesen besonderen Moment, wann immer es auch nur annähernd trocken ist, das Dach per Hand in wenigen Sekunden zu öffnen, nötigenfalls sich Sitzheizung und warme Luft aus dem Gebläse zu gönnen und aufs Gaspedal zu drücken. Denn so macht das „coole Teil“ am meisten Spaß. 

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert