Erntefahrzeug können für Verkehrsteilnehmern gefährlich werden

Von: amv
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Gerade bei Ausweich- und Überholmanövern können große Erntegeräte für andere Verkehrsteilnehmer gefährlich werden. Foto: dpa

München. Ungetüme von Mähdreschern, langsam zuckelnde Traktoren mit hoch beladenen Anhängern: Auto- und Motorradfahrer müssen jetzt auf Überlandtouren erhöhte Vorsicht walten lassen. Vielerorts sind überbreite und überlange landwirtschaftliche Fahrzeuge unterwegs.

Aufbauten von Pflug, Maishäcksler und Erntegeräten ragen meist weit – und vielfach nicht ausreichend gekennzeichnet – in den Fahrstreifen des Gegenverkehrs hinein, warnt Patrick Pöppl von TÜV Süd in München:

Gerade bei Ausweich- und Überholmanövern kann dies gefährlich werden.Häufig werde die Geschwindigkeit der landwirtschaftlichen Kolosse falsch eingeschätzt und es kommt zu folgenschweren Kollisionen, skizziert Pöppl die saisonale Gefahrenlage und ruft den Paragrafen drei der Straßenverkehrsordnung (StVO) ins Gedächtnis: Wer ein Fahrzeug führt, darf nur so schnell fahren, dass das Fahrzeug ständig beherrscht wird. Die Geschwindigkeit ist insbesondere den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen anzupassen. Im Zweifel also, runter vom Gas, bremsbereit sein.

Nicht nur an Einmündungen ist erhöhte Vorsicht angesagt, sondern ebenfalls auf vermeintlich freier Strecke. Starke Staubentwicklung mit entsprechend schlechter Sicht sollte man immer einkalkulieren, wenn man entlang von Feldern fährt und dort noch geerntet wird, gibt der TÜV Süd-Fachmann zu bedenken.

Bis zu drei Meter dürfen landwirtschaftliche Fahrzeuge breit sein, mit gelbem Rundumblinklicht und rot-weißen Warntafeln sogar noch breiter. Darauf sollten sich entgegenkommende wie überholende Kraftfahrer einstellen und vorsichtig vorbeifahren. Auf engen Straßen ist es besser, nicht zu überholen und bei nahenden Giganten am äußersten rechten Straßenrand zu stoppen, schildert Pöppl seine Erfahrungen.

Tückisch ist überdies der vergrößerte Kurvenradius von Erntemaschinen. Biegen sie nach rechts ab, holen sie oft weit über die Straßenmitte nach links aus, skizziert Pöppl das Gefahrenmoment. Voluminöse Arbeitsgeräte wie Pflüge oder Eggen am Traktorenheck schwenken entgegen der Abbiegerichtung aus. Obacht ist bei Mähdreschern und Häckslern geboten. Sie werden über die Hinterachse gelenkt, weshalb das Heck beim Abbiegen stark ausschert. Dadurch verengt sich die Fahrbahn erheblich. Hier gilt ebenfalls: nicht überholen und gegebenenfalls anhalten.

Bei entgegenkommenden Großerntemaschinen droht ebenfalls Kollisionsgefahr, vor allem bei schlecht einsehbaren Kurven oder an Kuppen. Mitunter verdecken Aufbauten oder überstehende Ladung die Fahrtrichtungsanzeiger.

Vielfach hat auch bei Feldarbeit hochspritzender Dreck die Beleuchtungsanlage abgedeckt. Man sieht weder Bremslicht noch Schlusslicht oder Fahrtrichtungsanzeiger. Zudem können schlecht gesicherte Frachten – etwa Ballen - herabfallen. Die können bei locker gepresstem Stroh bis zu 200 Kilogramm wiegen. Deshalb behutsam an die Transporter heranfahren, Abstand wahren und stets bremsbereit sein, mahnt der TÜV Süd-Fachmann. Im Bereich der Ein- und Ausfahrten von Feldern sollte man überdies stark verschmutzte Fahrbahnen einkalkulieren. Bei Regen verwandeln sich die Erdklumpen in eine gefährliche Rutschbahn. Dann fährt man urplötzlich wie auf Glatteis mitten im Sommer, warnt Pöppl.

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