Elektromobilität: Deutschland droht abgehängt zu werden

Von: nom/amv
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Im vergangenen Jahr sei Deutschland nur auf 23.500 neu zugelassene Elektro-Pkw inklusive Plug-in-Hybridfahrzeugen gekommen. Foto: dpa

Bergisch-Gladbach. „Wenn nicht massiv gegengesteuert wird, droht Deutschland bei der Elektromobilität abgehängt zu werden“, warnt Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach. Diese Gefahr zeige die jüngste Analyse des Instituts im Hinblick auf die Innovationen und Entwicklungen der Elektromobilität.

Deutschland wird laut Bratzel „bislang dem Anspruch als Leitmarkt und Leitanbieter für Elektromobilität nicht gerecht“. Im vergangenen Jahr sei Deutschland trotz eines Zuwachses um 80 Prozent nur auf 23.500 neu zugelassene Elektro-Pkw inklusive Plug-in-Hybridfahrzeugen gekommen. Der Abstand zum Marktführer China ist damit im Vergleich zum Vorjahr deutlich gewachsen.

Der CAM-Studie zufolge wird das globale Wachstum der Elektromobilität wird derzeit vom chinesischen Markt getrieben. Im Jahr 2015 hat sich der Absatz von E-Autos in China aufgrund der enormen Dynamik der letzten Monate auf 188.000 verdreifacht. Damit ist China mit deutlichem Abstand vor den USA neuer Leitmarkt für Elektromobilität.

In den USA sind der Marktanalyse zufolge im Gesamtjahr die Neuzulassungen von Elektroautos um drei Prozent auf 115.000 gefallen, aufgrund nur leicht steigender Absätze von reinen Elektrofahrzeugen (plus 14 Prozent) und deutlich rückläufiger Trends bei Plug-in Hybriden (minus 22 Prozent). Großbritannien ist derzeit größter Elektroautomarkt Europas mit 28.000 E-Autos (plus 70 Prozent). In Frankreich erhöhten sich die E-Auto Neuzulassungen im Gesamtjahr auf 27.000 (plus 67 Prozent) und in Norwegen auf 25.000 Fahrzeuge (plus 25 Prozent).

„Das Wachstum der Elektromobilität ist auf globaler Ebene noch stark von öffentlichen Förderkulissen abhängig, da die E-Autos vor Kunde bislang von wenigen Ausnahmen abgesehen kaum wettbewerbsfähig sind“, betont Bratzel: „Gelöst werden muss das Problemcluster Reichweite, Infrastruktur, Preis.“

Automobilhersteller müssten die Herkulesaufgabe angehen und die Reichweite der E-Fahrzeuge auf mindestens 300-500 Kilometer erhöhen sowie die im Wesentlichen durch die Batterien getriebenen Kosten gleichzeitig zu reduzieren.

„Es braucht außerdem eine Konzertierte Aktion der Automobilindustrie und der Regierung in Deutschland, um mittel- und langfristig die Batteriezelltechnologie als zentralen Wertschöpfungsbaustein der E-Mobilität nach Deutschland zu holen“, so der Automobilmarktfachmann: „Mehr staatliche Unterstützung ist insbesondere auch notwendig, um eine ausreichend dichte Schnellladeinfrastruktur in Deutschland zu etablieren.“

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