Frankfurt - Fahrbericht: Hyundai i20 blue 1.0 T-GDI Style: Klein, aber oho

Fahrbericht: Hyundai i20 blue 1.0 T-GDI Style: Klein, aber oho

Von: Sabine Neumann
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hyundai i20 neu
Die Neuauflage des Hyundai i20 glänzt besonders durch seine gehobene Werksausstattung. Foto: Hyundai

Frankfurt. Der Kauf eines Kleinwagens hat in den meisten Fällen etwas mit Budgetfragen und oftmals kurzen Fahrstrecken zu tun. Häufig kommt dazu das leicht unangenehme Bewusstsein, auf Komfort verzichten zu müssen. Doch warum sich in diesem Segment nicht einmal ein paar Annehmlichkeiten gönnen und trotzdem das Konto nicht allzu sehr strapazieren? Mit einem Hyundai i20 scheint das durchaus machbar.

Der in Deutschland entwickelte und in der Türkei gebaute Viertürer muss sich schon rein optisch keineswegs hinter seinen Fiesta-, Polo- oder Corsa-Wettbewerbern verstecken. Tief sitzende Scheinwerfer in markanter Form, klare, straff gespannte Flächen oder die vertikal angeordneten Heckleuchten sorgen für ein erwachsenes Auftreten des 4,04 Meter langen Kleinwagens.

Ein Eindruck, der sich im Innenraum mit hochwertig wirkenden und durchweg gut verarbeiteten Materialien fortsetzt. Solange man maximal zu viert unterwegs ist, sind die Platzverhältnisse auf allen Plätzen erwachsenentauglich. Hier muss sich niemand krampfhaft schmal machen oder gar den Kopf einziehen. Selbst hinter einem 1,85 Meter großen Fahrer hat der Hintermann mit 1,70 Meter Länge noch ausreichend Raum für seine Knie. Besonders auffällig für einen Kleinwagen ist zudem die Schulterfreiheit sowohl vorne wie hinten. Dazu kommen angenehm straff gepolsterte Sitze mit ausreichend Seitenhalt. Dass die Sitzflächen insbesondere im Fond länger sein könnten, ist in diesem Segment ein immer wiederkehrender Wunsch.

In Sachen Bedienung und Übersichtlichkeit bleiben indessen keine Wünsche offen. Die modern und klar gestalteten Instrumente sind gut ablesbar. Die Anordnung der Schalter ist übersichtlich und selbsterklärend, der Sieben-Zoll große Touch-Screen zwar nur leicht zum Fahrer orientiert, aber in angenehmer Höhe zum Ablesen montiert. Erfreulich sind überdies die einfache Menüführung des Navigationssystems (1200 Euro inklusive Rückfahrkamera) sowie die Größe der Eingabefelder. So kann man die Funktionen selbst während der Fahrt ohne allzu große Ablenkung nutzen. Wenn zudem der USB-Anschluss für das Laden des Handys leicht zugänglich ist und ein passendes Fach für dessen sichere Unterbringung sorgt, gibt es weitere Pluspunkte.

Apropos Sicherheit: ein Gepäcknetz, um Koffer und Taschen im Kofferraum vor dem Verrutschen zu bewahren, ist in diesem Segment selten - in der Style-Ausstattung aber an Bord. Das Gepäckabteil bietet ein Volumen von 326 Litern, sprich zwei Klappkisten lassen sich problemlos nebeneinander verladen. Dabei gilt es eine 77 Zentimeter hohe Ladekante zu überwinden. Ist der doppelte Ladeboden in der oberen Position arretiert, liegt er zwölf Zentimeter tiefer. Befindet er sich ganz unten, geht es hinter der Kante 23 Zentimeter in die Tiefe. Klappt man die Lehne der Rücksitzbank (asymmetrisch geteilt) um, entsteht eine nahezu ebene Ladefläche mit einem Stauvolumen von 1042 Litern. Zum Vergleich: ein VW Polo bietet zwischen 204 und maximal 952 Litern.


Neben den Annehmlichkeiten im Innenraum sorgt die Abstimmung des Fahrwerks dafür, dass sich der i20 als durchaus langstreckentauglich erweist. Tendenziell eher komfortabel, aber dennoch straff genug, haben die Ingenieure eine gelungene Abstimmung gefunden: schneller gefahrene Kurven werden ohne Mühe gemeistert, Bodenunebenheiten weitestgehend weggefiltert.

Der turboaufgeladenen Ein-Liter-Dreizylinder (120 PS) hat mit dem 1,14 Tonnen Fahrzeug keine Probleme. Leichtfüßig, antrittsstark und angenehm laufruhig sorgt der Benzindirekteinspritzer für das Gefühl, stets ausreichend motorisiert zu sein. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei Tempo 190 erreicht. Erst bei starker Beschleunigung macht sich die ungerade Kolbenzahl mit leichtem Knurren bemerkbar. Ansonsten begleitet ein zurückhaltendes Surren die Fahrt - was es bei ruhigen Autobahnfahrten sogar möglich macht, über die Freisprechanlage zu telefonieren.

Die ruhigere Fahrt empfiehlt sich auch, um den Benzinverbrauch im Rahmen zu halten. Nutzt man das Leistungsvermögen häufiger aus, helfen weder der lang ausgelegte sechste Gang noch die Start-Stopp-Pausen an den Ampeln, um den Spritbedarf unter sieben Liter zu drücken. Mit etwas Zurückhaltung pendelt sich der im Bordcomputer angezeigte Wert bei knapp sechs Litern ein. Hyundai gibt den Normverbrauch mit 4,8 Litern an.

Die leichte Irritation an diesem Punkt macht die Ausstattung des i20 wieder wett. Sind schon in der Basis elektrische Fensterheber vorne, ein höhenverstellbarer Fahrersitz, Bordcomputer, Berganfahrhilfe und Zentralverriegelung mit an Bord, unterstreicht das Topmodell Style unter anderem mit 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, elektrisch anklappbaren Außenspiegeln, Licht- und Regensensor, dunkel getönter Verglasung der Heckscheiben, Klimaautomatik, LED-Tagfahrlicht und Abbiegelicht sowie beheizbarem Lenkrad, dass bei Anschaffungskosten von 21.860 Euro selbst Kleinwagen fahren ohne Komforteinbußen möglich ist.


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