Heilbronn - Einfach nur zum Ziel kommen: Der Fiat Tipo

Einfach nur zum Ziel kommen: Der Fiat Tipo

Von: amv
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Fiat tipo Auto
Bringt den Fahrer sicher ans Ziel: Der Fiat Tipo. Foto: Fiat

Heilbronn. Manch einer mag sich daran erinnern, dass es Zeiten gab, in denen man mit einem Telefon keine Fotos gemacht oder E-Mails verschickt, sondern einfach jemanden angerufen hat. Auch Autos waren in erster Linie einfach nur da, um von einem Punkt zum anderen zu kommen.

In diese Zeit fühlt man sich bei der ersten Begegnung mit dem Fiat Tipo zurückversetzt – um dann nach kurzer Zeit festzustellen, dass er heutige Bedürfnisse durchaus zu befriedigen weiß.

Ob eine Stufenheck-Version des 4,54 Meter langen Kompaktwagens gefällt oder nicht, ist sicher Geschmacksache. Alternativ könnte man sich ja auch für die Schräghecklimousine oder in Kürze sogar den Kombi entscheiden. Doch so oder so: die in der Lounge-Version mit Chromleisten an Kühlergrill, Fenstern und Kofferraumklappe gezierte Stufenheck-Variante sorgt mit einem Radstand von 2,64 Metern Länge für überaus großzügige Platzverhältnisse im Innenraum.

Kopf-, Ellbogen- und Kniefreiheit sind selbst in der zweiten Reihe überraschend üppig. Mitfahrer auf diesen Plätzen können gemütlich die Beine ausstrecken. Die Sitze bieten zwar wenig Seitenhalt, sind aber auch auf langen Fahrten bequem.

Das lässt auch die einfachen, dennoch ansehnlichen Materialien von Cockpit und Türverkleidungen verschmerzen beziehungsweise über harte Kanten an den Schaltern hinwegsehen. Einfach und aufgeräumt ist auch der etwas wuchtig wirkende Instrumententräger. Moderne Anzeigen sorgen dafür, dass alle Funktionen sich schnell von selbst erklären.

Und Fiat hat bei dem Auto auch auf das geachtet, was Kunden heute erwarten. So bietet das Infotainmentsystem einen gut ablesbaren Fünf-Zoll-Touchscreen über den man alle wichtigen Funktionen wie Bordcomputer, Navigation oder Radio steuern kann. Zudem bestehen im Tipo vielfältige Konnektivitätsmöglichkeiten. Sprich Smartphones und Tablets können per Apple Carplay oder Android Auto verbunden werden.

Tadellos ist zudem die große Anzahl an Ablagen für den alltäglichen Krimskrams im Auto wie Schlüssel, Handy, Bonbons oder Taschentüchern. Mit einem Fassungsvolumen von 520 Litern ist der Gepäckraum enorm groß und fasst problemlos das Reisegepäck von vier Mitfahrern. Dank der im Verhältnis 60 zu 40 teilbaren Rücksitzlehne lässt sich der Laderaum problemlos erweitern. Allerdings machen die eng geschnittene Luke und die Höhe der Ladekante die Beladung nur bedingt wirbelsäulenfreundlich. Dass der Kofferraumdeckel per Fernbedienung nach oben aufschwingt, ist ein nettes Gimmick.

Mit dem 95 PS starken 1,3-Liter Diesel ist der Tipo nicht üppig, aber ausreichend für den normalen Familien-Alltag motorisiert. Das maximale Drehmoment von 200 Newtonmetern liegt bei 1500 Umdrehungen an. Das bietet genügend Leistung, um bei Antritt und Beschleunigung gut voranzukommen. Fiat gibt die Dauer des Sprints von Null auf Tempo 100 mit 11,7 Sekunden an. Die Höchstgeschwindigkeit ist laut des italienischen Herstellers bei Tempo180 erreicht. Der Normverbrauch steht mit 4,3 Litern im Datenblatt. Bei einem Mix aus einigen durchaus zügigen Autobahnfahrten und so manchem Kilometer in der Stadt, zeigte der Bordcomputer 2,5 Liter mehr an.

Etwas lauter wird es bei höheren Geschwindigkeiten, da dann zu den an und für sich zurückhaltenden Arbeitsgeräuschen deutliche Wind- und Abrollgeräusche hinzukommen. Während die Lenkung eher neutral wirkt, ist das Fahrwerk angenehm straff und dennoch komfortabel genug abgestimmt, um nicht durch jede Unebenheit der Straße gestört zu werden. Zu einem Fahrzeug, das weniger den Fahrspaß denn die Alltagstaugichkeit und damit die Notwendigkeit, von A nach B zu kommen, in den Vordergrund stellt, passt das alles bestens.

Unter dieser Prämisse erstaunt schon fast die durchaus üppige Serienausstattung des Einstiegsmodells für 13.990 Euro. Klimaanlage, Radio mit MP3- und Aux-Anschluss, Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber vorne, höhen- und längsverstellbares Lenkrad sowie der höhenverstellbare Fahrersitz sind selbst im einfachsten Tipo enthalten. Gönnt man sich den kleinen Selbstzünder (15.990 Euro) in der Lounge-Version für 17.990 Euro (Basispreis des Testfahrzeuges: 17.990 Euro/ Testwagenneupreis: 20.300 Euro), dann bleiben kaum mehr Wünsche offen.

Von 16-Zoll-Leichtmetallfelgen über Klimaautomatik, Licht- und Regensensor, Tempomat bis hin zur Mittelarmlehne ist dann fast alles an Bord, was die Optionenliste zu bieten hat. Das lässt sich dann nur noch mit dem Technik-Paket (830 Euro/Parksensoren, Rückfahrkamera und Parksensoren) beziehungsweise dem Komfort-Paket (150 Euro/Mittelarmlehne hinten plus elektrische verstellbare Lendenlordosestütze für den Fahrer) ergänzen. Vergeblich sucht man auf der Preisliste nach heute üblichen Assistenzsystemen wie Spurhalte- und Müdigkeitswarner, Abstandstempomat oder Kurvenlicht.

Doch wer braucht das schon, wenn man einfach nur auf vier Rädern zum Ziel gelangen will?

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