Fahrbericht: Toyota Yaris Comfort

Von: Sabine Neumann
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Toyota Yaris
Der Toyota Yaris überzeugt unter anderem mit einem besonders geräumigen Innenraum Foto: Toyota

Köln. Von den 16.500 Käufern in Deutschland, die sich im vergangenen Jahr für einen Toyota Yaris entschieden haben, wählten 60 Prozent eine Hybrid-Version. Untersuchungen des japanischen Herstellers zufolge wurden mit den Modellen 55 Prozent der Fahrzeit und 37 Prozent der gefahrenen Distanz rein elektrisch zurückgelegt.

Im Zusammenhang mit der im Frühjahr erfolgten Überarbeitung des Yaris hat Toyota den Diesel aus dem Angebot genommen und setzt jetzt auf die Kombination aus einem 1,5 Liter-Benziner und einem 45 Kilowatt-E-Motor. Die Gesamtleistung der kombinierten Technik: 100 PS. Der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 dauert laut Hersteller 11,2 Sekunden. Steht die Tachonadel auf der Ziffer 175, dann ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht. Doch was sind diese Zahlen auf dem Papier, wenn doch an der Ampel schon ein wenig Druck aufs Gaspedal genügt, um den Wagen vehement in Bewegung zu setzen.
 
Die zusätzliche Kraft des E-Antriebs macht dies möglich. Seine Energie dafür wird immer wieder per Rekuperation beim Bremsen und Rollen gewonnen. Bereits beim Ausrollen und bei ruhiger Fahrt wird ebenso der Vorrat an elektrisch Energie angezapft und fast kann es zum Sport werden, sich möglichst häufig auf diese Art fortzubewegen. Würde man das bevorzugt tun und sich vorrangig im urbanen Umfeld aufhalten, dann käme man wohl in die Nähe des Normverbrauchs von 4,2 Litern. Doch spätestens mit einem Ausflug auf die Autobahn wird ein solcher Wert zunichte gemacht. Im Bemühen um Leistung wird kräftig Treibstoff durch die Leitungen gepumpt - der im Bordcomputer angezeigte Wert schnellt dann auf nahezu neun Liter. Der Mix aus überwiegend Stadtverkehr und einigen schnellen Autobahnkilometern ergab einen Wert von 6,4 Litern.
 
Der mit einem CVT-Getriebe kombinierte Motor macht auch geräuschmäßig deutlich darauf aufmerksam, dass hohe Geschwindigkeiten oder rasante Beschleunigungsmanöver nicht sein Liebstes sind. Das ansonsten sanfte Surren des Aggregats wird dann zu einem aufdringlichen Heulen. Da ändern selbst all die intensiv vorgenommenen Dämmmaßnahmen im Motorraum nichts. Im Vergleich zum Vorgänger sollen 5,3 Dezibel weniger in das erfreulich geräumige Passagierabteil dringen.
Innen bietet der 3,94 Meter langen Yaris überraschend viel Platz. Selbst auf den hinteren Sitzen kommt kein Gefühl der Enge auf. Sowohl Knie- wie Kopffreiheit sind prima. Nicht ganz ohne Kritik hingegen kommt der Kofferraum mit einem Volumen von 286 Litern weg. Nicht nur, dass eine hohe Ladekante überwunden werden muss. Der Boden des Kofferraums dahinter liegt etwa 20 Zentimeter tiefer.
 
Nichts zu mäkeln gibt es an den im Passagierabteil eingesetzten Materialien, die wertig wirken. Das unten abgeflachte Lenkrad liegt gut in der Hand. Sämtliche Instrumente sind vom Fahrerarbeitsplatz aus gut zu erreichen und lassen sich logisch bedienen. Weniger eine Frage der Logik, sondern die eines scharfen Blicks ist indessen die Suche nach dem Hebel für die Entriegelung der Tankklappe: schwarz auf schwarzem Teppich versteckt er sich gut auf dem Boden knapp vor dem Fahrersitz. Sei es drum, einmal entdeckt, weiß man ja, wo er ist. Da ist weitaus wichtiger, dass der Sieben-Zoll-Touchscreen mit integrierter Rückfahrkamera in bester Sichthöhe liegt.
 
Die Abstimmung von Federn und Dämpfern sowie die präzise Lenkung tragen wesentlich dazu bei, dass der Yaris sich keineswegs wie ein Kleinwagen fährt. Er wirkt deutlich erwachsener. Ebenso in Sachen Sicherheit kann der Yaris durchaus mit einer höheren Klasse konkurrieren. Schließlich ist das Safety-Sense-System mit autonomer Notbremsfunktion, einem Notbrems-, einem Fernlicht- und einem Spurhalteassistenten in allen Ausstattungsvarianten serienmäßig vorhanden. In Sachen Konnektivität ist der Viertürer auf der Höhe der Zeit: außer Bluetooth-Schnittstellen für Telefon und Musik bietet er USB- und iPod-Anschlüsse.
 
Optisch präsentiert sich der Cityflitzer mit einer eigenständigen Optik. Toyota bezeichnet die schräg zulaufende Linienführung um den massiven Kühlergrill und den weit in die Motorhaube reichenden Scheinwerfer als „Katamaran-Look“. Auf jeden Fall verleiht er zusammen mit der dynamisch nach hinten oben verlaufenden Schulterlinie dem Yaris ein eigenes, durchaus sportliches Aussehen.
 
Gönnt man sich zu der Comfort-Variante mit Klimaautomatik, Berganfahrassistent, höhenverstellbarem Fahrersitz, Multifunktions-Lederlenkrad und Zentralverriegelung noch das Designpaket, dann stehen 19.600 Euro auf der Rechnung. Dann sorgen unter anderem 15-Zoll-Leichtmetallfelgen und Zierleisten in Pianolack für zusätzlichen Glanz. 

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