Fahrbericht: Renault Scénic Energy dCi 130 Bose Edition

Von: amv
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Renault Scénic
Der Renault Scénic beim 86. Internationalen Auto-Salon in Genf. Foto: Cyril Zingaro/epa

Brühl. Kompaktvans gelten gemeinhin nicht als Zeichen einer ausgeprägten Auto-Affinität ihrer Fahrer. Sie werden eher aus pragmatischen Gründen angeschafft, vornehmlich als Familienfahrzeug.

Mit dem Scénic beweist aber Renault, dass solche Kaufentscheidungen nicht auf dem Dreiklang nieder-brav-und-bürgerlich fußen müssen. Der französische Hersteller versteht es derzeit bei den meisten seiner aktuellen Modelle gekonnt, den Fahrzeugen einen eindeutigen Markenlook zu geben.

Der Scénic macht da keine Ausnahme und zeigt mit großen Rädern, ausgestellten Kotflügel samt einer augenfälligen Chromspange unter den Türen Anklänge eines Offroader. Insgesamt präsentiert er sich mit einem individuellen und unverkennbaren Erscheinungsbild. Allerdings ist diesem Design eine nur mäßige Übersicht nach vorne geschuldet.

Innen gibt der Fronttriebler ganz den Familienfreund und das zeigt sich durchdachten Kleinigkeiten wie etwa einem zweiten Innenspiegel, um das Geschehen in Fond im Auge zu behalten. Der Platz für Kind und Kegel hat noch einmal zugenommen. Die Fondsitze lassen sich noch weiter verschieben und einfacher umklappen als zuvor.

Die mehr als ein Dutzend Ablagen sind noch pfiffiger geworden und fassen insgesamt 63 Liter, sagt der Hersteller. Die praxisnahe Innenraumgestaltung gipfelt in einer verschiebbaren Mittelkonsole, die je nach Stellung als Becherhalter oder Ablage für die Fondinsassen fungiert. Bemerkenswert ebenfalls das klimatisierte Handschuhfach, das als herausziehbare Schublade konstruiert wurde.

Platz für das Gepäck gibt es ordentlich. Bis zu Kofferraumabdeckung langt der Stauraum für 400 Liter. In verschiedenen Kombinationen werden bis zu 1380 Liter möglich. Die asymmetrische-geteilte Rücksitzbank bietet per Knopfdruck umlegbare Lehnen und bietet eine ebene Ladefläche. Die Heckklappe gibt es leider nicht elektrisch betrieben. Angenehm: die Ladekannte knapp 70 Zentimeter erweist sich als rückenfreundlich.

Das Interieur präsentiert sich aufgeräumt und übersichtlich, mit einer ansprechenden Zusammenstellung sowie Verarbeitung der diversen Materialien. Bei den Feinheiten der Einstellungs- und Bedienungsmöglichkeiten über den mittig platzierten, vertikalen Bildschirm muss man eine Einarbeitung einkalkulieren. Danach stehen einen ein breites Programm vom Einsatz diverser Sicherheits- und Komfortsysteme, bis zur Wahl des Ambientelichts, des gewünschten Fahrmodus oder der Sitz-Massage zur Wahl.

In der Bose Edition offeriert der Scénic ein auf seinen Innenraum abgestimmtes Surroundsystem mit bemerkenswerter Klangqualität. Im Kapitel Konnektivität patzt er jedoch bei der Anbindung von Apple- oder Android-Smartphones. Andererseits gibt es Anschlüsse per Bluetooth, USB, SC-Card oder Klinkenstecker und digitaler Radioempfang steht ebenfalls zur Wahl.

Seinem Charakter entsprechend zeigt sich der Kompaktvan sportlichen Attitüden eher abhold. Er ist eher komfortabel ausgelegt für die Reise aus der Autobahn. Grundsätzlich erweist er sich als fahrsicheres Auto, spurtreu und bis zum frühen Einschreiten des ESP als leicht untersteuernd.

Zu diesem Fahrcharakter schnürt der 130-PS-Diesel ein kultiviertes und kraftvolles Antriebspaket samt der neutralen Lenkung, dem passend abgestimmten Getriebe und der angemessen Bremsleistung. Wer mag, kann die Tachoanzeige bis 194 Kilometer pro Stunde (km/h/Werksangaben) treiben oder sich in 11,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 wuchten. Auch diese Werte zeigen eher familiäre Wesenszüge. Familienfreundlich ist auch der vom Bordcomputer signalisierte Verbrauchswert von 6,2 Liter im Alltag.

Der Scénic erweist sich als kultivierter Familienbegleiter und ragt mit seinem Design aus dem Alltagsallerlei dieser Fahrzeuggattung. Wem das Platzangebot nicht reicht, dem kann geholfen werden: Der Grand Scénic ist um gut 20 Zentimeter länger, kostet 1300 Euro mehr, bietet sieben Plätze und trumpft mit einem Kofferraum von  bis zu 1901 Liter auf.

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