Nürnberg - Falsch verstandenes Reißverschlussprinzip

Falsch verstandenes Reißverschlussprinzip

Von: dapd
Letzte Aktualisierung:

Nürnberg. Wenn sich zwei Fahrspuren zu einer verengen, gilt laut Straßenverkehrsordnung das Reißverschlussprinzip. Allerdings nicht, wenn beide Spuren noch vorhanden sind und auf einer nur ein Hindernis im Wege steht. Auf ein entsprechendes Urteil des Amtsgerichts München weist die Deutsche Anwaltshotline in Nürnberg hin.

In dem Fall fuhr eine VW-Cabrio-Fahrerin auf der linken von zwei Fahrbahnen, wo ein parkender Möbelwagen ihr den Weg versperrte. Beim Wechsel auf die benachbarte rechte Spur stieß sie mit einem dort fahrenden Fiat Punto zusammen. Den Schaden sollte ihrer Auffassung nach die Versicherung der Fiat-Fahrerin ersetzen. Diese sei nämlich rücksichtslos gewesen und habe sie nicht nach dem Reißverschlussprinzip in die Spur gelassen.

Was die Fiat-Fahrerin laut Amtsgericht München aber gar nicht musste. Das Reißverschlussprinzip komme nämlich nur beim Wegfall einer Spur zur Anwendung, nicht aber wenn die Weiterfahrt auf einer noch vorhandenen Spur nur blockiert sei. Der Unfall beruhe klar auf dem Spurwechsel der VW-Fahrerin. Und bei einem Spurwechsel obliege es immer dem wechselnden Autofahrer, eine Gefährdung der anderen Verkehrsteilnehmer auszuschließen.

„Gegebenenfalls muss er dann stehen bleiben und vom Wechsel ganz Abstand nehmen”, erläutert Rechtsanwalt Jörg-Matthias Bauer die juristische Sichtweise.

(Aktenzeichen: Amtsgericht München 334 C 28675/119)

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