Fahrbericht: Renault Trafic

Von: amv
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Renault Trafic
Renault Trafic Combi ENERGY dCi 95: Bei Bedarf lassen sich auf einer zweiten Fondbank nochmals drei Passagiere mitnehmen. Foto: Renault

Brühl. Man fühlt sich an den Vorspruch einer Star-Trek-Episode erinnert: „unendliche Weiten“ wollen erobert werden. Ein schier riesiger Transportraum tut sich im Renault Trafic Grand Combi auf. Genug für fünf Passagiere, dem Hundebett des Familien-Labbis samt Hund sowie Gepäck, reichlich Gepäck.

Bei Bedarf lassen sich auf einer zweiten Fondbank nochmals drei Passagiere mitnehmen, und das Raumangebot wirkt selbst dann nicht wirklich kleiner. Unterwegs fährt sich Trafic nicht so Pkw-like wie etwa der Multivan von VW und ist innen auch nicht so fein ausstaffiert. Aber dafür ist er auch um einiges billiger.

Beispielsweise kommen im Innenraum ausschließlich Hartplastikteile zum Einsatz. Ihr Vorteil: die Reinigung ist einfach. Als Basispreis werden für den Groß-Kombi 35.723 Euro fällig. Unter dem Strich kostet die Testwagenversion („Expression“) 41.265 Euro, inklusive Smartphone-Dockingstation und einer Infotainment-Einheit samt Navi sowie Sieben-Zoll-Monitor. Jedoch muss man sich die Fein- und Eigenheiten dieses Systems erst zu Eigen machen, sonst verliert man sich in den Weiten der Menüführung.

Alle anderen Bedieneinheiten finden sich rasch und unproblematisch. Fondpassagiere können die Belüftung individuell einstellen. Allerdings arbeitet die Klimaanlage nur im manuellen Modus, will hin und wieder nachreguliert werden, um die gewünschte Innenraumtemperatur zu halten. Ablagen vorne gibt es reichlich, selbst Zwei-Liter-Flaschen finden Platz.

Die Domäne des Raumtransporters ist die Langstrecke, nicht nur aufgrund des üppigen Raumangebotes. Länge läuft, heißt eine Seglerweisheit und mit seinen 5,40 Metern federt der Trafic die meisten Unebenheiten des Autobahnbaus ziemlich komfortabel ab. In der Stadt gelingt dies nicht so geschickt, auch hier wird offenbar, dass der Trafic ursprünglich für kommerzielle Zwecke konzipiert wurde. Fahrdynamische Attitüden sind ihm fremd.

Der 1,6-Liter-Vierzylinder mit seinen 145 PS besitzt ausreichende Fahrleistungen. Das Datenblatt weist als Höchstgeschwindigkeit 183 Kilometer pro Stunde (km/h) aus. Bei dem Sechsgang-Getriebe wurde der erste Gang ziemlich kurz übersetzt. Das gewährleistet selbst bei üppiger Beladung genügend Zugkraft, erfordert andererseits rasches Hochschalten.

Im sechsten Gang fällt die Übersetzung lang aus. Entsprechend dreht der Motor bei Richttempo 130 oder auf Autobahnen im benachbarten Ausland mit akustisch-angenehmen wie verbrauchsmindernden 2500 Umdrehungen. Zeitgemäße Umwelttechnik liefert der Diesel mit seiner Ad-Blue-Technik und im Alltag muss man mit einem Verbrauch knapp unter acht Liter je 100 Kilometer rechnen. Sehr angenehm: der Tank fasst 80 Liter.

Der Kofferraum erlaubt je nach Bestuhlung ein Ladevolumen zwischen 1,8 Kubikmeter und 4,1 Kubikmeter. Umzugswillige im Freundeskreis werden gerne auf solche Angebote zurückgreifen und sich dann über die niedrige Ladekante (55 Zentimeter), den ebenen Fahrzeugboden oder die bequem zu öffnenden Hecktüren freuen.

Weniger bequem gestaltet sich der Einstieg für Fahrer und Beifahrer. Zum einen liegen die Schweller recht hoch. Zum anderen fehlen Haltegriffe. Von solchen Problemen unbehelligt, entern Fondinsassen durch die meterbreite, rechte Schiebetür ihre Sitzpositionen und können dank der großzügigen Fensterflächen das Panorama an sich vorbeiziehen lassen. Die Rücksitzbänke sind unproblematisch ausbaubar, lassen sich aber nicht im Abstand oder der Lehnenneigung variieren

Der Trafic ist ein Familienauto oder ein Fahrzeug für Nutzer, die wirklich viel zu verstauen haben, Surfer etwa. Seine Ursprünge im Nutzfahrzeugsegment kann und will er wohl auch nicht leugnen. Das hat Vor- wie Nachteile. In jedem Fall besticht der Renault durch sein Raumangebot und Nutzwert.


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