Ein gelungener Wurf: Der Kia Carens

Von: amv
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Kia Carens
Überzeugt mit einem großen Platzangebot: Der Kia Carens. Foto: dpa

Frankfurt. Skiausrüstung, große Koffer und Sporttaschen sowie bequem Platz für Familie, in einem Kia Carens gar kein Problem. Der dynamisch gezeichnete Van punktet mit üppigen Platzverhältnissen ebenso wie mit der Variabilität, bis zu sieben Personen zu transportieren.

Die ordentliche Verarbeitungsqualität sowie ein sauberes Fahrverhalten sorgen nicht nur bei Urlaubsfahrten von Beginn an für eine entspannte Reise, sondern bewähren sich ebenso im Alltag. Das Platzangebot der 4,53 Meter langen Großraumlimousine der unteren Mittelklasse überzeugt. Selbst großgewachsene Passagiere können es sich auf den Plätzen in der ersten und zweiten Reihe richtig bequem machen. Obwohl, „richtig bequem“ stimmt zumindest auf den drei mittleren Einzelsitzen nicht ganz. Die sind zwar ausreichend dimensioniert, die Polsterung ist tadellos und die Beinfreiheit selbst dann noch befriedigend, wenn die Sitze ganz nach vorne geschoben worden sind. Doch die Sitzfläche steigt relativ steil an. Das zwingt die Hüfte in einen Winkel, der auf Dauer als unbequem empfunden wird.

In der dritten Reihe (Serie bei Spirit, sonst 750 Euro Aufpreis) geht es wie bei allen Siebensitzern sehr beengt zu, was für Kinder und kurze Wege aber kein Problem sein dürfte. So unproblematisch und schnell sich die zusätzlichen Plätze aus dem Boden des Gepäckraumes aufstellen lassen, so schnell sind sie wieder verschwunden. Das gilt ebenso für die getrennt umklappbaren Lehnen der Einzelsitze. Das hilft, das 536 Liter große Gepäckabteil variabel zu erweitern. Maximal sind bei gelegten Lehnen hinten 1694 Liter möglich. Große Klappe und niedrige Ladefläche tragen ebenso zur hohen Alltagstauglichkeit bei wie die Vielzahl an Ablagefächern, in der sämtlicher Kleinkram, Flaschen und natürlich auch das Mobiltelefon verstaut werden können.

Die Verarbeitungsqualität insgesamt erreicht zwar nicht Premium-Qualität, zeigt aber keine gravierenden Patzer Fahrer und Beifahrer haben aufgrund der großen Windschutzscheibe, der weit nach vorn gerückten A-Säule und der leicht erhöhten Sitzposition einen guten Rundumblick. Alle wichtigen Anzeigen sind im aufgeräumten Armaturenträger schnell zu erfassen, die wichtigen Bedienelemente gut zu erreichen. Einzig das Lenkrad - bereits ab dem zweiten Ausstattungsniveau serienmäßig beheizbar - wirkt aufgrund der zahlreichen Schalter und Tasten etwas überfrachtet und bedarf zur fehlerfreien Bedienung etwas Eingewöhnungszeit. Über den 136 PS starken 1,7-Liter-Selbstzünder, kombiniert mit einem manuellen Sechsganggetriebe braucht man sich hingegen keine Gedanken zu machen. Die Antriebseinheit überzeugt mit kraftvollem Antritt, mächtigem Durchzug und hängt klasse am Gas.

Laut Hersteller liegt die Spitzengeschwindigkeit bei 191 Kilometer pro Stunde (km/h). Aus dem Stand wird Tempo 100 nach 10,4 Sekunden erreicht. Bis Tempo 130 sind die Arbeitsgeräusche zudem so gering, dass man fast vergessen könnte, in einem Diesel zu sitzen. Selbst unter Volllast sind es eher Windgeräusche, die sich störend in den Vordergrund drängen. Bei wirklich sehr zügigen Autobahnfahrten liegt der Verbrauch bei knapp über der Acht-Liter-Marke. Im Durchschnitt müssen 7,1 Liter einkalkuliert werden. Auch wenn Kia den Normverbrauch mit zwei Litern weniger beziffert, kann sich das durchaus sehen lassen. Federung und Dämpfung haben die Techniker so abgestimmt, dass es bei einem hohen Maß an Komfort souverän über schlechte Wegstrecken dahin geht, gleichwohl zügig gefahrene Kurven absolut spurtreu genommen werden. Die Lenkung indes könnte exakter sein. Zwar gibt es die Möglichkeit, über eine Taste drei unterschiedliche Kennlinien zu wählen. Doch diese variieren nur den Grad der Servounterstützung, ändern aber wenig an der Präzision der Lenkkräfte. Der Fahrsicherheit tut das alles keinen Abbruch.

Zwar sind die Zeiten vorbei, in denen Kia als Billigprodukt aus Fernost galt. Doch bereits in der Basisvariante (23.900 Euro) punktet der optisch schick gestaltete Carens mit einer recht umfangreichen Bestückung. Bei der 4900 teureren Spirit-Version bleiben dann kaum mehr Wünsche offen. Klimaautomatik, Rückfahrkamera, die Audioanlage mit TFT-Display und Navigation, Regensensor, Sitzheizung, Dachreling und getönte Scheiben sind dann an Bord. In der Summe betrachtet lohnt sich für Interessenten eines Ford Grand C-Max, Opel Zafira, Renault Grand Scenic oder VW Touran zumindest ein Informationsbesuch bei einem Kia-Händler.

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