Fahrbericht: Jeep Grand Cherokee 3.0 Summit

Von: amv
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Frankfurt. Er ist eine imposante Erscheinung. Allein schon mit seiner Dachhöhe von 1,80 Meter und einer Länge von 4,80 Meter ragt der Jeep Grand Cherokee 3.0 Summit auf jedem Supermarktparkplatz aus der Reihe der abgestellten Autos heraus. Das offenbart ebenso der üppige Chromeinsatz. Das Flaggschiff der Jeep-Baureihe einiges zu bieten, im Guten wie im Schlechten.

Die jüngste Überarbeitung brachte dem fülligen SUV neben mehr Kosmetik innen wie außen mehr Luxus, diverse dienstbeflissene Assistenzsysteme, vor allem aber eine Achtgang-Automatik in Kooperation mit dem bulligen Dreiliter-V6-Diesel (250 PS/570 Newtonmeter). Der beschleunigt den 2,4 Tonner souverän und mit guter Laufkultur. Wer mag, kann das automobile Dickschiff bis Tempo 202  und aus dem Stand auf 100 Stundenkilometer in 8,2 Sekunden (Werksangaben) hetzen.

Auf der Autobahn verwöhnt der große Jeep mit ruhigem Motorlauf und schluckfreudiger Federung. Mitunter kommt es zu kleineren Wank-, Pump- oder Nickbewegungen. Kurvenhatz ist nicht sein Ding. Lässt sich der Fahrer nicht von den deutlichen Karosseriebewegungen irritieren, vermittelt und bietet der Cherokee ein sicheres Fahrgefühl. Auf nicht allzu flotten Langstreckenfahrten macht das Fahrzeug einen unangestrengten, souveränen Eindruck, der sich entspannend auf den Fahrer überträgt. Lediglich die Lenkung gibt zu geringe Rückmeldung und das Lenkrad selbst erscheint etwas zu üppig dimensioniert. Die Achtgang-Automatik stellt in jeder Situation die passende Fahrstufe zur Verfügung. Bei Autobahn-Richttempo weist der Drehzahlmesser nur wenig mehr als 2.000 Umdrehungen aus. Das spart Sprit. Im Durchschnitt pegelt sich die Verbrauchsanzeige bei 10,5 Liter je 100 Kilometer ein.

Die verschiedenen Offroad-Programme sind manuell ansteuerbar, aber erfahrungsgemäß werden nur die wenigsten sie je nutzen. Entsprechend wird der Allradantrieb mit dem Schalter auf der Mittelkonsole nicht auf Snow, Sand oder Mud, sondern schlicht auf „Auto“ fixiert. Wer wirklich ins Gelände möchte, kann sich bei abgenommenem Frontspoiler und höchster Position der Luftfederung über einen vorderen Böschungswinkel von 35,8 Grad und einem Rampenwinkel von 23,5 Grad freuen.

Für Verwirrung im alltäglichen Fahrbetrieb sorgt mitunter die Auffahrwarnung, FCW genannt. Die grundsätzlich hilfreiche Automatik haut die Bremse selbst dann rein, wenn der Vordermann schon abgebogen ist oder man ihn ungebremst umkurven möchte. Ein sperriges Relikt aus grauer Vorzeit findet sich im Fußraum und lauert auf unvorsichtige Fahrer-Knöchel oder -Schienbeine: Das Pedal der Feststellbremse.

Innen geht ist ebenso geräumig wie gemütlich zu. Der Fahrer thront förmlich über den Verkehrsgeschehen draußen und besitzt die Übersicht. Das ist auch nötig, denn in manchem Parkhaus und mit einem Wendekreis von knapp zwölf Metern wird es eng. Die serienmäßigen Parksensoren und Kamerasysteme sind mithin ein Muss. Das Armaturenbrett ist klar gegliedert und so hochwertig verarbeitet wie nie zuvor in einem Jeep. Zudem bietet die Top-Ausstattung Summit (Testwagenpreis: 66.350 Euro) ansehnlichen Zierrat und geschmackvollen Einsatz von Leder, zumindest im oberen Bereich Türen und Armaturenbrett.

Die opulent dimensionierten Sitze vorne bieten zahlreiche Verstellmöglichkeiten. Aber das Gestühl ist wenig konturiert, die Oberschenkelauflage zu kurz, Seitenhalt praktisch nicht vorhanden. Von einer üppigen Beinfreiheit und Innenbreite profitieren die Fondpassagiere. Alles in allem kann der Grand Cherokee ein großzügiges Raumgefühl auf seiner Habenseite verbuchen. Der Kofferraum fasst im Normalfall 360 Liter. Nutzt man die gesamte Ladekapazität, verfügt der Jeep über 1595 Liter. In jedem Fall aber muss die 83 Zentimeter hohe Ladekante überwunden werden und das kann in den Rücken gehen. 

Im Kreis von Audis Q7 oder dem BMW X5 kann der Jeep mitmischen, wenngleich es hier und da an entsprechendem Feinschliff und Finish mangelt. Sein eher auf den US-amerikanischen Geschmack ausgerichteter Charakter findet auch hierzulande Liebhaber und so ist der Grand Cherokee derzeit in Europa das meistverkaufte Modell der Marke.

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