Wolfsburg - Fahrbericht VW Touareg V6 TDI: Ein Geländegänger für fast alle Fälle

Fahrbericht VW Touareg V6 TDI: Ein Geländegänger für fast alle Fälle

Von: Sabine Neumann
Letzte Aktualisierung:
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Mit einem Anschaffungspreis von 56.650 Euro ist der Touareg selbst in der Basisversion kein ganz günstiges Vergnügen. Foto: Volkswagen AG

Wolfsburg. Tiefgaragen sind ein Terrain, auf dem man sich mit dem VW Touareg plötzlich überdimensioniert vorkommt. Mit 4,79 Metern Länge, 1,94 Metern Breite ohne Seitenspiegel samt einem Wendekreis von 11,65 Metern braucht man schon etwas Fingerspitzengefühl und ein gutes Auge, um den SUV in schmale Lücken oder um enge Kurven zu rangieren.

Doch das ist eine der ganz wenigen Situationen, in denen der Wolfsburger Geländegänger mal nicht punktet. Die ersten Meriten verdient sich der große Volkswagen schon beim bloßen Hinschauen. Nach der Modellpflege im vergangenen Jahr geben ein neu gestalteter Kühlergrill, modifizierte Stoßfänger und modern gezeichnete Bi-Xenon-Scheinwerfer dem Touareg optisch deutlich mehr Präsenz.

Der Viertürer wirkt markant und wuchtig, ohne es an Eleganz mangeln zu lassen. Ein geradezu luxuriöses Ambiente herrscht im Innenraum. Leder, kühles Aluminium, glänzender Klavierlack - die verwendeten Materialien wirken allesamt hochwertig und bestens verarbeitet. Gleichzeitig sorgt die VW-typische Sachlichkeit für eine aufgeräumte und klare Atmosphäre an Bord.

Dazu tragen die übersichtlichen Instrumente sowie deren kinderleichte und intuitive Bedienung bei. Schalter und Drehknöpfe geben eine eindeutige und sehr feine Rückmeldung. Die Bedienfelder des Touchscreen sind groß genug, um sie während der Fahrt zielgenau zu treffen. Beim Einsteigen in den Fond läuft man Gefahr, sich an den breiten Schwellern die Kleidung zu verschmutzen. Doch das Platzangebot in der zweiten Reihe entschädigt ein wenig für diesen Umstand.

So wie für Fahrer und Beifahrer sind hier die längsverschiebbaren Sitze großzügig geschnitten und verfügen über eine bemerkenswert lange Oberschenkelauflage. Zudem lassen sich die Rückenlehnen in unterschiedlichen Neigungsgraden einstellen, so dass jeder Mitreisende seine Wohlfühlposition finden kann. Gute Voraussetzungen also für eine lange Reise, für die mit 697 Litern schon bei voller Besetzung ein üppiges Gepäckraumvolumen zur Verfügung steht.

Klappt man die Lehnen der Rücksitze um, ist die Ladefläche zwar nicht ganz eben. Doch mit einem Fassungsvermögen von dann 1642 Litern und einer Ladelänge von gut 1,80 Metern ist der Touareg dann tauglich für den größeren Einkauf im Möbelhaus. Bei 770 Kilogramm Zuladung und bis zu 3,5 Tonnen Anhängelast (Anhängekupplung mit elektrischer Entriegelung: 925 Euro) spielt zudem das Gewicht der Ware keine wesentliche Rolle.

Problemlos und überraschend handlich lässt sich der 2,2-Tonner fahren. Daran hat das harmonisch abgestimmte Fahrwerk einen großen Anteil. Bodenwellen scheinen kaum zu existieren. Kurvenfahrten meistert der Allradler ohne jegliches Wanken. Zudem arbeitet die geschwindigkeitsabhängige Lenkung präzise und leichtgängig. Und die Schaltvorgänge der Achtgang-Wandler-Automatik geschehen so unbemerkt, dass man keinerlei Gedanken daran verschwendet.

Unbemerkt ist ebenfalls das richtige Stichwort für den Motor. Der Drei-Liter-Sechszylinder leistet 262 PS. Doch zu hören ist davon nichts. Einerlei, ob beim Beschleunigen oder der vollen Fahrt über die Autobahn - der Selbstzünder hält sich akustisch zurück, nicht jedoch bei der Entfaltung seiner Kraft. In 8,7 Sekunden erreicht die Tachonadel aus dem Stand die Tempo-100-Marke (Werksangaben).

Mit einem maximalen Drehmoment von 580 Newtonmetern zwischen 1750 und 2250 Newtonmetern zieht er bei Überholvorgängen dynamisch durch. Die Höchstgeschwindigkeit ist im Datenblatt mit 206 Kilometern in der Stunde (km/h) ausgewiesen. Ein Tempo, das sich irgendwie während der Fahrt deutlich langsamer anfühlt.

Wird die volle Leistung dauerhaft eingefordert, dann schlägt sich das ziemlich schnell im Verbrauch nieder. Liegt der Durchschnittswert für die 100-Kilometer-Distanz schon bei zurückhaltendem Gasfuß mit knapp neun Litern schon 2,4 Liter über dem Normwert, so kommen bei sportlich-agiler Fahrweise schnell noch zwei, drei Liter oben drauf.

Mit einem Anschaffungspreis von 56.650 Euro ist der Touareg selbst in der Basisversion kein ganz günstiges Vergnügen. 17-Zoll-Leichtmetallräder, Multifunktionslenkrad, eine Klimaautomatik, Radio mit CD-Wechsler, Start-Stopp-Automatik, Regensensor, Nebelscheinwerfer mit Kurvenlicht oder Multikollisonsbremse sind dann zwar schon mit an Bord.

Gönnt man sich zudem Extras wie das Fahrdynamic-Paket mit Wankausgleich (3195 Euro), das Fahrerassistenzpaket (3610 Euro) oder eine Lederausstattung (4690) Euro, dann kommt man schnell auf eine stolze Summe von 90.360 Euro - inklusive der Gewissheit, für so gut wie alle Situationen gut gerüstet zu sein.

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