Ferien auf Rädern: Unterwegs im Wohnmobil

Von: amv
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Wohnmobil
Wenn es mit dem Wohnmobil in den Urlaub geht, gibt es einiges zu beachten. Foto: Rent and Travel/RentandTravel/obs

München. Kaum eine andere Urlaubsart bietet wohl so viel Freiheit, Flexibilität und Unabhängigkeit wie Ferien mit einem Wohnmobil. Doch was sollte beachtet werden, wenn die Urlaubsreise mit dem Wohnmobil angegangen wird?

„Kurzurlaube wie die Pfingstferien sind hervorragende Möglichkeiten, um das einmal auszuprobieren“, schildert Patrick Pöppl von TÜV Süd in München seine Erfahrungen. „Doch man sollte das Ganze nicht spontan starten“, warnt er, „denn von Verkehrsregeln bis zum Fahren gibt es einiges zu beachten.“

So entspricht beispielsweise ein Wohnmobil mit seinem Fahrverhalten eher einem Klein-Lkw als einem Personenwagen. „Der Schwerpunkt ist höher. Daher kann das Fahrzeug leichter kippen. Durch die größere Angriffsfläche ist es windanfälliger und kann bei Sturm um einige Meter versetzt werden“, warnt Pöppl.

Zudem muss man einkalkulieren, dass Reisemobile deutlich längere Bremswege besitzen und sehr viel länger zum Beschleunigen benötigen als der gewohnte Familien-Pkw. Wegen des höheren Schwerpunkts von Reisemobilen sind nur geringere Kurvengeschwindigkeiten möglich, so dass ein Ausweichen erschwert wird.

„Um sich als Neuling mit dem Fahrgefühl vertraut zu machen, sollte man rechtzeitig vor Reisebeginn ein Sicherheitstraining für Reisemobile absolvieren“, empfiehlt der TÜV Süd-Fachmann. Solche Weiterbildungen werden beispielsweise von Wohnmobilherstellern oder Automobilclubs angeboten. Dabei kann man sich dann auch schon mit den ungewohnten Außenmaßen vertraut machen, denn sonst könnte der Fahrer beim Abbiegen etwa rasch alt aussehen.

„Bevor man sich mit der Freizeitmobilität praktisch auseinandersetzt, sollte man einen Blick auf den eigenen Führerschein werfen“, rät Pöppl: „Es werden unterschiedliche Führerscheinklassen benötigt.“ Welcher Führerschein die Lizenz für die Ferien ist, hängt vom zulässigen Gesamtgewicht (zGG) des Reisemobils ab. „Relativ einfach sind die Regeln für Personen, die ihren Führerschein vor 1999 erworben haben“, erläutert der TÜV Süd-Fachmann: „Sie dürfen Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen zGG fahren.“

Grundsätzlich gilt: Wohnmobile von bis zu 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht dürfen mit dem Pkw-Führerschein B gefahren werden. Wird das Gewicht überschritten, gelten andere Führerscheinklassen.

„Die Einteilung nach Gewichtsklassen hat noch weitere Konsequenzen“, macht Pöppl aufmerksam. Reisemobile über 3,5 Tonnen zGG beispielsweise müssen sich in Deutschland an die Lkw-Verkehrszeichen halten. So gilt zum Beispiel auf Autobahnen das Lkw-Überholverbot ebenfalls für Reisemobile über 3,5 Tonnen und „wer im Ausland urlauben möchte, sollte sich zuvor über die dortigen Regelungen informieren“, legt Pöppl Wohnmobilchauffeuren ans Herz.

Die jeweiligen Bestimmungen sind mannigfaltig. Beispielsweise bezieht sich in Österreich anders als hierzulande das Verkehrszeichen 253 (Lkw in rot umrandetem Kreis) nur auf Lastkraftfahrzeuge zum Güterverkehr, nicht jedoch auf Reisemobile. Überdies regeln die verschiedenen Länder höchst unterschiedlich, ob zum Übernachten auf öffentlichen Straßen geparkt werden darf.


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