Fahrbericht: Citroen C4: Gepflegte Weiterentwicklung

Von: amv
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citroen c 4
Der neue Citroen C4 überzeugt mit angenehmer Fahrweise. Foto: Colourbox

Köln. In der Kompaktklasse will Citroen mit dem C4 reüssieren. Dazu zeigt sich das Fahrzeug mit einem eleganten Design, ausgewogenen Proportionen und einer eigenständigen Formensprache, ohne allerdings an die Extravaganz früherer Epochen anzuknüpfen.

Folgt man Citroen, gilt es, „Kreativität und Technologie in den Dienst des Wohlbefindens zu stellen“.

Der 1,2- Liter-Dreizylinder-Turbodirekteinspritzer leistet 130 PS und entwickelt ohne ein störendes Turboloch ein Drehmoment von 230 Newtonmeter (Nm) ab 1750 Umdrehungen pro Minute (U/min.). Genug Kraft also, um bei Bedarf flott vorwärts zu kommen. Die zugekaufte Sechsgang-Automatik des japanischen Getriebespezialisten Aisin kann allerdings nicht vollends überzeugen. Sie wählt die jeweiligen Antriebsstufen mitunter zögerlich und ruckelig, was besonders auffällt, wenn man sich in der Stadt langsam durch die Rushhour quält. Als Durchschnittsverbrauch gibt Citroën 4,9 Liter pro 100 Kilometer an. In der automobilen Wirklichkeit sollte man 7,6 Liter einkalkulieren.

Die von einer elektrischen Servopumpe unterstützte hydraulische Lenkung arbeitet präzise, reicht allerdings nur wenig Rückmeldungen von der Straße weiter. Das Fahrwerk mit Federung und Dämpfung ist tendenziell sportlich getrimmt, ohne Komforteinbußen zu offenbaren. In schnellen Kurvenfolgen verhält sich der Citroën C4 lange neutral. Im Grenzbereich neigt er schließlich zum gut kontrollierbaren Untersteuern, bevor die Elektronik fahrerischen Übermut stoppt.

Zum Wohlgefühl an Bord trägt die sehr wirksame Dämmung von Abroll-, Motor- und Windgeräusche bei, was man insbesondere auf längeren Strecken dankbar zur Kenntnis nimmt. Die Sitze erweisen sich als relativ weich gepolstert und offerieren durchschnittlichen Seitenhalt. Die Rückbanklehne ist ein Drittel zu zwei Drittel geteilt. Der Kofferraum des Citroën C4 lässt sich so von 408 Litern auf rund 1100 Liter Volumen erweitern und ist - laut Citroen - der größte seiner Fahrzeugkategorie. Obgleich der C4 mit 2,61 Metern genügend Radstand bietet, fallen Bein- und Kopffreiheit für groß gewachsene Passagiere nicht eben üppig aus, vorne wie im Fond. Das optionale Glasdach mit seinem elektrisch ausfahrbaren Sonnenrollo kostet zudem einige Zentimeter an Kopffreiheit.

Im Innenraum präsentiert sich der C4 weitgehend mit wertig anmutenden Materialien, leicht bedienbar und übersichtlich. Ablageflächen sowie Staumöglichkeiten etwa für eine 1,5-Liter-Flasche in den Türen, ein Schubfach unter den Vordersitzen und ein großes Handschuhfach zeugen von praxisgerechter Entwicklungsarbeit. Besonders pfiffig: eine 230-Volt-Steckdose (Aufpreis: 150 Euro) sowie eine herausnehmbare Leuchte im Kofferraum.

Gewöhnungsbedürftig zeigt sich das Infotainmentsystem. Nicht mit jedem Mobilphone gelingt die Kommunikation auf Anhieb und in den verschiedenen Menüebenen muss man sich erst einmal auskennen. Problematisch erweist sich ebenfalls der zentral platzierte Instrumentenblock. Der Drehzahlmesser hängt links sozusagen in einer dunklen Ecke. Die digitale Tempoanzeige ist recht grob-pixelig und wer als Instrumentenfarbe statt weiß blau wählt, wird sich die Augen reiben. Das dunkle Blau der Zahlen macht das Instrument dann schwer entzifferbar.

Zeitgemäß bietet der Citroën C4 einen bunten Strauß von Assistenzsystemen. Dazu gehört beispielsweise eine Traktionskontrolle, die auf Untergründen mit geringer Haftung das Antischlupf-System optimiert. Serienmäßig besitzt der C4 eine Berganfahrhilfe, die das Zurückrollen verhindert und einen Spurhalteassistent, der ab 80 Kilometern pro Stunde (km/h) aufrüttelnd eingreift: Infrarot-Sensoren prüfen die Fahrbahnmarkierungen. Droht ein Verlassen der Spur, warnt ein Vibrationsalarm im Fahrersitz entsprechend der Seite, auf der der Citroën C4 aus dem Ruder läuft. Zudem warnen Ultraschall-Sensoren, wenn ein Überholender im toten Winkel des Rückspiegels unsichtbar bleibt.

Citroën hat mit der renovierten Version des C4 zur Konkurrenz aufgeschlossen. Das gilt auch für den Preis (Basisversion: 24.490 Euro). Mit ein paar Extras werden rasch 27.610 Euro fällig.

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