Falsche Bereifung: Auswirkung auf Kfz-Versicherungsschutz

Von: amv
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winterreifen versicherung
Wenn der erste Schnee fällt: Die falsche Bereifung wirkt sich beachtlich auf den Versicherungsschutz aus. Foto: HUK-COBURG

Aachen. In den Höhenlagen von Eifel und Ardennen hat der Winter seine ersten Spuren markiert. Spätestens jetzt heißt es, Winterreifen benutzen.

Der Bund der Versicherten (BdV) in Henstedt-Ulzburg weist darauf hin, dass Autofahrer zur Wahrung des vollen Versicherungsschutzes die Pflicht haben, sich um ordnungsgemäße Bereifung zu kümmern und „wer sein Fahrverhalten nicht den Witterungseinflüssen anpasst, muss im schlimmsten Fall mit einer Kürzung der Versicherungsleistung rechnen“, warnt BdV-Sprecherin Bianca Boss.

Laut Straßenverkehrsordnung dürfen Kraftfahrzeuge bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch und Eis- oder Reifglätte nur mit Winterreifen oder Ganzjahresreifen gefahren werden. Entscheidend ist das Schneeflockensymbol auf der Reifenflanke. M+S-Reifen (Matsch und Schnee) sind häufig nur eingeschränkt wintertauglich. Gleichwohl genügen sie den gesetzlichen Anforderungen.

Das gilt auch für sogenannte Ganzjahres- oder Allwetterreifen. „Sie sind nur ein Kompromiss für diejenigen, die bei starkem Schneefall nicht zwingend auf ihr Auto angewiesen sind“, meint Hans-Ulrich Sander, Kraftfahrtexperte von TÜV Rheinland. Autofahrer, die bei schlechten Witterungsbedingungen mit Sommerreifen fahren und dabei erwischt werden, bekommen nicht nur einen Punkt in Flensburg und einen Bußgeldbescheid über 60 Euro - ihr Verhalten kann sich auch auf den Versicherungsschutz auswirken.

Verursacht man unter diesen Gegebenheiten einen Unfall, prüft der Versicherer, ob der Fahrzeughalter grob fahrlässig gehandelt hat - also zum Beispiel mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit gefahren ist. „Bei einem Vollkaskoschaden am eigenen Auto kann es zum Beispiel zu einer Leistungskürzung kommen“, gibt BdV-Fachfrau Bianca Boss zu bedenken.

Werde auch noch ein anderes Auto beschädigt, könne der Haftpflichtversicherer unter Umständen Zahlungen, die er an den Unfallgegner geleistet habe, bis zu einer Höhe von 5000 Euro pro „Obliegenheitsverletzung“  (Versicherungsdeutsch) vom Versicherungsnehmer zurückverlangen.

Zudem rät Bianca Boss: „Versicherte sollten beim Abschluss der Vollkaskoversicherung darauf achten, dass der Versicherer auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit verzichtet. Dann nimmt der Versicherer im Schadensfall keinen Abzug der Leistung vor, sondern zahlt immer 100 Prozent.“

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